Texte zur Kunst
5. Juni 2011
Dante Dali - eine surrealistische Reise
Eine Überarbeitung mit wichtigen Verbesserungen und Ergänzungen verdanke ich Prof. Dr. Wolfgang Everling, der ein weiter unten zitiertes Buch über Dalis Arbeit zu Dantes "Göttlicher Komödie" verfasst und mir zur Verfügung gestellt hat.
Irgendwann zwischen dem 18. Mai und dem 17. Juni 1265 wird Dante Alighieri in eine nach eigenen Angaben adelige Familie hineingeboren. Die Mutter stirbt früh, der Vater folgt ihr bald. Als der junge Dante neun Jahre alt ist, sieht der die um ein Jahr jüngere Beatrice. Sie läuft auf der gegenüberliegenden Straßenseite entlang und trägt ein rotes Kleidchen. Der junge Mann wächst heran, ohne jemals mit Beatrice gesprochen zu haben, verehrt sie aber aus der Ferne umso heftiger. Sogar, dass sie einen anderen Mann heiratet, sieht er tatenlos mit an. Als die Angebetete einen frühen Tod stirbt, widmet Dante ihr LA VITA NUOVA und beschließt dieses Werk mit dem Versprechen «von ihr in einer Weise zu sprechen, wie noch von keiner jemals gesprochen worden ist.»
Am 11. Mai 1904 wird Salvador Felipe Jacinto Dalí i Domènech, späterer Marqués de Púbol, in Figueres, Girona, Katalonien als Sohn eines Notars geboren. Er wird auf den Namen eines neun Monate vorher verstorbenen Bruders getauft und von der Mutter verzärtelt. „Im Alter von sechs Jahren wollte ich Köchin werden. Mit sieben wollte ich Napoleon sein. Und mein Ehrgeiz ist stetig gewachsen.“

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17. Juli 2007
Joan Miró 1893 – 1983
Für die einen ist er der fröhliche Farben-Maler, dessen bunte Motive die Bilderrahmen in Kaufhäusern oder Postershops dekorieren. Man sollte den Leuten, die Miró primär dekorativ verstehen, ihre naive Freude an dieser phantastischen Zeichenwelt nicht nehmen, aber mit dieser vordergründigen Lust allein wird man dem Maler nicht gerecht. Miró ist kein harmloser Künstler, kein schlichter Erzähler skurriler Geschichten in lebhaften Farben und selbsamen Formen.

Die anderen blicken tiefer und sehen in ihm einen Protagonisten der klassischen Moderne.
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25. Mai 2007
Ein Maler ist verloren, wenn er sich findet
Er ist der Hofmaler der Surrealisten. Sein künstlerischer Werdegang ist zu einem nicht unwesentlichen Teil vom Einfluss der Frauen bestimmt und er war ein Wanderer zwischen den Welten. Nicht nur, dass er als erster Künstler überhaupt den Freud las, er erfand zahlreiche bildkünstlerische Techniken, die bis heute die Kunst beeinflussen. Geboren in der Kleinstadt Brühl, die ihm endlich auch ein Museum gewidmet hat, war er Deutscher, Amerikaner und Franzose. Er ist Maler, Bildhauer und Schriftsteller und ein Künstler mit einem Erfindungsreichtum ohne Gleichen. MAX ERNST, Dadamax, der Vogleobre, Loplop!

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12. Februar 2007
Metaphern des Stadtlebens

