Das Museum wird sexy!!!

Das achte Feld – Geschlechter, Leben und Begehren in der Bildenden Kunst seit 1960
Es soll eine Ausstellung mit hohem erotischem Reiz werden. Nun denn, das ist doch mal ein Wort. Krankt das Museum doch eher an dem ihm anhaftenden Muff von erzwungenen Schulausflügen.

Eine Ausstellung im Museum Ludwig, die allerdings mit dem etwas sperrigen, weil zu erklärungsbedürftigen Titel „Das achte Feld“ daherkommt, will zeigen, wie sich die Kunst mit der Tatsache auseinander setzt, dass sich in den vergangenen 40 Jahren die Geschlechterverhältnisse radikal geändert haben. Und zeigt vornehmlich Werke, die sich mit Themen außerhalb heterosexueller Erlebniswelten beschäftigen.


Für die Nicht-Schachspieler unter den Kulturinteressierten: Wenn der Bauer auf das achte Feld vorrückt, dann kann er sich in eine Dame verwandeln. Dies gibt die Perspektive vor, innerhalb derer sich die Ausstellung bewegt. Die Lust, sich in das andere Geschlecht zu verwandeln wird vor dem Hintergrund der Entwicklung der Kunst seit 1960 zu einem tragenden Thema.
Die Ausstellung wird in neun Abteilungen gegliedert sein: „Selbstvergeweisserung über Zeichen“, „Sexy Machismo“, „Trans- und Intersexualität“, „Wunschwelten“, „Male to Female“, „Freundschaften“, „Außenseitern, Diskriminierung und Aids“, „Porträt und Identität“ sowie „Orte des Begehrens“. Eröffnung ist der 18. August und Laufzeit ist bis einschließlich 12. November.

Ähnliche Beiträge

  • Menschen und Autos

    Autos und Porträts. Fotografien von Bernhard Fuchs 8. Februar bis 13. Mai 2007 im Museum Ludwig Was haben Menschen und Autos gemeinsam? Nichts! Dennoch ist es so befremdlich wie beeindruckend, dass der österreichische Künstler Bernhard Fuchs eine zumindest gleichmachende Ästhetik entwickelt, die seine statischen Porträts den Aufnahmen von Kleinbussen und anderen Vehikeln annähert. Die Welt…

  • Kölner Radtour mit Kultur Teil III „Architektour“

    Die folgende Tour legt einen Schwerpunkt auf längere Fahrstrecken in der Natur und bietet mit architektonischen Highlights den Rahmen für einen sportlichen Nachmittag. Wir beginnen unsere Tour in Lindenthal an der Kirche „Christi Auferstehung“ und fahren weit hinaus in den Grüngürtel. Die Anreise ist wieder mit der KVB möglich. Man kann die Linien 1 und…

  • Space Invaders

    In Köln hat es eine schleichende Invasion gegeben, die mir hier und da schon einmal aufgefallen war und mich so merkwürdig an die 80er erinnerte. Kleine versteckte Ecken an Hauswänden in der Kölner Innenstadt waren mit mosaikartigen Bildchen verziert worden. Es sah nach Guerilla aus – sprich Street Art, Graffitti und subversive Kunst. Jetzt allerdings…

  • Das Parkcafé

    Heute las ich in der Zeitung, dass es endlich weitergehen soll mit den Planungen zum Parkcafé im Rheinpark. Das kann ich nur begrüßen. Und hoffen, dass diesmal wirklich etwas passiert. Lang genug hat es ja nun leer gestanden, das zauberhafte kleine Gebäude. Inmitten einer Parklandschaft, die 1957 mit großem Beifall als Bundesgartenschau Furore machte. Was…

  • KunstBewusst

    Eine lohnenswerte Vortragsreihe wird seit geraumer Zeit von den Freunden des Wallraf-Richartz-Museums und des Museums Ludwig in Köln organisiert. Namhafte Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler werden eingeladen zu Themen zu sprechen, die mal enger, mal weiter mit den Sammlungsbeständen in Zusammenhang stehen. Nach den Vorträgen gibt es immer noch eine schöne Gelegenheit bei kleinen Snacks ins Gespräch…

  • Was liest Meisner?

    Das wäre jetzt auch noch nachzuschieben für diejenigen, die sich in der kunsttheoretischen Literatur nicht so zuhause fühlen. Meisner sprach ja in seiner Rede von dem Verlust der Mitte, den die Kunst zu befürchten habe, wenn sie eben nicht an die Religion zu binden sei. Das bezieht sich auf ein äußerst heiß diskutiertes Werk, dass…

3 Kommentare

  1. Nur der Genauigkeit halber muss ich hier als Schachspieler anmerken: Der Bauer kann sich in eine beliebige Figur verwandeln, also auch in einen Turm, einen Läufer oder einen Springer. Man wählt allerdings meist die Dame, da dies die spielstärkste Figur ist – es gibt aber auch Situationen, in denen z.B. ein Läufer vorteilhafter ist. Der Ausstellungstitel krankt ferner ein wenig an der Tatsache, dass es sich nicht um das achte Feld, sondern um die achte Reihe handelt.

  2. Die Ausstellung ist eröffnet und nach einem ersten Rundgang kann ich sagen: sie ist spannender als ich zunächst gedacht habe. Aber eindeutig zu vollgestellt. So gehen die einzelnen Aspekte doch eher unter und man hat das Gefühl, im Bemühen, alles zu zeigen, was es gibt, hat man die Wahrnehmung des Einzelnen verstellt. Man hätte sich mehr Raum für die Werke gewünscht.

Kommentar verfassen