10. März 2010, Texte zur Kunst:
Dante Dali - eine surrealistische Reise
Irgendwann zwischen dem 18. Mai und dem 17. Juni 1265 wird Dante Alighieri in eine nach eigenen Angaben adelige Familie hineingeboren. Die Mutter stirbt früh, der Vater folgt ihr bald. Als der junge Dante neun Jahre alt ist, sieht der die um ein Jahr jüngere Beatrice. Sie läuft auf der gegenüberliegenden Straßenseite entlang und trägt ein rotes Kleidchen. Der junge Mann wächst heran, ohne jemals mit Beatrice gesprochen zu haben, verehrt sie aber aus der Ferne umso heftiger. Sogar, dass sie einen anderen Mann heiratet, sieht er tatenlos mit an. Als die Angebetete einen frühen Tod stirbt, bricht Dante innerlich zusammen, beschließt aber «von ihr in einer Weise zu sprechen, wie noch von keiner jemals gesprochen worden ist.»
Am 11. Mai 1904 wird Salvador Felipe Jacinto Dalí i Domènech, Marqués de Púbol in Figueres, Girona, Katalonien als Sohn eines Notars geboren. Er wird auf den Namen eines genau 9. Monate vorher verstorbenen Bruders getauft und von der Mutter verzärtelt. „Im Alter von sechs Jahren wollte ich Köchin werden. Mit sieben wollte ich Napoleon sein. Und mein Ehrgeiz ist stetig gewachsen.“

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6. März 2010, Besondere Anlässe:
Foto-Nobelpreis für Sophie Calle
Ich mag Konzeptkunst und so bin ich 2007 auf der Biennale auch ein Fan von Sophie Calle geworden, die gezeigt hat, wie sie das alltägliche Leben zur Kunstperformance werden lassen kann. Ein trivialer Brief durchläuft bei ihr zahlreiche Stationen der Übertragung - sei es als Rezitation, Tanz oder extrovertierter szenischer Interpretation. Auch eine Psychologin und Freundinnen, berühmte Schauspielerinnen - die Reihe ist erstaunlich - geben "ihre" Version des Briefes zum Besten. Der Inhalt des Briefes ist ein typisches Frauenthema: ein Mann macht unter fadenscheinigen Gründen mit der Künstlerin Schluss. Obwohl man nie so wirklich dahinter kommt, wie hoch der Wahrheitsgehalt dieses Schreibens ist, packt einen diese persönliche Perspektive in der Kunst mit erstaunlicher Wucht.

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16. Februar 2010, Besondere Anlässe:
Storytelling in the street
Heute vor 20 Jahren starb Keith Haring. Er, der mit seinen bunten Männchen die pure Lebenslust von der Straße in die Kunsthallen gebracht hatte, war wie eine Kerze, die an beiden Enden zu brennen schien. Gerade mal 31 Jahre alt starb er an Aids. Er hatte eine beispiellose Karriere vom illegalen Sprayer in der New Yorker U-Bahn bis zum gefeierten Medienstar, der von der Berliner Mauer über Straßenflitzer bis hin zu Prominenten mit seinen archaischen Zeichen bemalte.
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5. Februar 2010, Köln Kultur:
Schauspielhaus Alaaf
Heute gab es eine - zwar verregnete - aber sehr gute und positive Aktion als Signal für die Kultur in dieser Stadt. Mit einem tollen Karnevalswagen - gezogen von den Künstlern dieser Stadt - marschierte eine engagierte Menge vom Kunstverein zum Schauspielhaus. Davor gab es noch eine beeindruckende Rede von Stephan Kraus und den Aufruf an alle Kölner, ihre Unterschrift abzugeben, damit ein Bürgerbegehren durchkommt. Auch die Kulturtussi möchte an dieser Stelle noch einmal einen eindringlichen Appell an alle richten, sich zu beteiligen. Wäre doch mal richtig toll, wenn sowas in Köln klappen könnte. Man kann sich auch berechtigte Hoffnungen machen, dass es vielleicht klappt - wo doch der Karneval und sogar der FC mitmachen ...
Hier einige Impressionen vom Protestzug und der Kundgebung ...
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4. Februar 2010, Köln Kultur:
Das Gesicht der Stadt
Man kann einen Bau wie eine Oper nicht alleine planen. Man muss ihn im Rahmen einer großen städtebaulichen Konzeption sehen. (…) denn nicht nur von den einzelnen Gebäuden, sondern vielmehr von größeren räumlichen Zusammenhängen werden die Gesichter unserer Stadt geprägt.
Schon in den Anfängen zur Planung für die Oper hatte Riphahn immer den Gedanken eines kleineren Baus für das Schauspiel mitgedacht und zusammen mit den Opernterrassen und der Bebauung auf der anderen Seite der Nord-Süd-Fahrt bildet das gesamte Ensemble eine schlüssige städtebauliche Einheit.

