Werk ohne Autor

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Werk ohne Autor ist vor einiger Zeit im Kino gestartet und hat sogar schon eine Oscar-Nominierung eingeheimst. Gezeigt wird die Geschichte des fiktiven Künstlers Kurt Barnert, der aber biografische Züge von Gerhard Richter aufweist. Anhand dessen Lebensgeschichte wird deutsche Geschichte erzählt, die vor allem in die Darstellung der Kunstszene im Nachkriegsdeutschland mündet. Einen besonderen Fokus legt der Regisseur auf das Schicksal von Barnerts Tante Elisabeth, die von den Nazis wegen angeblicher Schizophrenie ermordet wird – eine sehr deutliche Parallele zu der Geschichte von Richters Tante Marianne.

Florian Henckel von Donnersmarck hat schon einiges an Schelte für seinen neuen Film einstecken müssen. Selbstgefällig und seelenlos, ahnungslos, was die dargestellte Kunstszene der 60er Jahre angeht, sei er. Und er habe keine Ahnung von der Kunst Gerhard Richters. Richter wollte den Film nicht mal ansehen, bescheinigte ihm aber aufgrund des Trailers “reißerisch” zu sein. Bauchschmerzen hat vielen Kritikern wohl auch eine Verknüpfung zweier Szenen verursacht: die der Bombardierung Dresdens mit der von der Ermordung der Tante.

Nun gilt es, dass ich mir selber ein Urteil bilde. Bislang kann ich der Kritik nicht unbedingt folgen. Denn so, wie ich es verstehe, ist Henckel von Donnersmarck nicht angetreten, ein Bio-Pic zu Gerhard Richter zu verfassen. Die Versatzstücke der Richterschen Lebensgeschichte verfolgen aus meiner Sicht den Zweck, sich mit den Auswirkungen der Nazi-Zeit auf die Nachkriegsmoderne zu beschäftigen.

Es ist ja auch bei Richter nicht unbedingt seine individuelle Geschichte, der er in den Bildern zu diesem Thema erzählen will. Interessant wird seine Kunst dort, wo er solche Erfahrungen teilt. Denn eines ist klar: auch in anderen Biografien gibt es vergleichbare Vorkommnisse. Mich interessiert vor allem dies an dem Film. Zumal ich einige Aspekte davon mit der Geschichte meiner Vorfahren verbinden kann.

Ich warte noch darauf, dass ich die Zeit für den Kinobesuch finde. Und will mich dann vor allem auch von der filmischen Qualität des Films überzeugen lassen. Die Szenen, die im Trailer gesehen habe, sprechen mich auf jeden Fall schon mal an.

Und jetzt hab ich noch etwas für euch! Ich habe freundlicherweise von Frandly PR ein paar Karten bekommen und will gerne zwei davon verlosen.

Kommentiert gerne hier in den Kommentaren, warum ihr den Film sehen wollt, dann lose ich aus, wer die beiden Karten von mir bekommt.

 

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3 Comments

  1. Weil es eine gute Mischung von Kunst und persönlicher Entwicklungsgeschichte ist. Mehr davon!

  2. So wie du hab ich den Kommentar gelesen – und denke mir dann immer, ist es nicht nur eine persönliche Sicht mit ganz persönlichen Beweggründen, etwas als reißerisch und nicht biographisch korrekt anzuprangern, was man selber seltenst besser geschweige denn überhaupt gedreht/gemalt/geschrieben hätte?
    Ich kenne Gerhard Richter, Freunde von mir waren mit ihm befreundet – aber bin ein Kind des Westens mit ohne Verwandtschaft im Osten – auch das ist ein Grund für mich, die Geschichte selbst sehen zu wollen.

  3. Liebe Anna Sophie, liebe Su, würdet ihr mir eure Adressen an anke(at)vonheyl.de schicken? Dann bekommt jede von euch eine Karte. Sorry, dass ich mich erst jetzt melde, bin gestern erst aus Norwegen zurück gekommen.

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