Money, money, money …

pollock_no.5.jpg
Es ist mal wieder an der Zeit – nach den Meldungen der letzten Wochen – eine Bestandsaufnahme der teuersten Kunstwerke vorzunehmen, damit man beim nächsten Smalltalk mitreden kann. Man sollte allerdings tunlichst vermeiden, so zu reden: Das Gemälde ist 1,20 mal 2,50 Meter groß und in Jackson Pollocks typischem Dripping- oder Tröpfelstil gehalten. Gelb-, Grau- und Brauntöne dominieren. Auch wenn man es kaum glauben mag: Dieses Bild ist 110 Millionen Euro wert!


damian_hirst_totensch%C3%A4del.jpg
So stand es in der Bildzeitung und man wunderte sich da auf Stammtischniveau über das teuerste Gemälde der Welt. Ich verzichte mal darauf, einen Exkurs über die interessanten und innovativen Ansätze der abstrakten Expressionisten zu referieren (vielleicht an anderer Stelle einmal) und gebe dem geneigten Leser nur mit auf den Weg: Jackson Pollock gilt als Wegbereiter der abstrakten Kunst, er hat mir dem Akt, eine Leinwand auf den Boden zu legen und dort die psychologische Bedingtheit des Künstler-Ichs auszutoben, Kunstgeschichte geschrieben. Über die anderen teuersten Bilder der Welt mag man vielleicht weniger streiten. Wenngleich es immer wieder ein Phänomen ist, wie Kunst und Geld miteinander verwoben sind. Neuester Coup ist ein Werk von Damian Hirst, der ja ohnehin als der teuerste lebende Künstler gilt: er überzog einen Totenschädel mit Platin und ließ ihn mit Diamanten besetzen. Da dürfte auch dem letzten Zweifler der Wert von Kunst deutlich gemacht worden sein.
teuerste_gem%C3%A4lde.jpg
1. Pollock: „No. 5, 1948“ (am 2.11.06, Käufer anonym) 140 Millionen Dollar.
2. Klimt: „Adele Bloch-Bauer I“ („Die goldene Adele“, am 19.06.06, Käufer: Ronald Lauder) 135 Millionen Dollar.
3. Picasso: „Junge mit Pfeife“
(5.05.04) 104,2 Millionen Dollar.
4. Picasso: „Dora Maar mit Katze“
(3.05.06) 95,2 Millionen Dollar.
5. Klimt: „Portrait of Adele Bloch-Bauer II“ (9.11.06, Käufer anonym) 87,9 Millionen Dollar.
6. Van Gogh: „Porträt des Dr. Gachet“ (15.05.90, Käufer: Ryoei Saito) 82,5 Millionen Dollar.
7. Renoir: „Au Moulin de la Galette“ (17.05.90) 78,1 Millionen Dollar
8. Rubens: „Das Massaker der Unschuldigen“ (10.07.02) 76,7 Millionen Dollar.
9. Rothko: „White Center (Yellow, Pink and Lavender on Rose)“ (15.05.07, Käufer anonym) 72,8 Millionen Dollar.
10. Van Gogh: „Porträt des Künstlers ohne Bart“ (20.11.98) 71,5 Millionen Dollar.

Ähnliche Beiträge

  • Ab in den Kulturbeutel

    Die Sommerferien sind da – hurra! Für alle diejenigen, die nun Zeit und Muße haben, sich auch einmal mit den schönen Dingen des Lebens zu beschäftigen, gibt die Kulturtussi gerne ein paar Geheimtipps preis, die man sich in den sommerlichen Kulturbeutel packen kann. Wussten Sie eigentlich, woher das Wort stammt? Hier kann man einen Erläuterungsversuch…

  • Junges Museum

    Eine tolle Initiative und im Zeichen von Zeiten, in der Vernetzung alles ist: die jungen Kunstfreunde vereinigen sich in insgesamt 10 deutschen Museen zu einem Netzwerk der besonderen Art und feiern am 1. Juni eine riesige Party. Selbstverständlich nehmen auch die Kölner daran teil, sind sie doch die jungen Kunstfreunde der ersten Stunde. Zunächst aber…

  • Sweet Lord

    Also, jetzt mal ehrlich, ihr Katholiken. Was ist denn an diesem Kunstwerk auszusetzen? Der kanadische Künstler Cosimo Cavallaro hat eine lebensgroße Christusstatue aus Schokolade geschaffen, die im Roger Smith Hotel in New York zur Karwoche ausgestellt werden sollte. Cavallaro, der ganz in der Tradition der sechziger Jahre mit Lebensmittel als organischem, vergänglichem Material arbeitet, hat…

  • Was ist Skulptur?

    In regelmäßigen Abständen werden bestimmte Genres der Kunst für tot erklärt oder man feiert ihre Wiederauferstehung. Dieses Jahr wird immer wieder zum Jahr der Skulptur erklärt – nicht zuletzt wegen der Großausstellung in Münster. Also macht sich die Kulturtussi ihrerseits Gedanken darüber, was wir eigentlich in der zeitgenössischen Kunst so alles unter diesem Begriff versammelt…

  • Wallraf – das Museum

    Die zeitgemäße Vermarktung von Museen – besonders von denen alter Kunst – ist kein einfaches Geschäft. Die Themen sind schwergewichtig bis kompliziert und erfordern sicher auch oft einen mehr als nur flüchtigen Blick. Deswegen ist es wichtig, die Hemmschwelle, die möglicherweise viele Besucher abhält so einen Musentempel zu betreten, so niedrig wie möglich zu gestalten….

Kommentar verfassen