Space Invaders

In Köln hat es eine schleichende Invasion gegeben, die mir hier und da schon einmal aufgefallen war und mich so merkwürdig an die 80er erinnerte. Kleine versteckte Ecken an Hauswänden in der Kölner Innenstadt waren mit mosaikartigen Bildchen verziert worden. Es sah nach Guerilla aus – sprich Street Art, Graffitti und subversive Kunst. Jetzt allerdings erfuhr ich den wahren Hintergrund: hier war Space Invader tätig, ein aus Frankreich stammender Künstler, der den Rubikkubismus erfunden hat. Rubik… was? Na, den Kubismus auf der Grundlage des Zauberwürfels, der in meiner Jugend alle in seinem Bann zog und den ich niemals auch nur ansatzweise beherrschte!!
rubikubismus.jpg


Es ist natürlich Konzeptkunst im feinsten Sinne, wie dieser Künstler sich die verschiedensten Orte erobert und mit seinen kleinen Bildchen überzieht, von denen man interessanter Weise genau eine Kopie – einen Alias – machen darf. So gibt es also eine limitierte Auflage, aber die kleinen Bildchen, die zum Teil an die ersten Computerspiele erinnern (Pac Man, Super Mario) entfalten eine seltsame Individualität und nehmen ihre jeweiligen Orte in Besitz. Eine mittlerweile weltweite Invasion.
space_invasionen_stadtpl%C3%A4ne.jpg
Die Galerie Jöllenbeck/Nickel hatte jüngst eine Ausstellung des Künstlers und hier kann man auch verfolgen, wo in Köln überall die einzelnen Werke angebracht sind.
space_invader.jpg
NACHTRAG
rubikubistische_mona_lisa.jpg

Ähnliche Beiträge

  • Um den Dom herum

    Auf dem Roncalliplatz weht immer ein ziemlicher Wind. Hier am wohl wichtigsten Punkt der Stadt steht der Dom. Deutschlands Sehenswürdigkeit Nr. 1. Tatsache. Noch vor Schloss Neuschwanstein oder dem Brandenburger Tor. Der Dom ist nicht zu übersehen. Mächtig ragt er mit seinen über 150 Meter hohen Türmen und der faszinierenden gotischen Architektur in die Höhe….

  • Es ist alles Gold…

    Ja, der Skulpturenpark Köln ist wirklich Gold wert und die Kölner wissen das gar nicht! Die Iniative des Sammlerehepaares Stoffel, die zu einem wirklich bemerkenswerten Park mit bedeutenden Beispielen zeitgenössischer Skulptur führte, ist den wenigsten bekannt. Jetzt gibt es den Park schon 10 Jahre und mit Skulptur 4 kommen wieder neue Positionen hinzu. Das Konzept…

  • Peter Zumthor zur Kölner Oper

    „Liebe deine Stadt“ – Eine Laudatio von Peter Zumthor zur Kölner Oper Im Winter 2004/05 fand die politische Diskussion um die Zukunft des Opern-Ensembles von Wilhelm Riphahn seine Fortsetzung auf den Leserbriefseiten der Kölner Tageszeitungen. Dieses stadtprägende Baudenkmal aus der Wiederaufbauzeit, das einst den Geist der jungen Republik schnupperte, wurde u.a. als „Plattenbau der sechziger…

  • Wachsam sein – Kunst als politisches Statement

    „?No pasarán!“ – „Sie werden nicht durchkommen!“ Eigentlich stammt dieser Ruf aus dem ersten Weltkrieg. Jedoch hat er sich über die Jahre zum geflügelten Wort für die antifaschistische Haltung entwickelt. Vor allem mit der Verwendung durch die Aktivisten des Spanischen Bürgerkrieges prägt er sich bis heute auf Spanisch in den Köpfen der Bewegung ein. Ein…

  • Krankheit Kunst

    Genie und Wahnsinn – der bekannte Mythos vom Entstehen der Kunst in einem Zustand, der außerhalb jeglicher Normalitäten anzusiedeln ist. Besonders die Kunst der Moderne zeigt viele Beispiele, wie Normabweichungen bzw. auch krankhaftes Verhalten neue Impulse für die Kunstproduktion lieferten. Sollte man Kunst allerdings mit Krankheit vergleichen oder gar gleichsetzen? Das scheint mir doch ein…

Kommentar verfassen