Kultur und Wirtschaft mal wieder

Ein weiteres Mal trafen sich heute in Köln Vertreter aus Kultur und Wirtschaft, um über mögliche Synergien und tatsächliche Projekte zu reden. Der Verein Citymarketing hatte zu einem Köln-Empfang eingeladen und sich ehrgeizig hinter dieses Thema gehängt. Auf dem Podium diskutierten unter anderem Andreas Blühm als Direktor des Wallraf-Richartz-Museums und verschiedene Kommunikationsmanager, die nicht müde wurden, zu betonen, dass Wirtschaft ohne Kultur und Kultur ohne Wirtschaft gar nicht existieren könnte.
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Andreas Slominski, der auch ein gefundenes Geldstück zum auratischen Kunstwerk zu gestalten weiß, hat sicher seine ganz besondere Weltsicht, in der die Wirtschaft, so wie wir sie sozialökonomisch verstehen, zu einer skurillen Randerscheinung wird.


Also, da muss ich als Kulturtussi einmal einen ganz anderen Beitrag in die Runde werfen, der da behauptet: Wirtschaft geht ohne Kunst (und tut dies meistens auch! was natürlich kulturkritisch betrachtet ein absoluter Fehler ist) und Kunst geht nicht ohne Wirtschaft. Dies sind Fakten. Auch wenn man es gerne anders hätte, oft den Kunstmarkt mit einer gegenseitigen Befruchtung von Kunst und Kultur verwechselt oder die landläufige Sponsorenpraxis als gleichberechtigte Seiten ein und derselben Medaille sieht!
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Nein, Freunde der Kunst, bis heute kann mir niemand glaubhaft versichern, dass die Wirtschaft über das halbherzige Bescheinigen eines netten Image-Aufpolierens hinaus wirklich der Meinung ist, Kunst und Kultur könne sie beflügeln oder gar zu höheren Umsätzen führen. Obwohl, wenn man beizeiten einen jungen aufstrebenden Künstler fördert und dann plötzlich… Halt! Wir wollen doch nicht Spekulation mit Kunstobjekten verwechseln mit der grundsätzlichen Auffassung, die Kunst könne ein wirklich probates ökonomisch relevantes Medium sein!
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Ich spiele jetzt mal ein bisschen „Weißsagung der Cree“ …
Erst wenn der letzte Künstler einen Job als Versicherungsvertreter angenommen hat, die letzte Unterrichtsstunde im Fache Kunst absolviert sein wird, die letzte Kulturvermittlerstelle an einem Museum mit kw abgestempelt sein wird (kann wegfallen!), wird man erkennen, dass man mit Geld nicht denken kann und keine Visionen für die Zukunft entwickeln kann und untereinander nichts mehr zu sagen haben wird.
Mein Appell an die Wirtschaft: seht die Museen nicht als schicke Locations, nehmt Kunst nicht als Spekulationsobjekt und schon gar nicht als Dekoration wahr, sondern entwickelt in euren Unternehmen eine Kultur, bei der die Inhalte der Kultur eine wesentliche Rolle zu spielen beginnen.
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Aber da ich ja nicht der alte Häuptling der Cree bin, möchte ich auch ein äußerst gelungenes und spannendes Projekt nicht unerwähnt lassen, das heute bei der Veranstaltung vorgestellt wurde: ein Design-Fest im Sommer, das die ganze Stadt aufwirbelt und an allen bekannten und unbekannten Standorten herausragende Design-Aktionen installiert. Nicht zu verwechseln mit den Präsentationen der Passagen, eher eine Frage nach dem Wesen des Design und nach ihrem Wert. Da kann der Sommer ja kommen!

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