Twitter-Weisheiten

Am vergangenen Mittwoch war ich in Sachen “Twitterimpulse für die Kultur” für die Pausanio-Akademie aktiv. Es war ein anregender Nachmittag (viel zu kurz – wie immer) mit einer sympathischen Runde an Kolleginnen und einem Quoten-Kollegen aus verschiedenen Museen. Danach haben gleich zwei davon einen neuen Twitter-Account anlegt und auch die anderen sind motiviert für ein stärkeres Engagement auf diesem Kanal nach Hause gegangen! Danke! Ich bin immer gerne als Missionarin für mein Lieblings-Netzwerk unterwegs. Und um  ein paar Dinge aus dem Workshop festzuhalten, verblogge ich hier ein paar Weisheiten, die wir unter anderem besprochen haben.

Es geht um Kommunikation. Menschen sprechen mit Menschen.

Bitte nicht vergessen! Wenn man diesen Grundsatz beherzigt, wird man bei Twitter schnell Freunde Follower finden. Mir fallen zu dieser Weisheit auch noch zwei schöne Geschichten ein. Die eine entwirft das Setting einer Party, auf der man mit  angenehmen Smalltalk schnell ins Gespräch kommt. Und die andere ist die oft zitierte Vorstellung von Supermarkt-Kassiererinnen oder Bankangestellten mit Papiertüten auf dem Kopf. Stellt euch das bildlich vor! Und schon werdet ihr die richtigen Entscheidungen für euren Twitter-Auftritt treffen!

Ein Netzwerk besteht aus Knoten und Linien.

Die Knoten stellen wir uns jetzt mal als Influencer vor. Also als Menschen, die gute Multiplikatoren sind und eine entsprechende Reichweite haben. Auf deren Empfehlungen auch gehört wird. Und Linien sind Informationen, Inhalte und Geschichten. Die an manchen Stellen wieder bei den Knoten zusammenlaufen und diese noch dichter werden lassen. Und je nachdem, welche Linien man zieht und an welchen Knoten man sich aufhält, entwickelt sich das, was man auf Twitter zu sehen bekommt. Wenn sich das zu sehr verheddert, kann man mehrere kleinere Netzwerke anlegen. Also Listen aufmachen.

Auf Twitter wird man zur Sprachökonomie erzogen!

Wer je versuchte, komplexe Inhalte auf 140 Zeichen einzudampfen, der weiß, wovon ich spreche. Das ist die beste Schule für zielgerichtetes Schreiben überhaupt. Die hohe Kunst der Ellipse (Auslassung, die aber mitgedacht werden kann) oder noch schöner: die Poesie der Erikative (seufz, bämm, augenroll) gepaart mit Onomatopoetika (hmpf, gnarf, arghh)! Wer sich da eingrooven kann, der fließt geschmeidiger in den Gesprächen mit!

Ein Tweetup bewegt sich zwischen der Couch im heimischen Wohnzimmer und einer Party in angesagter Location.

Wir sprechen hier über soziale Netzwerke. Und dazu gehört auch Socializing – wie es so schön neudeutsch heißt. Sich treffen, zwanglos quatschen, eventuell auch ein Weinchen trinken. Das sind schon wichtige Eckdaten für ein gelungenes Tweetup. Toll, wenn man außerhalb der Öffnungszeiten eine Ausstellung besuchen darf, oder ein Treffen mit der coolen Museumsdirektorin erleben kann. Genauso wichtig ist es aber auch, relevante Inhalte für die Menschen an den Geräten bereitzuhalten. Die dann beim Abendbrot oder auf der Couch mitlesen können. Ich habe schon erlebt, dass dabei Nudeln vor lauter Begeisterung für die getwitterten Inhalte komplett verkocht sind!

Themen und Anlässe gibt es genug.

Klar, das Museum hat einen Schatz an richtig guten Inhalten. Unterhaltet euch im Team darüber, welche Anlässe in nächster Zeit anstehen und postet dann, wenn sich gerade viele Menschen über das gleiche Thema unterhalten. Weihnachten sage ich nur. So billig die Idee auch ist, sie ist einfach unschlagbar. Und je origineller man sich in die allgemeine Stimmung einklinkt (es muss nicht der 1000. Adventskalender sein) – umso besser. Auch die gängigen Museumsaktionen mit ihren vielen Hashtags sind immer ein guter Grund, sich nochmal Gedanken über passende Inhalte zu machen (#askacurartor #Museumweek #museummonday …).

Die besten Tweets schreibt das Leben!

Ich glaube, ich stehe nicht alleine da mit meiner Neugier. Was passiert gerade bei euch im Museum. Wie sieht das aus, wenn ihr hinter der Bühne auf euren Auftritt wartet. Habt ihr etwas Verrücktes auf eurem Weg zur Arbeit erlebt? Worüber grübelt ihr gerade nach? Was liegt euch wirklich am Herzen. Ganz ehrlich: Tweets, die mir einen Einblick in das Leben/Arbeiten/Denken geben, die bringen mich dazu, immer wieder darauf zu achten, was da noch gepostet wird. Da bleibe ich dran. Und engagiere mich auch entsprechend. Retweete und antworte und interagiere und freue mich auf Begegnungen im realen Leben!!

Und ich lege noch diese beiden Leseempfehlungen oben drauf:

Über 140 Zeichen. Autoren geben Einblick in ihre Twitterwerkstatt

All You Tweet Is Love. Tweetups in Kultureinrichtungen.