Das Wort zur Kulturpolitik

»Kulturpolitik wird als Gesellschaftspolitik nur dann erfolgreich sein, wenn sie das einzelne Individuum viel stärker als bisher in seiner Identität, Individualität und Kompetenz stärkt. Die bloße Teilnahme an Kulturangeboten reicht nicht hin. Kultur für alle als ›Publikumsvergrößerungsstrategie‹ zu verstehen greift zu kurz.«
(Dr. Oliver Scheytt in seiner Grundsatzrede anlässlich der 30-Jahr-Feier der Kulturpolitischen Gesellschaft am 16. Juni 2006 in Hamburg, abgedruckt in: Kulturpolitische Mitteilungen Nr. 113, S. 34)

Ähnliche Beiträge

  • Die Eiswüste lebt

    Ist es purer Luxus, wenn man einen Container (grün) voller Bücher in die Antarktis schickt, damit die dortigen Forscher sich auch mit Literatur beschäftigen? Dort, wo eigentlich das nackte Überleben an der Tagesordnung sein sollte, sich gemütlich in den Sessel lehnen und ein gutes Buch hervorholen – klingt das nicht ein bisschen sehr weldfremd? Oder…

  • Provokation der guten alten Art

    Jonathan Meese sieht aus wie ein RAF-Sympathisant und trägt ausschließlich adidas-Jacken der reinsten Poyester-Art. Er wird als jüngster „Großkünstler“ gehandelt, womit gemeint ist, dass man staunen kann ob der grandiosen Erfolge, die er mit Einzelausstellungen und Ankäufen für große Sammlungen verzeichnet. Gerade mal Mitte dreißig ist der Shooting Star und vor allem im Ausland hält…

  • Traurige Songs

    Kora Jünger, Hamburger Künstlerin mit eindeutig amerikanischem Einschlag, findet mit Bleistift und Papier zu Bildern, die den Zustand zwischenmenschlichen Agierens in der heutigen Zeit einzufrieren scheinen. Mit bedrückend traurigen Zeichen, die einen zum Lachen bringen und absurd-pointierten Bilduntertiteln blättert sie ein Agieren von Menschen auf, die allesamt entrückt oder betrunken oder sonst irgendwie irritierend abseits…

  • „Sourire Khmer“

    Lachen ist gesund! Neben dem lauten karnevalistischen Gelächter, das wir allerorten derzeit zu hören bekommen, gilt es jedoch das „innere“ Lächeln der stillen Einkehr zu entdecken und hierzu liefert die Kulturtussi eine kleine Anregung. „Sourire Khmer“ – so nennen es die Franzosen. Ein Lächeln, das einem heute noch in Kambodscha überall begegnet, in diesem lange…

  • Künstlersozialkasse

    Ist derjenige ein Künstler, der in die Künstlersozialkasse aufgenommen wird? Mh, wäre mal zu überlegen, ob dies ein Kriterium für Kunst sein könnte. Die Idee, Kunstschaffende darin zu unterstützen, Kunst zu schaffen, indem man ihnen bei der Beschaffung des täglichen Brotes ein wenig unter die Arme zu greifen, finde ich ja grundsätzlich gut. Allerdings ist…

Kommentar verfassen