Texte zur Kunst
9. November 2006
Der Ursprung der Moderne - Teil 2
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts suchten viele Künstler nach Inspiration und Erneuerung vor allem in außereuropäischen Kulturen. Die Möglichkeit, Reisen zu unternehmen, bot ihnen eine ganz unmittelbare Möglichkeit, diese neuen Impulse zu erleben. Es ist spannend, wie unterschiedlich einzelne Künstlerpersönlichkeiten sich dem Neuen näherten und wie auch in diesem Zusammenhang eine gewisse Legendenbildung nicht von der Hand zu weisen ist. Offenbar taten sich die Künstler auch schwer damit, ihre Vorbilder und Einflüsse zuzugeben. Der Vorwurf der intellektuellen Ausbeutung schien ihnen zu gefährlich nahe. In der Tat ist es ja erst seit den späten 90er Jahren des 20. Jahrhunderts so, dass die außereuropäische Kunst auf dem Markt überhaupt wahrgenommen wird.
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2. November 2006
Der Ursprung der Moderne - Teil 1
Nun bist du endlich müde dieser alten Welt,
O Hirte, Eiffelturm. Die Brückenherde blökt an diesem Morgen.
Du hast es satt, im alten Griechenland und Rom zu leben;
Hier riechen selbst die Autos nach Antike
Und nur der Glaube ist noch neu geblieben, denn dieser
Ist so schlicht wie Flugzeugschuppen...
Ist es doch Gott, der freitags stirbt und sonntags aufersteht,
Christus, der besser in den Himmel fährt als jeder Flugzeugführer
Und Höhenweltrekordler ist.
Christus, Pupille des Auges,
Zwanzigste Pupille der Jahrhundert, er weiß genau, wohin es geht.
Und das Jahrhundert wird zum Vogel und klimmt himmelan wie er.
(Guillaume Apollinaire)
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11. Oktober 2006
Cézanne zum 100. Todestag
Er ist der mit den Äpfeln. Ein Maler, der eigentlich Jurist werden sollte und der - stiller als die anderen Revolutionäre - die Entwicklung der modernen Kunst maßgeblich vorangetrieben hat. Seine Farbpalette ist reduziert, seine Malerei in die Fläche gearbeitet und die Motive so unspektakulär wie neu und äußerst ungewöhnlich.
Paul Cézanne starb am 22. Oktober 1906 an einer Lungenentzündung, die er sich zuzog, weil er wie die meisten Impressionisten draussen "plein air" malte.
Eine kleine Bestandsaufnahme der wichtigsten Aspekte cézannscher Malerei zeigt die Bedeutung des französischen Künstlers, der für viele eine Art Übervater der Moderne ist.
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5. Oktober 2006
Van Gogh und die Sache mit dem Ohr
Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an Vincent van Gogh denken? Dass er sich sein Ohr abgeschnitten hat? Damit sind Sie nicht alleine - anscheinend hat sich dieses ungeheuerliche Vorgehen bei einer Großzahl Kunstinteressierter eingeprägt! Van Gogh war ein Genie, denn er revolutionierte die Kunst durch seine leidenschaftliche und expressive Art. Aber wie so oft liegt Genie und Wahnsinn eben doch auch beieinander. Dennoch ist Van Gogh oft missverstanden worden. So wollte er sich zum Beispiel gar nicht umbringen, als er giftige schwefelgelbe Farbe aß! Nein, er war so im Farbrausch, dass er sie sich im wahrsten Sinne des Wortes "einverleiben" wollte!!
Wie aber kam es eigentlich zu dieser doch recht blutigen Tat mit dem Ohr? Was geschah am Vorabend der Ereignisse und wie erging es dem Maler danach??
Folgen Sie mir über Tagebuch- und Briefzitate zu einem kleinen fiktiven Dialog zwischen Paul Gauguin und Van Gogh und erleben Sie die "Chronologie eines frühen Todes".
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Posted by Kulturtussi at 16:30 | Permalink | Comments (5)
29. September 2006
Die Macht der Bilder - René Magritte
Wie magisch angezogen begegnet der Betrachter den Werken von René Magritte. Die Bilder, die aus einer anderen Welt zu stammen scheinen, strömen eine geheimnisvolle Aura aus und faszinieren mit ihrer Feinmalerei. Allzu oft sieht man jedoch nur die "Oberfläche" der magrittschen Kunst, hängt sich seine Bilder als Poster zu dekorativen Zwecken auf und geht der Faszination nicht näher nach.
Was steckt hinter den Bildern? Wie funktionieren sie und auf was nehmen sie Bezug? Wenn man diesen Fragen nachgeht, begibt man sich in eine eigene Welt mit einer eigenen Sprache und begegnet möglicherweise dem eigenen Unterbewusstsein!!
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Posted by Kulturtussi at 12:49 | Permalink | Comments (21)
27. September 2006
Marc Chagall - Leben und Werk
Mark Zakharovich Shagal ist der ursprüngliche Name des als "Marc Chagall" die Kunst des 20. Jahrhunderts bestimmenden Künstlers. Kaum einer, von dem mehr Poster und Ansichtskarten weltweit vertrieben werden oder zu dessen Werken jährlich zahlreiche Exkursionen unternommen werden.