Filmszene
Auf der gerade stattfindenden Berlinale wird die legendäre Verfilmung des Romans "Berlin Alexanderplatz" in neuem Licht (fast wortwörtlich zu nehmen) gezeigt. Einmal mehr erinnert man sich an den Jahrhundertroman von Döblin, der wie kein anderer das Leben in der Großstadt Berlin aufgezeichnet hat und auch an die ebenfalls geniale Leistung von Fassbinder und seinem Gefolge. Die Menschen in der großen Stadt nach der Jahrhundertwende waren ganz neuen Lebensbedingungen unterworfen, nachdem die industrielle Revolution so richtig anfing zu greifen. Es kristallisierten sich spezifische Verhaltensweisen heraus, schräge Typen, hysterische Begegnungen und vor allem viel Leid nach dem Erlebnis des großen Krieges. Die Künstler saugten dieses neue Leben mit ihren sensiblen Antennen auf. In einer Zusammenfassung überblicken wir noch einmal die entscheidenden Aspekte einer spezifischen Großstadtkunst.
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2. Februar 2007
Großstadtkunst
Im Zusammenhang mit den Kaffeehausszenen ist es von ungeheurer Bedeutung, die Entwicklung des modernen Sujets im Zusammenhang mit einer kulturgeschichtlichen Entwicklung zu sehen, die die Moderne mit der industriellen Revolution verbindet: die Entstehung der Großstadt, derMetropole. Ein Erfahrungsraum, der überhaupt erstmals im 20. Jahrhundert möglich ist und der völlig neue Wahrnehmungen möglich macht. Die Künstler der Moderne haben auf diese Entwicklung reagiert und die neuen Reize in ihre Kunst übernommen. Besonders am Beispiel Berlin zeigt sich der Kreativitätsschub durch das Neue.

Berlin, Alexanderplatz um 1906. Warenhaus (hier Tietz, aus dem Karstadt hervorging) und die Elektrische. Beides unverzichtbare Bestandteile der Moderne!
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16. Januar 2007
Variationen der Kaffeehausthematik - Teil II
Grosz hat in seinen Kaffeehausszenen trotz einer durch Kinderzeichnungen und Kritzeleien an öffentlichen Pissoirs orientierten Einfachheit der Formen großen Wert auf scheinbar unwichtige Einzelheiten gelegt, die er aus seiner konzentrierten Beobachtung der Umwelt entwickelte. „Ich begann damals mit dem einfachen Skizzieren nach der Natur (…) dass heißt, ich machte mir in kleinen Taschenbüchern flüchtige Notizen über gehende Menschen, Zeitungsleser oder Esser im Café und über alle möglichen Dinge, die mich umgaben.“

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10. Januar 2007
Variationen der Kaffeehausthematik - Teil I
Während der Zeit des deutschen Expressionismus entwickelten sich die Kaffeehausszenen zu einem der beliebtesten Sujets der bildenden Kunst. Sie sind im Œuvre einer ganzen Reihe von Künstlern eine zentrale Werkgruppe. Neben einigen wenigen Gemälden sind es vor allem Grafiken, die das Kaffeehausmotiv aufnehmen. Durch die vielen Zeitschriften und Mappenwerke hatte sich die Grafik zu einem Kernstück der expressionistischen Kunst entwickelt. Der durch sie erreichte unmittelbare Ausdruck ließ die grafische Umsetzung für die Darstellung der Kaffeehausszenen besonders geeignet erscheinen und baute gleichzeitig auf dem für diese Szenen häufig betriebenen Skizzieren vor Ort auf.
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5. Januar 2007
Nachtbummler und Intellektuelle im Kaffeehaus
Die Entwicklung der Kaffeehausszenen als Motiv leidenschaftlicher Zustände und aufgewühlter Genies beginnt bei den beiden Urvätern der Ausdruckskunst: Vincent van Gogh und Edvard Munch. Beide haben mit ihren Darstellungen die Kaffeehäuser zu einem Ort der ganz besonderen Art stilisiert.
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28. Dezember 2006
Die Künstler im Kaffeehaus
In den sechziger und siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts hatte Manet die Impressionisten veranlasst, sich in den Kaffeehäusern zu treffen, von denen das „Café Guerbois“ und das „Café del la Nouvelle-Athènes“ zu den beliebtesten Treffpunkten dieses Kreises wurden. Diese Entwicklung blieb kein Einzelfall und man kann in der Folge für fast jede Künstlervereinigung das entsprechende Stammlokal benennen.

