John Galliano klaut

Aber dafür wurde er jetzt zu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilt.
Sicher gehört Galliano zu den schillerndsten Gestalten des Modezirkus und es ist sicher auch legitim, sich inspirieren zu lassen von zeitgenössischer Kunst. Allerdings scheinen die Anzeigen, die in der Vogue und Elle für den Dior geschaltet wurden, derartig frech Arbeiten des amerikanischen Künstlers William Klein zu kopieren, dass man da ganz zu Recht abmahnen muss. Der Fotograf, Filmemacher und Maler Klein hat vor allem mit sehr provozierenden Modefotos in den späten fünfziger Jahren für Aufregung gesorgt. Er ließ erstmals natürlich lässige Posen in witzigen Alltagssituationen zu und mischte damit die künstliche Modewelt gehörig auf.
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William Klein, dem das Centre Pompidou im letzten Jahr eine Retrospektive widmete, gehört zu den Revolutionären der modernen Fotografie. Auch Stars wie Helmut Newton ließen sich von ihm beeinflussen. Die innovative Technik, seine Fotos mit gestischen Malereien und Strichen zu kombinieren, um ihre Aussage möglicherweise noch zu steigern, war nun das, was Galliano offensichtlich so frisch daher kam, dass er es gerne kopieren wollte. Leider fanden sich auf die Schnelle keine Abbildungen von der Dior-Werbekampagne Gallianos. Ist ja auch logisch, wenns dafür 200.000 Euro Strafe gab. Aber Galliano will das nicht auf sich sitzen lassen, den Plagiatsvorwurf, und dagegen angehen. Auch klar!!
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