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29. Januar 2010, Köln Kultur:
Die fabelhafte Welt der Dinge
Ganz langsam schiebt sich eine riesige Hand ins Blickfeld. Sie hält etwas, das sie ganz vorsichtig ins Zentrum der hell erleuchteten Fassade des Gründerzeitbaus schieben wird. Als die Hand verschwindet, zeichnet sich dort im hellen Schein - deutlich und irreal zugleich - eine überdimensionale Glühbirne ab. Eine schönes Bildzeichen, mit dem der Künstler Stephan Brenn seine Lichtinstallation auch einer kleinen ironischen Anmerkung ausliefert.

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26. Januar 2010, Ausstellungen gucken:
Kyotobar mit neuer Ausstellung
Eine wunderbare Erfindung diese Kyotobar, die von den Architekten Schilling als Raum für Kulturschaffende entworfen wurde. Die bewährte Arbeit von Martin Turck als Kurator hat diesem Ausstellungsraum an einer neuralgischen Stelle der Stadt schon so manche interessante Begegnung mit zeitgenössischer Kunst gebracht. Und so fügt sich das neueste Projekt auch nahtlos in die Reihe beachtenswerter Ausstellungen dort ein. Am kommenden 29. Januar eröffnet um 19.00 Uhr die Schau von 7 Fotografien der Künstlerin Barbara Dörfler.

before dark, 2009, sw Fotografie, 37 x 45 cm
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16. Januar 2010, Ausstellungen gucken:
Fantasia
Wenn man in diesen Tagen in die stets gleißend hell ausgeleuchteten Räumlichkeiten der Galerie Kudlek van der Grinten eintritt, traut man seinen Augen nicht. Die sonst hier oft gesehene zurückhaltende Optik von Schwarz-Weiß-Fotos oder zarten Zeichnungen ist einer opulenten Schau von Objekten der Künstlerin Rebecca Stevenson gewichen, die einen auf den ersten Blick gefangennehmen. Die - sicher mit Bedacht - unter Glasstürzen ausgestellten Skulpturen faszinieren und berühren einen zugleich. Doch Vorsicht ist geboten: auf eine seltsame Art macht sich ein unangenehmes Gefühl breit. Man nähert sich den Exponaten, schaut fasziniert auf aufbrechende Blütenornamente und süße Tieraugen - und fragt sich doch auch wieder, woher dieser morbide Hauch kommt, der von den Kunstwerken ausgeht. Der Ansatz der Irritation funktioniert hier auf eine ganz wunderbare Weise und beschert einem eine extrem anregende Erfahrung in der Kunstbetrachtung.

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9. Januar 2010, Lesefutter:
Magma – so geht gute Unterhaltung
Mit einem Prolog steigt der Science Fiction Roman „Magma“ atmosphärisch gut geschrieben in die Geschichte ein – und hält den Leser gleich mit einem wörtlich zu verstehenden „Knall“ bei der Stange. Löst sich doch der eifrige Wissenschaftler, der da in den Schweizer Bergen an einer geheimnisvollen Kugel herum klopft buchstäblich in Luft auf. Das zeichnet den unter bekennenden Fans der Wissenschafts-Belletristik äußerst geschätzten Roman von Thomas Thiemeyer aus: der Leser wird an die Hand genommen und in immer wieder neue Erlebniswelten geleitet, die sich alle nach und nach zu einem Puzzle zusammenfügen. So bleibt man dann auch nach diesem „Cliff-Hanger“ aufs Äußerste gespannt, wohin einen die Geschichte als Nächstes führen wird.

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8. Januar 2010, Kunst und Küche:
Zu Tisch gebeten
Bei den artgenossen ist es eine wunderbare Tradition, dass die Künstler, die dort ausstellen, auch gleichzeitig an einem Freitag Abend zu Tisch bitten. Die außergwöhnliche Situation, von Kunst umgeben zu sein und die Gerichte, die die Künstler ausgedacht haben, zu speisen, führt so zu regelmäßigen Sternstunden des Genusses.

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Posted by Kulturtussi in Kunst und Küche at 17:05 | Permalink | Comments (0)
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