Groteske

Bei einer Groteske (von ital.: „grottesco“ zu „grotta“, „Grotte“) handelt es sich um ein antikes römisches Ornament aus Tieren, Blumenranken oder Fabelwesen. Die Grotesken gehen auf antike römischen Wandmalereien zurück, die Ende 15. Jh. in den Thermen (Grotten) des Kaisers Hadrian und in den zur Zeit Neros angelegten unterirdischen Gewölben im „Goldenen Haus“ am Esquilin entdeckt wurden. In der Renaissance wurde sie wiederentdeckt und als beliebte Wandgestaltung genutzt.Die Groteske ist ein symmetrisches Ornament. Aus einer Vase oder einem Krug wachsen nach links und rechts Blätter und Fabelwesen.
Meist sind die Grotesken eine Mischung aus Pflanzenranken, Bändern und phantastischen Figuren, die seltsame Mischwesen zu sein scheinen.
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In der von Fürstbischof Kardinal Andreas von Österreich um 1595 umgebauten Hofburg in Brixen lassen sich besonders schöne Exemplare von Grotesken bewundern. Besonders hier zeigt sich, wie nah auch der weltliche Dekorluxus den Fürstbischöfen gestanden hatte, die weniger auf christliche Motivik drangen, als vielmehr den Standard von Fürstenhöfen in der Ausstattung der Hofburg begünstigten.
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