Tag des offenen Denkmals

Der deutschlandweit ausgerufene Tag des offenen Denkmals ist immer eine Chance, sich einmal den unscheinbaren Kleinodien zu nähern, die erst nach dem zweiten Hinsehen ihren Charme und ihre Bedeutung offenbaren. Das Thema für den 9. September wird in diesem Jahr „Orte der Einkehr und des Gebets – Historische Sakralbauten“ sein. Wie geschaffen für das „Hillije Kölle“ das doch seinerzeit soviele Kirchen wie Tage im Jahr zählte!! Heutzutage sind es nicht mehr ganz so viele, aber für den 9. September gibt es einige zu entdecken, die einem dann auch noch mit Hilfe kompetenter Führungen näher gebracht werden.
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Nicht nur wegen des Namens ist die Kirche „St. Johannes vor dem lateinischen Tore“ einen Besuch wert. Sie wurde vom späteren Dombaumeister Vinzenz Statz 1852 errichtet und gilt als eines der ersten Beispiele neugotischer Kirchenarchitektur in Köln. Der Name kommt übrigens von der Schilderung des Martyriums des Heiligen, der am sogenannten lateinischen Tor in Rom vor Kaiser Domitian in heißem Öl baden sollte. Selbstverständlich spürte Johannes keinen Schmerz!!
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Als Kontrastprogramm empfehle ich den Besuch in der Kirche St. Petrus Canisius, die von Riphahn im Konzept seiner „Weißen Stadt“ als radikal moderner Kirchenraum geplant wurde. Der Architekt baute die Kirche 1930/31 ganz im Stile des Bauhaus – klar und streng folgt die Form der Funktion. Leider wurde sie im 2. Weltkrieg massiv beschädigt. Später bauten Domenikus und Gottfried Böhm an ihr. Eine Führung durch die Kirche findet um 16.00 Uhr statt.
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Und selbstverständlich darf man dies nicht verpassen: das neue Fenster im südlichen Querhaus des Kölner Doms, das mit Führungen um 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr vorgestellt wird. Aber auch, wenn man keinen Platz mehr in einer Führung erhalten sollte (max. Teilnehmerzahl 40!!!!), sollte man dieser Tage einmal den Anblick des sensationellen Richter-Entwurfes live erleben. Die Forderung nach Einkehr und Gebet, wie sie im Motto des Denkmaltages auftaucht, wird dann sowieso eher einzulösen sein.

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