Kommentar zum Eva-Prinzip

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Rosemarie Trockel (1952) »Ohne Titel (Ofenplatte)« 1991, Eisen, Einbrennlackierung
Rosemarie Trockel gilt als eine der wichtigsten zeitgenössischen Künstlerinnen und ist selbstverständlich alles andere als ein „Heimchen am Herd“. Selbstbewusst ist sie eine global playerin der Kunstszene und natürlich generationsbedingt eine Tochter der feministischen Bewegung. In ihren „Herdbildern“ beschäftigt sie sich durchaus auch mit dem Rollenverständnis unserer Gesellschaft und liefert hierzu eine ironisierte Anmerkung. Allerdings dürfen ihre Werke nicht als pure Auseinandersetzung mit weiblichen Rollenklischees mißverstanden werden. Wie es ja auch generell ins Aus führt, wenn man zu einseitig nur einen Aspekt verfolgt, liebe Frau Herrmann. Es geht bei Rosemarie Trockel um die Befragung der unterschiedlichen Kunstgenres – Malerei, Plastik, Ready mades – zwischen denen ihre Werke oftmals changieren – und darin wiederum auch um die Frage der Präsenz von Künstlerinnen in der Kulturlandschaft. Auch im 21. Jahrhundert sind die – zumindest was die öffentlichen Sammlungen angeht – immer noch in der Unterzahl.

„Indem sie die Funktionsprinzipien von Malerei und Plastik gegeneinander ausspielen, wurzeln diese »Herd-Werke« tief in der Tradition der Moderne. Die geometrische Wechselwirkung der schwarzen Platten mit dem weißen Grund scheint die Minimal Art der 60er-Jahre fortzusetzen, während ihre symbolische Struktur an die soziale Plastik von Beuys erinnert. Die Anordnung der Herdplatten auf dem emaillierten Metall kann zudem als hermetischer Verweis auf die Zahl schwarzer Punkte auf Spielwürfeln interpretiert werden.“

Dr. G. Inboden, Staatsgalerie Stuttgart

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