Foto: (c) Eva Brandecker
Ich bin ja noch meinen Bericht vom Spaziergang mit Eva Brandecker durch den schönen Stadtteil Flingern in Düsseldorf schuldig. Ich muss zugeben: dass mir Düsseldorf so viel Spaß machen kann, das hätte ich nicht gedacht. Schon als ich mich mit dem Navi dem Stadtteil nähere, bin ich angenehm überrascht. Überall herrliche Altbauten und kleine Läden, die mich neugierig machen. Allerdings haben wir uns in Evas tollem Domizil erst einmal eine Runde festgequatscht. Und so ist es dann später Nachmittag als wir zu unserem geplanten Rundgang aufbrechen. Das hat allerdings auch seine Vorteile – die meisten Läden haben zu und ich kann kein Geld ausgeben!
Das erste Objekt, welches mein Interesse weckt, ist ein Büdchen auf dem Lindenplatz. Als erklärter Fan dieser kleinen oft unspektakulären Architekturen bin ich natürlich sofort hellwach, als Eva mir erzählt, dass dieses hier darauf wartet, ein richtig spannendes Kunstprojekt zu werden. Das Zeug dazu hat der zierliche Retrobau auf jeden Fall! Düsseldorf kleinstes Kunsthaus – so nennt es der Verein, der das betreiben will. Dauert aber wohl noch etwas, bis die ersten Ausstellungen organisiert werden. Wir haben noch einige Strassenzüge vor uns und lassen Büdchen erst mal Büdchen sein.
Mit der allgegenwärtigen Vegetarierhochburg sattgrün im Rücken schlendern wir von Schaufenster zu Schaufenster. Sieh einer an. Düsseldorf kann das auch: Aus einer ehemligen Metzgerei etwas Hippes zaubern! Und überhaupt: zu verhungern braucht in diesem Stadtteil keiner. Die Restaurant-Dichte ist bemerkenswert. Viele interessante Konzepte, jedes scheint eine eigene Community zu haben. Wie zum Beispiel das Hüftgold, das ich allerdings heute einmal auslasse. Mich würde auch das französische Ambiente des Le Chat Noir sehr reizen. Für das nächste Mal steht auf jeden Fall ein Restaurant-Besuch an, Eva!!
Richtig begeistert bin ich von der Fassade der ehemaligen Kinderklinik an der Flurstraße. Man hat hier eines der vielen Edel-Sanierungsprojekte umgesetzt und ich kann mir gut vorstellen, dass die Wohnungen im ehemaligen Klinikgebäude der Hammer sind. Überhaupt, wenn man so durch die Straßen streift, dann kann man viel Diskussionsstoff für mehr oder weniger gelungene Altbausanierungen finden. Insgesamt scheint das einstige Arbeiterviertel jedoch den Strukturwandel vieler ähnlicher urbaner Landschaften mitgemacht zu haben. Heute findet man hier Intellektuelle, Künstler und sonstige interessante Menschen! Ich hab auch schon Vergleiche mit Berlin Mitte gehört. Eines ist auf jeden Fall klar, das Viertel hat es mir angetan und mein Düsseldorf-Bild auf jeden Fall positiv beeinflusst.
Foto: (c) Eva Brandecker
Das Treiben durch die Strassen macht richtig Spaß und man merkt, dass Eva sich hier zuhause fühlt. Wir trauen uns in Hinterhöfe, schauen bei der Hexe von Flingern vorbei (ins Atelier wollte ich lieber nicht). Checken einmal kurz die Lage in der schwer angesagten Trinkhalle (da riecht es auch tagsüber äußerst verrucht) und genehmigen uns eine Kugel Eis von der extrem leckeren nordmanns Eisfabrik in der Ackerstraße. So geht richtig entspanntes Flanieren. Zu Essen gibt es dann aber doch noch etwas – nämlich bei AN BÁNH MÌ. Ich genieße eine Art vietnamesisches Sandwich. Unfassbar lecker. Mit Zitronengras gewürzte Hackfleischbällchen zwischen einem richtig krossen Baguette. Ein völlig unerwartetes Geschmackserlebnis. Und es ist äußerst nett, da so locker auf Getränkekisten vor dem Laden zu sitzen und einfach mal den Passanten zuschauen zu können. Nebenbei entspannt zu Plaudern. Es ist ein herrlicher Nachmittag in der für Kölner doch so verbotenen Stadt!!! Alles Quatsch Leute! Düsseldorf ist echt klasse. Aber vielleicht liegt das auch nur an meiner sympathischen Gastgeberin 🙂
Zum Schluss sind wir fast noch auf ein Baumhaus geklettert! Aber das ist eine andere Geschichte! Heute hab ich jedenfalls die alte Legende der Feindschaft zwischen Düsseldorf und Köln widerlegt. Habt ihr auch solche Geschichten? Wo euch Düsseldorfern mal etwas besonders Tolles in Köln aufgefallen ist? Oder weitere Begegnungen von Kölnern in Düsseldorf? Immer her damit!
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