Wer war dieser Chagall und kann man ihn tatsächlich als heiterern Buntmaler sehen oder steckt mehr hinter dem jüdischen Künstler, der viele Bewegungen der Moderne gesehen hat, sich inspirieren ließ jedoch nie für eine konkrete Kunstrichtung einsortierbar war?
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Posted by Kulturtussi at 13:45 | Permalink | Comments (8)
20. September 2006
Anselm Kiefer und die Literatur
Anselm Kiefer:„Elisabeth“
Ein Dialog mit Texten von Paul Celan und anderen Autoren als Beispiel für Kunstvermittlung und Intertextualität

Die Installation "Melancholia" aus dem Jahre 2000
Es gibt Kunst, die sich ohne Wenn und Aber nur aus sich selbst heraus erschließen lässt, die nichts außer sich selbst thematisiert und den Betrachter alleine mit ihrem Sein beschäftigt. Die Identität von Form und Inhalt wird als ungebrochen angesehen. Dagegen steht das Kunstwerk, das nicht für sich alleine genommen werden soll, sondern in den unterschiedlichsten Kontexten gesehen werden muss. Das Bezüge herstellt, die auch und vor allem als Wesen dieses einzelnen Kunstwerkes gesehen werden müssen.
Anselm Kiefers Kunstwerke sind nicht nur Objekte, die jedes von einer ungeheuren materialen Präsenz sein können, sondern sie sind vielmehr Teil eines dichten Geflechtes von Bedeutungen und Verweisen in seinem gesamten bisher geschaffenen Œuvre. Das Arbeiten mit so vielfältigen Bezügen wurde ihm jedoch nicht selten als Oberflächlichkeit und Effekthascherei angekreidet. Hier soll nun einmal der Versuch unternommen werden, durch das unmittelbare Gegenüberstellen von einzelnen relevanten Textpassagen die Wirkung der Bezüge zu testen. So mag dann jeder für sich entscheiden, ob die Dinge, die Kiefer vorstellt, ein ästhetisches Eigenleben entwickeln oder ob sie nur leere, aneinandergefügte Hülsen bleiben.
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6. September 2006
Tiefer hängen! Eine Rezension

In seinem Buch "Tiefer hängen" hat Wolfgang Ullrich den Umgang mit der Kunst pointiert analysiert.Am Anfang steht jedoch eine hübsch erzählte Anekdote, die den kritischen Unterton der nachfolgenden Betrachtungen auf angenehme Weise ‚erdet‘. „Live is great“ ruft da jemand nach dem Besuch eines Kunstmuseums aus und Ullrich hat recht: wenn Kunst solche Reaktionen hervor zu rufen imstande ist, kann noch nicht alles verloren sein. Es führt allerdings direkt ins Thema ein: Erwartungen an den Kunstbetrieb, Aufgaben der Kunst und das sensible Gefüge Kunstszene – Künstler – Rezipient.
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29. August 2006
Robert Rauschenberg und die Beat Generation

