Space Invaders

In Köln hat es eine schleichende Invasion gegeben, die mir hier und da schon einmal aufgefallen war und mich so merkwürdig an die 80er erinnerte. Kleine versteckte Ecken an Hauswänden in der Kölner Innenstadt waren mit mosaikartigen Bildchen verziert worden. Es sah nach Guerilla aus – sprich Street Art, Graffitti und subversive Kunst. Jetzt allerdings erfuhr ich den wahren Hintergrund: hier war Space Invader tätig, ein aus Frankreich stammender Künstler, der den Rubikkubismus erfunden hat. Rubik… was? Na, den Kubismus auf der Grundlage des Zauberwürfels, der in meiner Jugend alle in seinem Bann zog und den ich niemals auch nur ansatzweise beherrschte!!
rubikubismus.jpg


Es ist natürlich Konzeptkunst im feinsten Sinne, wie dieser Künstler sich die verschiedensten Orte erobert und mit seinen kleinen Bildchen überzieht, von denen man interessanter Weise genau eine Kopie – einen Alias – machen darf. So gibt es also eine limitierte Auflage, aber die kleinen Bildchen, die zum Teil an die ersten Computerspiele erinnern (Pac Man, Super Mario) entfalten eine seltsame Individualität und nehmen ihre jeweiligen Orte in Besitz. Eine mittlerweile weltweite Invasion.
space_invasionen_stadtpl%C3%A4ne.jpg
Die Galerie Jöllenbeck/Nickel hatte jüngst eine Ausstellung des Künstlers und hier kann man auch verfolgen, wo in Köln überall die einzelnen Werke angebracht sind.
space_invader.jpg
NACHTRAG
rubikubistische_mona_lisa.jpg

Ähnliche Beiträge

  • Bald ist es soweit

    Am 15. September 2007 soll „Kolumba“ der Neubau des Diözesanmuseums in Köln eröffnet werden. Gespannt hat man den Bau in der engen Innenstadt vis à vis der Kölner Oper verfolgt. Wie er sich streng aber von faszinierender Ausstrahlung empor entwickelte. Einblicke von außen werden einem eher verwehrt aber innen strahlt die ganze Kraft der Zumthorschen…

  • Iwo Jima im Museum

    Wir schreiben das Jahr 1968. Studentenunruhen, Proteste gegen den Vietnamkrieg, die beginnende Flower Power – wir erinnern uns an die auffälligsten Eckpunkte dieser Epoche. Es ist aber auch die Zeit, in der die Medien erstmals einen ungeheuren Einfluß auf den Alltag nehmen, in der die Manipulation durch Bilder ihren Lauf nimmt. Die Kunst dieser Jahre…

  • | | |

    20-mal Room Service

    Gregor Weber ist Tänzer, Performer, Choreograph, Regisseur und hat vor 16 Jahren das Konzept zu „Room Service“ entwickelt, dessen 20. Staffel in diesem November im Kunsthaus Rhenania gelaufen ist. Ich war insgesamt vier Mal dabei und habe diese spezielle „Sinneserfahrung“ in verschiedenen Räume immer sehr genossen. Um mehr über das Format zu erfahren, durfte ich…

  • Neue Galerie bereichert Köln

    Mit der Ausstellung „Orientbilder“ – Malerei auf Fotografie von Georg Gartz – startet Martin Turck am Freitag, dem 22.9. (Vernissage ab 19.00 Uhr) seine Tätigkeit als Galerist. Die demnächst beginnende Kölner Photoszene wird hier sicher auch auf interessante Beiträge stoßen. Inmitten der spannenden jungen Szene von Ehrenfeld wird Turck in Zukunft vor allem abstrakte Malerei…

  • Zum Sterben schön!

    Edvard Munch, Das Mädchen und der Tod, 1894, Graphiksammlung ‚Mensch und Tod‘ der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf L’art macabre, damit lassen sich Werke passend beschreiben, die sich mit dem Tod auseinander setzen. Dabei wird vor allem auf Widersprüchlichkeiten und Schockeffekte gesetzt. So wie die exzentrische Bildgattung „Totentanz“, die die Illusion der unbekümmerten Lebensfreude mit dem Schrecken des…

  • |

    Architektur der 50er – Wilhelm Riphahn

    Seit vielen Jahren bin ich Fan der 50er-Jahre-Architektur. 2004 habe ich mich intensiver mit Wilhelm Riphahn beschäftigt, als ich für das  Rahmenprogramm zur großen Retrospektive im Museum für Angewandte Kunst Stadtführungen konzipiert habe. Seitdem macht es mir immer wieder großen Spaß, Überzeugungsarbeit zu leisten. Wenn nämlich das Argument kommt: Musste ja alles schnell gehen damals…

Kommentar verfassen