Utopie in Bergisch Gladbach

Nicht nur in Köln sondern auch im nahegelegenen Umland regt sich eine äußerst aktive Kunstszene. Von wegen – alle wollen nach Berlin!! In einer Ausstellung, die in der Bergisch Gladbacher Volkshochschule gezeigt wird, brachten es die beteiligten Künstler nun fast zu einem Eklat. Ganz in guter alter Beuys Manier!
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David und Mike Felten beim Aufbau ihrer Installation „Utopia“


Das Entwerfen von Utopien hat Tradition in der Kunst und vor allem die Erweiterung des Kunstbegriffs, die in den 60er Jahren entscheidende Impulse erhielt, bietet hier breiten Spielraum.
David und Mike Felten haben in ihrer Gemeinschafts-Installation Begriffen wie dem „Unbekannte“ und „Unerwarteten“ Gestalt gegeben. Dabei setzen sie ganz auf den Einsatz „armer“ Materialien, die aus dem Alltag stammen und nicht für Hochglanz und Überhöhung taugen.
In den Reaktionen auf diese Ausstellung zeigt sich wieder einmal, wie schwer der Kunstbetrachter doch von der Vorstellung des „Dekorativen“ und „Schönen“ weg zu bewegen ist. Geprägt durch die Medien, die Opulenz, Glamour und „alles so schön bunt hier“ als permanente Berieselung bereithalten, mag sich der Mensch nur sehr unwillig auf andere Modelle einlassen. Manches Mal führt diese Spannung zu einer aufgeregten Provokation, die sicher von den Künstlern auch ein Stück weit gewollt wird. Manches Mal führt eine solche Provokation auch zu einem aktivem Aufstand der Kunst gegenüber. Vielleicht ist das für die Künstler immer noch positiver, als wenn die allgemeine „Egal-Haltung“ die Menschen achselzuckend an der Kunst vorbei ziehen lässt.
Wie dem auch sei. In Bergisch-Gladbach rückte kurzfristig die Feuerwehr an, die ein aufmerksamer Bürger alamiert hatte. Man problematisierte, dass eventuell etwas aus der raumgreifenden Installation Feuer fangen könnte, fand aber schnell eine Lösung in Form von kleinen runden Rauchmeldern aus dem Baumarkt und alles wurde gut!!!!!!!! Nun wird die Ausstellung weiter bis einschließlich 23. Februar in der VHS Bergisch Gladbach zu betrachten sein!
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„Visionen einer besseren Welt? Niemandsland, Unort, Paradies oder Fluchtpunkt: Utopie ist uns bei aller Verortung per GPS abhanden gekommen. Was Wikipedia dazu sagt und warum die große Koalition dazu schweigt wollen wir erörtern. Wer hat noch eine Utopie und warum nicht. Können wir uns Utopien noch leisten und warum können wir auf sie nicht verzichten. Eine Gesellschaftsfrage unter anderen Vorzeichen.“
David

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2 Kommentare

  1. Thanks Anke !
    Sehr gut beobachtet und gut kommentiert. Freut mich sehr von Dir hier gepostet zu werden!
    Interessant zu sehen, wie unsere Ausstellung im utopischen Zeitpfeil aufgestellt ist:
    In der Oper Bonn gibt es den „Club der Utopisten“ welcher Philosophie und Kunst zusammenbringt.
    Und der Deutschlandfunk bringt vom 10.02 – 20.03 eine Hörspielreihe „Partisanen der Utopie“ mit extrem interessanten experimenten und der Uraufführung von „Messages 2099“ – was schon einen eigenen blogpost wert ist.
    Bis bald auf hibiya … David

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