Urban Space

Der Sommer kommt bestimmt und damit auch die lauen Nächte! Für die Bewohner des Brüsseler Platzes im Belgischen Viertel immer wieder ein Graus, denn seit Jahren ist dieser Platz einer der beliebtesten Treffpunkte der jungen Szene geworden. Und es kommen bei schönem Wetter hunderte von Feierwilligen. Es gibt einen Mediator, der zwischen den Bedürfnissen der Anwohner und denen der Flaneure vermitteln sollen. Bislang mit nicht sehr viel Erfolg. Bereits im letzten Jahr gab es das Konzept einer Bewirtung des Platzes und jetzt ist die Alanus Hochschule angetreten, mit einem ästhetisch ansprechenden Konzept ruhigere Bahnen für den Urban Space zu motivieren. Sie haben eine fantastische Holzbude erbaut, die schon allein ihrer ästhetischen Qualitäten wegen ein Innehalten und Hinschauen lohnt.

IMG_6360

Aus insgesamt 6.000 Schrauben und fast 2.000 Dachlatten entstand eine Skulptur, die die beiden Bewirtungsbuden überspannt. Ein Eyecatcher, der sehr stark an die Idee der Biosphären-Architektur eines Buckminster-Fuller erinnert. Auch der Upcycling-Gedanke ist in diesem wunderbaren kleinen Bauwerk intelligent umgesetzt. Dass dadurch auch eine rege Diskussion mit den Anwohnern und den Besuchern des Belgischen Viertels entsteht, ist klar. Sehr schön zeigen das die FAQ, die auf der Facebook-Seite des Projektes eingestellt sind:

Ich hab immer gedacht, dass die Stadt den Platz hier absperren will?“
… Antwort: Nein, die Mitglieder des Bürgerbüros (größtenteils noch nicht mal Anwohner des schönen Brüsseler Platzes) haben diesen und ähnliche Vorschläge der Stadt unterbreitet… Die Stadt Köln will den Platz so erhalten, sodass ein gutes Miteinander mit allen Beteiligten entsteht.

„Wie habt Ihr denn eine Konzession bekommen?“
Antwort: Ganz einfach: Wir haben gefragt.

„Hat denn die Kirche nichts dagegen?“
Antwort: Nein, die Kirche unterstützt uns und findet den Aspekt der Kommunikation und Sensibilisierung sehr förderungswürdig.

„Jetzt werdet Ihr bestimmt reich und totale Assis“
Antwort: Assis sind wir schon, aber reich werden wir nicht, da unser Konzept gemeinnützig ausgerichtet ist.

„Was!? Gemeinnützig? Aber wovon lebt ihr denn dann?“
Antwort: Gemeinnützig sein heißt nicht doof sein. Wir selbst und unser Personal kriegen eine stündliche Vergütung und die Gewinne werden reinvestiert und teils gespendet. Wenn ihr also bei uns das eine oder andere kühle Bierchen trinkt ist das Geld in guten Händen.

„Wann macht ihr auf und ab wann kann man vorbeischauen?“
Unsere Öffnungszeiten sind meist immer von 19:00 Uhr bis 23:45 Uhr. Wenn wir z.B. wie zur EM 2012 früher aufmachen, werden wir das bei Facebook posten. Danach schließen wir unsere Außengastronomie und verkaufen auch keine Getränke mehr. In unseren Augen ist dies ein Kompromiss, den man vertreten kann.

Ganz sicher werden wir hier auch mal das ein oder andere kühle Getränk nehmen. Und uns an dem schönen Projekt erfreuen!

 

 

 

 

Ähnliche Beiträge

  • Es ist alles Gold…

    Ja, der Skulpturenpark Köln ist wirklich Gold wert und die Kölner wissen das gar nicht! Die Iniative des Sammlerehepaares Stoffel, die zu einem wirklich bemerkenswerten Park mit bedeutenden Beispielen zeitgenössischer Skulptur führte, ist den wenigsten bekannt. Jetzt gibt es den Park schon 10 Jahre und mit Skulptur 4 kommen wieder neue Positionen hinzu. Das Konzept…

  • |

    Henry van de Velde

    Der Gedanke einer neuen Kunst breitete sich über Europa aus und wurde getragen von einem Netzwerk von Kunstschaffenden. Ein Künstler stand dabei an vorderster Front und wurde herumgereicht von Brüssel über Berlin nach Paris, weiter nach Weimar, mit Zwischenstation in Holland und wieder zurück in die Provinz – schließlich auch die Schweiz erreichend. Das waren…

  • KLANG DER STILLE

    Immer wieder ein gute Idee: die Begegnung von Malerei und Fotografie! Die gegenseitige Befruchtung durch unterschiedliche Sehgewohnheiten bieten dem geneigten Betrachter wunderbare Erfahrungen der sichtbaren Welt. Im schönsten Falle ergeben sich Synergien. So auch zwischen den Arbeiten von Dan Hepperle und Jutta Vogel, die vom 11. Mai an im Kulturbunker in Mülheim zwei Wochen lang…

  • |

    Architektur fühlen

    Gerade erhaschte ich im Netz einen Blick auf den Aufruf zu einer ganz wundervollen Blogparade. Raumgefühl: Architektur denken – so hat Anett Ring einen Blogbeitrag überschrieben. Und in ihrer Einleitung Peter Zumthor erwähnt. Bei mir fällt diese Anregung auf fruchtbaren Boden. In meinem Kopf erscheint beim Lesen ein Bild. Und die Erfahrung, die ich damit…

Kommentar verfassen