Frühling

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike (1804-1875)
Der 1. März war der kalendarische Frühlingsanfang, aber es hat – zumindest hier im Rheinland – noch eine Weile gedauert, bis ein laues Lüftchen diesen auch spürbar machte. Immer wieder schön ist es, die Veränderung der Natur zu erleben und dieses Erwachen der ersten grünen Spitzen hat viele Künstler und Dichter angeregt. Der Maler Giuseppe Arcimboldo, ein manieristischer Künstler der besonderen Art, hat ein Bild geschaffen, das in seiner Üppigkeit und Pracht seines gleichen sucht. Jahreszeiten-Zyklen waren vor allem im 16. und 17. Jahrhundert beliebte Bilderfindungen – stellten sie doch eine Parallele zum Lebenslauf der Menschen dar und solche Sinnbilder mochte man in der barocken Epoche besonders gerne.
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Arcimboldo zählt zu den erklärten Vorbildern der Surrealisten und ist mit seinen über jeder Realität stehenden Motiven sicherlich einer der Vorreiter der modernen Malerei. Bewusst kehrte er sich damals von den klassischen Idealen der Renaissance ab und entwickelte die Malerei als „Kunststück“ weiter. Besonders die Augentäuschung war seinerzeit ein beliebtes Mittel, den Betrachter zu überraschen.
Frühling als die Fülle aller vorstellbarer Blüten darzustellen, ist eine schöne Idee. Atmosphärisch gekonnter gibt den Frühling allerdings die Malerei der Impressionisten wieder. Allen voran natürlich der Meister des fühlbaren Lufthauchs: Claude Monet!
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Frühling soll mit süßen Blicken
Mich entzücken und berücken,
Sommer mich mit Frucht und Myrthen
Reich bewirten, froh umgürten.
Herbst, du sollst mich Haushalt lehren,
Zu entbehren, zu begehren,
Und du Winter lehr mich sterben,
Mich verderben, Frühling erben.

Brentano, Clemens (1778-1842

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