Barbara Thaden im Französischen Kulturinstitut

Gestern eröffnete die Ausstellung der wunderbaren Barbara Thaden im Französischen Kulturinstitut. Die Künstlerin aus Paris mit Kölner Wurzeln verwandelte den etwas angegrauten Riphahn-Bau in ein schillerndes Wunderland, in welches der geneigte Besucher Schritt für Schritt eintauchen darf.
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Mit ihren zum Teil außergewöhnlichen Interventionen vermittelt Barbara Thaden den Geist einer Kunst, die Grenzen überwindet. Grenzen zur eigenen Seele, den eigenen Gefühlen – aber auch manchmal ganz profan die Grenzen der Unantastbarkeit von Gebäuden. Als sie den Ausstellungstitel auf die Fassade des Institutes sprühte, kam am nächsten Tag die Polizei mit einer sorgfältig getippten Anzeige zu Daniel Malbert, dem Institutsleiter. Ob sie einigermaßen enttäuscht wieder abzogen, als dieser ablehnte, ist nicht überliefert.
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„Ich sprühs an jede Wand, neue …“ Kunst braucht das Land. Findet den Fehler und ihr entdeckt, wie subtil die Künstlerin auch mit Wortspielereien arbeitet. Überhaupt gerät dieser Besuch im Institut Francais am Sachsenring zu einer aufregenden Entdeckungsreise, die immer wieder neue Anregungen für die eigene Wahrnehmung liefert. Gleich am Eingang wird man empfangen mit einer verwirrenden Hörstation. Hier liest die Künstlerin alte Märchen auf französisch – und von hinten! Da mischt sich eine Prise Dada in die Phantasiewelt der Barbara Thaden. Nehmen wir doch ein Stückchen von den wundersamen Pilzen, die in der ehemaligen Pförtnerloge wachsen. Die sind sicherlich ganz besonders bewusstseinserweiternd!!
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Im Treppenhaus erwarten einen verschiedene Werkgruppen, die zeigen, wie vielfältig die Talente der Künstlerin sind. So wird man unmittelbar angezogen von der glitzernden Applikation an der Rundwand, die sich einem stolz entgegenwölbt. Auf ihr prangt ein Beispiel der unvergleichlichen „Dress Art“ – eine Leihgabe übrigens der Artgenossen in Lindlar. Barbara Thaden hat eine spannende Mischung aus Textilkunst und haptischer Erregungen geschaffen, die sie hier in einer temporären Installation zum Leuchten bringen kann.
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Im großen Filmsaal empfangen den Besucher die faszinierenden Landschaften, mit denen die Künstlerin auf eine Wanderung durch die Gefilde der Seele einlädt. Hier beweist sie ihre Meisterschaft nicht nur im sensiblen Einsatz von zarten Farbsetzungen sondern auch im Erfindungsreichtum immer neuer Formen. Eine perfekte Vorlage für das Verlieren in den eigenen Assoziationsketten.
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Meine persönlichen Lieblingsstücke sind jedoch die Zeichnungen wie „Bouche à Bouche“ oder „Duchess“. Mit dem Stift und höchst delikaten Kolorierungen lässt Barbara Thaden das erotische Rokoko ebenso aufleben wie sie den weiblichen Blick auf die Fleischeslust kanalisiert. Ein absolutes Kleinod in der insgesamt hervorragenden Werkschau der Künstlerin, das hoffentlich ganz bald als Buch veröffentlicht wird (in Vorbereitung).
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Auf dem Heimweg winkte uns noch ein geheimnisvolles gelbes Tuch aus einem der Fenster zum Abschied. Ich kann allen den Besuch dieser tollen Ausstellung nur ans Herz legen. Wer die Künstlerin kennenlernen möchte, kann am 18. und 19. April jeweils um 18.00 Uhr zu einer Privatführung der Künstlerin vorbeikommen (bitte anmelden unter Tel: 0221-9318770, info.koeln@institutfrancais.de). Die Ausstellung läuft noch bis zum 28.4. und ist zu den üblichen Öffnungszeiten des Institut francais zu besichtigen.
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2 Kommentare

  1. Finissage
    28. April 2012, 18 Uhr
    Konzert der Violinistin Veronika Schreiber
    Johann Sebastian Bach
    Partita en mi majeur
    Preludio
    Loure
    Gavotte en Rondeau
    Menuet I
    Menuet II
    Bourée
    Gigue
    Béla Bartok
    Melodia (Violinsonate 1944)
    Grazyna Bacewicz
    Sonata « Per violino solo » (1958)
    Eintritt frei

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