11. Videonale in Bonn

Im Zeitalter von clipfish und you tube ist es besonders spannend, einen Blick auf Video als künstlerisches Medium zu werfen und ab morgen kann man die Positionen der zeitgenössischen Videokunst im Bonner Kunstmuseum verfolgen. Die seit Mitte der achtziger Jahre kontinuierlich gewachsene Kompetenz der Bonner macht die Videonale zu einer wichtigen Institution, die auch mit einem engagierten Begleitprogramm wichtige Beiträge zur Auseinandersetzung mit der Medienkunst liefert.
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Seit den Anfängen der Videokunst in den 60er Jahren mit Künstlern wie Nam June Paik und der Erfolgswelle in den achtziger Jahren bewegt sich die Videokunst zwischen den beiden Polen der erzählerischen und der rein ästhetisch-formalen Nutzung des Mediums und auch in den heutigen Positionen loten die Künstler diese Pole aus. Der Beitrag von Victor Alimpiev „Summer Lightning“ zeigt dabei noch die Möglichkeiten der Inszenierung über Rhytmus und darauf abgestimmte Schnittfolgen. Eine Mädchenklasse bietet hier die Motive und die Gesichter werden in eine Gegenüberstellung mit Tonwerten gebracht, die einen wunderschönen Klangteppich verursachen.
Auffallend häufig stehen bei der Videonale gesellschaftskritische Themen im Vordergrund, aber auch immer wieder die Auseinandersetzung mit dem Körper oder der persönlichen Befindlichkeit des Künstlers. Das Ausloten der technischen Möglichkeiten spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Überlegungen zu Position des Betrachters im Raum.
Die Videonale in Bonn wartet mit insgesamt 50 Positionen zur zeitgenössischen Videokunst auf und bietet einen interessanten Einstieg, sich mit dieser Kunstrichtung eingehender zu beschäftigen. Nicht zuletzt auch durch das äußerst spannende Rahmenprogramm. Empfehlung: unbedingt hingehen!

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