Das Ding

Nun will ich einmal einen ganz hervorragenden Service loben, der mir meine tägliche Dosis Kunst frei Haus per E-Mail schickt: Die österreichische BeyArs GmbH betreibt eine kommerzielle Plattform für Kunst- und Schmuckhandel, ist aber dem Insider schon seit längerem bekannt wegen eines hervorragenden Kunstlexikons von P.W. Hartmann, das man unentgeltlich auf der Plattform nutzen kann. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit eines E-Mail-Abonnements.
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Und so kam es, dass ich heute eine E-Mail über das wunderschöne rheinische Steinzeug erhielt. Dieses ist mir sehr vertraut. Besonders der Bartmannskrug ist mir immer schon besonders lieb gewesen, weil seine Bedeutung trotz heftigster Bemühungen von den Kunsthistoriker-Kollegen bis heute nicht entschlüsselt werden konnte. Was soll der bärtige Mann auf dem Krug? Ist es gar Gott, oder vielmehr das Trinkerselbst oder einfach nur Dekor? Tja, keiner hat auch nur irgendeine Ahnung! Herrlich, wo doch sonst immer alles ‚zu Tode‘ interpretiert wird. Aber als Kulturtussi habe ich natürlich nicht aufgegeben und für den schönen Bartmannskrug einen Ansatz gefunden, der mir passend scheint, will man sich weiterführende Gedanken zu diesem Steinzeug machen: Heidegger und der spezielle Stil seiner philosophischen Betrachtungen!
Der Mensch hat bisher das Ding als Ding […] wenig bedacht […] Ein Ding ist der Krug. Was ist der Krug? Wir sagen: ein Gefäß; solches, was anderes in sich faßt. Das Fassende am Krug sind Boden und Wand. Dieses Fassende ist selbst wieder faßbar am Henkel. […] Wenn wir den Krug vollgießen, fließt der Guß beim Füllen in den leeren Krug. Die Leere ist das Fassende des Gefäßes. Die Leere, dieses Nichts am Krug, ist das, was der Krug als das fassende Gefäß ist.“

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