Herrlich unprätentiös

Gern genommen werden Interviews mit dem ultracoolen Professor Dirk Löbbert, der im Doppelpack mit Bruder Maik Kunst im öffentlichen Raum thematisiert. Beide lehren an der Kunsthochschule in Münster in erscheinen bei einem interessanten Videocast-Projekt mehrfach mit ihren Arbeiten. Einfallsreich TV berichtet aus Wuppertal und Wiesbaden und baut so eine ganz individuelle Berichterstattung aus der bunten weiten Welt der Kunst auf, die man ruhig immer mal wieder besuchen sollte.


Die Aktion mit den sieben Treppen in Wuppertal hat mir übrigens besonders gut gefallen. Die teilnehmenden Künstler haben sich jeweils eine Treppensituation im Stadtraum ausgesucht und diese als Plattform für ihre Inszenierungen benutzt. Neben den Löbberts, die in gewohnter Art und Weise die Strukturen und Muster des urbanen Umfelds aufgreifen, verfremden und somit für die Wahrnehmung der eigenen Umwelt sensibilisieren, sind Beiträge wie der von Helga Griffith sehr stark auf Interaktion ausgelegt. Sie hat ein Bach-Stück in einzelne Töne zerhackt und mittels Sensoren löst der Treppengänger jeweilige Einzeltöne auf der Treppe wie auf einer Klaviatur aus. Insgesamt ein spannendes Projekt, das letzten Herbst die Wuppertaler Urbanität in den Mittelpunkt der Regionale 06 rückte und von der Elisabeth Montag Stiftung gefördert wurde.
treppe.jpg
Mit bedeutungsvollen Worten zu einem besonderen Ort aufgeladen – die Treppe von Horst Gläsker.

Ähnliche Beiträge

  • Vertikult – Portal für Kulturschaffende

    Anscheinend häufen sich die Tendenzen, Kulturschaffende miteinander zu vernetzen, wie ein interessantes Portal zeigt, dass in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut entstanden ist. Vertikult ist eine Möglichkeit für Kulturarbeiter, das über die üblichen Jobangebote und -gesuche hinausgeht und auch Kooperationen anbietet oder Links zu Ausschreibungen im Kulturbereich bietet. Außerdem werden Seminare angekündigt und Informationen weitergereicht,…

  • Kleider machen Bilder

    Was gibt es malerisch Faszinierenderes als Faltenwürfe und kostbare Stoffe. Schon immer hat mich dieses Detail auf den Bildern alter Meister gefangen genommen. Hier in Köln kann man ja tatsächlich beim Meister des Bartholomäus-Altars die Gewänder des 15. Jahrhunderts fast haptisch fühlen und auf diese Weise eine Reise in die alten Zeiten unternehmen. Der holländischer…

  • „Sourire Khmer“

    Lachen ist gesund! Neben dem lauten karnevalistischen Gelächter, das wir allerorten derzeit zu hören bekommen, gilt es jedoch das „innere“ Lächeln der stillen Einkehr zu entdecken und hierzu liefert die Kulturtussi eine kleine Anregung. „Sourire Khmer“ – so nennen es die Franzosen. Ein Lächeln, das einem heute noch in Kambodscha überall begegnet, in diesem lange…

  • Simone und Jean-Paul

    Sie siezten sich lebenslang und sie führte ihm angeblich immer die jungen Geliebten zu! Was für eine exzentrische Beziehung, die sämtliche bürgerliche Beziehungskonzepte komplett über den Haufen warf. Sicher waren Simone de Beauvoir und Jean Paul Sartre als Paar ein Vorläufer der 68-er Bewegung und haben in ihrer kompromißlosen Art tatsächlich Maßstäbe gesetzt. Aber waren…

  • Dialog der Künste – Fünfuhrtee

    Das wäre eine feine Begegnung: Max Ernst und Lewis Carroll treffen sich zu einem gepflegten Fünfuhrtee und tauschen ihre Nonsens-Gedanken aus. Tatsächlich hat solch eine Begegnung virtuell stattgefunden und zwar 1970 als Max Ernst eine Edition von Lithographien unter dem Titel „Lewis Carrolls Wunderhorn“ veröffentlichte, die gemeinsam mit Texten von Lewis Carroll gedruckt wurde. Schon…

  • Wann stirbt ein Kunstwerk?

    Als Paradebeispiel für die Frage nach der Konservierung von Gegenwartskunst mag der sogenannte „Beuys-Block“ gelten, der im Hessischen Landesmuseum Darmstadt derzeit zu heftigsten Diskussionen führt. Beuys hatte die Organisation der Werkgruppen in insgesamt sieben Räumen des Museums 1970 selbst vorgenommen. Soll man die mittlerweile vergilbten Stoffbespannungen gegen weiße Tünche ersetzen? Wollte Beuys die Patina? Spannende…

Kommentar verfassen