Verborgene Schätze auf der Art Cologne

Am 1. November öffnet eine der größten und international wichtigsten Messen für Kunst des 20. und mittlerweile auch 21. Jahrhundert ihre Pforten. Und: die Art Cologne wird 40! Ein schönes Jubiläum, das von der KölnMesse mit dezentem Hinweis aber ohne pompöse Übertreibung angemerkt wird. Allerdings hat dieses Jubiläum den Machern der Art Cologne – allen voran Gerard Goodrow als Direktor – mit auf den Weg gegeben, stetig und beflissen an einer Umgestaltung und auch Modernisierung der Messe zu arbeiten. Open Space kam ja im letzten Jahr hinzu und zeigte einige Synergien, indem man einer lockeren Inszenierung der Galerienbeiträge den Vorzug gab und eher auf Kommunikation statt Konkurrenz setzte.
Nun hat man sich in diesem Jahr ein neues Feld erschlossen, dass einen gewissen Kontrapunkt gegenüber den Nachwuchs-Förderkojen und Focussierung auf young and hip setzen soll: HIDDEN TREASURES
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Paco Knöller, Yuan X, 2004, Holzschnitt 230 X 110 cm


Paco Knöller ist einer von diesen verborgenen Schätzen. Er wird von der Kölner Galerie Karsten Greve vorgestellt. Mit seinen 56 Jahren ist er ein Künstler, der seinen Weg gemacht hat, als Professor in Bremen seine Meriten erwirbt und mit interessanten Einzelausstellungen gewürdigt wurde (Hamburger Bahnhof, 2002). Somit liegt er also im guten Mittel der geforderten Grenzen 40 bis posthum, die für die Hidden Treasures als Maßstab angelegt wurden. Ausserdem hat er mit seinen monumentalen Holzschnitten und den spannenden Farbvolumina seiner Bilder mit Sicherheit die geforderte Relevanz innerhalb der Kunstgeschichte. Mit ihm werden fünf weitere HIDDEN TREASURES vorgestellt und von ihren Galerien jeweils mit zusätzlichen 40 m² geehrt (Klaus vom Bruch, Galerie nächst St. Stefan – William N. Copley, Schönwald Fine Arts – Valie Export – Charim Galerie – Auguste Herbin, Galerie Lumière – Fred Sandbrock, Margarete Roeder Gallery & Editions).
Wo immer man Künstler ehren kann, die vielleicht zu Unrecht auf dem großen weiten Markt der Kunst nicht in vorderster Reihe stehen, bin ich sofort dabei. Aber genauso, wie ich oft den überall nach vorne gestellten Zusatz „jung“ (junge Freunde, junge Preise, junge Sammler, junge Unternehmer) mit Argwohn betrachte, finde ich auch hier so eine Eingrenzung in Richtung „Senioren“ oder 40plus nicht unbedingt dazu angetan, Aufgeschlossenheit beim Kunstrezipienten zu erwirken. Ich bin überhaupt gegen jegliche Quotenregelung und halte Qualität und inhaltliche Ausrichtung für das einzige Kriterium, das zählt. Dass die auf jeden Fall bei den vorgestellten verborgenen Schätzen vorhanden ist, zeigt der Rundgang zu den einzelnenn Galerien. Die Art Cologne öffnet übrigens ihre Pforten täglich von 12.00 bis 20.00 Uhr, die Tageskarte kostet stolze 20,00 Euro und es gibt ein ausgefeiltes Rahmenprogramm mit Symposien, Führungen und Gesprächsrunden. Ein Gewinn sind 40 m² zusätzliche Künstlerpersönlichkeit mit Sicherheit und zu Diskussionen wird die Präsentation allemal anregen.

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