Robert Rauschenberg, 1991.
Robert Rauschenberg gilt als einer der Hauptvertreter der amerikanischen Kunst des 20. Jahrhunderts und ist seit den sechziger Jahren ein Superstar der internationalen Kunstszene.Im legendären Black Mountain College lernte Rauschenberg in den fünfziger Jahren mit John Cage (Musiker) und Merce Cunningham (Tänzer, Choreograph) die beiden zentralen Figuren der Avantgarde der 50er Jahre kennen. Sie bildeten die Basis für eine neue Ästhetik, die sich vor allem durch Motive der Spontaneität und des Zufalls auszeichnete und im Folgenden zur Erweiterung des Kunstbegriffs, zu der Erfindung von „Happening“ und „Performance“ führen sollte. Diese Anregungen griff Robert Rauschenberg auf und verschmolz in seinen Arbeiten Malerei mit Skulptur, Fotografie, Theater und Musik. Seine Arbeiten scheinen alles zu verbinden – den Alltag, die Kunst, das Leben – sie sind perfekter Ausdruck des Zeitgefühls jener Generation, zu der auch die Beat-Autoren ihren Beitrag geleistet haben.Mitte der 80er Jahre kam es zu einer direkten Zusammenarbeit von R. Rauschenberg und William S. Burroughs. Rauschenberg schuf Lithographien, in die einzelne Sätze des Dichters mit Prägedruck eingefügt wurden.
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11. August 2006
Josef Haubrich – ein Leben mit der Kunst
„Meine Erfahrung aus 40 Jahren Leben mit der Kunst: Ich habe fast nie bereut, ein Kunstwerk erworben zu haben, aber ich habe manchmal jahrelang bereut, eins nicht erworben zu haben.“

Entspannte Pose: Joseph Haubrich.
Josef Haubrich ist "die" Persönlichkeit der spannenden Nachkriegsjahre in Köln, die vor allem auch durch einen unglaublichen Nachholbedarf an Kunst und Kultur geprägt war. Er gehörte zu der Szene um das Weinhaus Denant und prägt die Kulturlandschaft Kölns nachhaltig.
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7. August 2006
Ewald Mataré – Ein Bildhauer in Köln
Vor etwas mehr als 50 Jahren stellte man in Köln erste Überlegungen für die Errichtung eines beeindruckenden Mahnmals an. Heute noch in Holzkisten verpackt harren sie ihrer neuen Präsentation in restaurierter Umgebung. Die Geschichte der "Trauernden Eltern", heute mit der Kirchenruine St. Alban zu einer bemerkenswerten überzeitlichen Gedenkstätte verbunden, ist eng mit dem Künstler Ewald Mataré verknüpft, über dessen Wirken in der Stadt Köln viele interessante Details zu berichten sind.

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1. August 2006
Architektur der 50er - Wilhelm Riphahn
Die Architektur der Nachkriegszeit bewegte sich zwischen zwei wichtigen Tendenzen: Einmal wurde ganz deutlich der Bezug zur innovativen Baukunst vor dem Krieg - dem Bauhausstil - hergestellt, aber auch die organisch weichen, runden Formen als harmonisierender Gegenpol zu den harten Kriegsjahren wurden immer beliebter. Besonderen Wert legte man auf Details und die Zusammenarbeit mit dem Kunsthandwerk. Die Bauten des Kölner Architekten Wilhelm Riphahn sind herausragende Beispiele dieser 50er-Jahre-Architektur und laden zur Entdeckung dieser interessanten Epoche ein.
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24. Juli 2006
Robert Mapplethorpe - Gekonnter Balanceakt zwischen Klarheit und Sinnlichkeit
Mit seinen homoerotischen Fotografien wirbelte er einigen Staub auf, entfachte im Land der unbegrenzten Möglichkeiten eine heftige Diskussion über das, was in der Kunst erlaubt ist. Der ‚Mapplethorpe-Skandal’ ging durch die Presse und brachte dem Künstler eine enorme Popularität ein. Die Kunstszene hat davon profitiert, denn Robert Mapplethorpe hinterließ weit mehr als ein paar erotische Aufnahmen. Er brachte die Tendenzen der Kunst zur Vollendung, die bei Man Ray und Marcel Duchamp ihren Anfang nahmen und durch Pop Art Künstler wie Warhol, zu dessen Bewunderern sich Mapplethorpe zählte, zum Spiegel der modernen Gesellschaft wurden.
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