Frauen sehen anders und überhaupt

Da haben sich wohl zwei Kolleginnen gedacht, sie machen mal die „Mario Barth Nummer“ im Museum. An sich ja ein genialer Gedanke. Ich las davon heute in der Bunten! Immerhin schon etwas, mit einem Kunstbuch in die Klatschspalten der Yellow Press zu gelangen. Obwohl, ich bin ja gerade wegen der oftmals gar nicht so schlechten Infos aus der Kunstszene eine gelegentlich begeisterte Bunte-Leserin (so, hab ich mich da auch mal geoutet). Aber zurück zu den Kolleginnen: Judith Welsch-Körntgen und Ute Scheidler arbeiten beide als Museumspädagoginnen an der Staatsgalerie Stuttgart und haben ein Buch geschrieben: „Frau sieht das, was Mann nicht sieht“. Soweit sogut.
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Als ich mich ein wenig umschaute, um herauszufinden, wie dieses Buch konzipiert sei, stieß ich auf eine Kritik, die mich erstaunen ließ. Zum einen wegen der extrem offen ausgesprochenen Kritik, die nicht im Mindesten verhehlen wollte, was der Autor von der ganzen Angelegenheit hält, zum anderen weil anscheinend das Konzept derartig „in die Hose“ gegangen zu sein scheint – zumindest den Zitaten nach zu urteilen.
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Jawlensky, Bildnis des Tänzers Alexander Sacharoff, 1909
So ein gender Thema wäre an sich spannend. Es müsste ja nicht gleich der Alice Schwarzer gefallen. Aber es gälte sicherlich doch ein bisschen mehr herauszustellen, als lockere Plaudereien von Frauengesprächen. Die haben ihre Legitimation als gesellige Veranstaltung vor Ort (wie sie ja auch erfolgreich im Programm der Staatsgalerie durchgeführt werden), scheinen aber zur Publikation doch ein bisschen dünn.
Das Sehzentrum von Männern und Frauen ist verschieden aufgebaut. Sie haben dadurch wahrscheinlich unterschiedliche Strategien, um sich in ihrer Umgebung zu orientieren. Das fanden Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich gemeinsam mit ihren Kollegen der Universitäten Düsseldorf und Aachen heraus.
Was würde das denn für die Bildbetrachtung bedeuten? Das räumliche Sehen ist sicherlich gerade in der abstrakten Kunst eine nicht unwesentliche Komponente. Die gesamte Raumwahrnehmung beeinflusst die Interpration der Kunstwerke. Spannende Ansätze, die man durchaus weiter verfolgen sollte. Mir kommen da gerade Ideen für ein Experiment. Ich werde berichten!

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