Das Berliner Café des Westens
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22. Dezember 2006
Vincent van Gogh
Die meisten Menschen wissen um die dramatischen späten Jahre des Künstlers Vincent Van Gogh. Wie hat sich jedoch der Künstler Vincent entwickelt, welche Stationen seiner Kunst sind wichtig und worin liegt seine außerordentliche Bedeutung für die Kunstgeschichte. Gehen wir doch einmal Schritt für Schritt durch die Welt des Vincent van Gogh und tauchen ein in eine Malerei, die intensiv und authentisch ist und bis heute zum Genialsten zählt, was in der modernen Geschichte der Kunst geschaffen wurde.

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19. Dezember 2006
Impressionistische Kaffeehausszenen
Die Impressionisten sind die ersten Künstler, die sich des Cafés annehmen und es als eigenständiges Bildmotiv etablieren. Mit ihrer Kunst wollen sie Atmosphäre und Augenblicke einfangen und vor allem interessiert sie - inspiriert durch die naturalistische Literatur ihrer Zeit - die Großstadt als Erlebnisraum der Moderne.

Manet zeichnet das Café Guerbois
Das Café spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung dieser Kunstrichtung, die ohne die zahlreichen Diskussionen und hitzigen Gespräche über Kunst, die in den entsprechenden Stammcafés geführt wurden, gar nicht zu denken wäre.
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15. Dezember 2006
Kaffeehausszenen
Nachdem in den 80er Jahren ein rasch voranschreitendes Cafésterben zu verzeichnen war, stellt man doch im Zuge von Starbucks und Co. erfreut fest, dass zumindest die Kultur des Kaffeetrinkens eine neue Mode geworden ist. Auch wenn natürlich der USA-Import trotz gemütlicher Fauteuils nicht an die früheren Kaffeehäuser heranreicht, so haben sie doch zumindest ein neues Verhalten der Großstädter bewirkt. Denn neben dem Kaffee to go (hektisch auf dem Weg zur Arbeit) bleibt man durchaus auch länger sitzen, unterhält sich und nippt am Macchiato. Das Kaffeetrinken in der Öffentlichkeit ist ein ganz spezieller Aspekt des Großstadtlebens, hat eine lange Tradition und vor allem sehr viel Einfluss auf Kunst und Kultur genommen.

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28. November 2006
Der Ursprung der Moderne - Teil 4
Der Einfluß außereuropäischer Kunst auf die Avantgarde in Europa ist nun hinreichend beleuchtet worden. Doch auch in der Neuen Welt gibt es eine Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die eine eigene Identität herauszubilden versucht. Dabei spielen die kulturellen Wurzeln der jeweiligen Ursprungsländer eine wesentliche Rolle. Wo die nordamerikanischen Beiträge rasch in den Kanon der zu beachtenden Kunstströmungen aufgenommen wurde, blieben andere Äußerungen hinten angestellt. Es sollte noch bis in die neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts dauern, bis endlich auch Länder wie Afrika, Südamerika oder Asien ihre Beiträge auch entsprechend gewürdigt bekamen. Uneingedenk der Tatsache, dass der Einfluss dieser ursprünglichen Kreativität vorher schon eine wesentlich Rolle gespielt hat.

Pablo Antonio Cuadra, * 1912 in Managua/Nicaragua
Die Geburt der Sonne
Ich habe neue Welten erfunden. Ich habe erdachte
Nächte erträumt aus unergründlichen Substanzen.
Ich habe strahlende Gestirne erschaffen, unerreichbare
Sterne ganz nah bei blinzelnden Augen. Niemals jedoch
Werde ich jenen ersten Tag wiederholen an dem unsre Väter
Mit ihren Sippen den feuchten Urwald verließen
Und nach Osten sahen. Sie hörten das Brüllen
Des Jaguars. Das Singen der Vögel. Und sie sahen
Einen Menschen der sich erhob dessen Antlitz brannte.
Ein Geschöpf mit funkelndem Antlitz,
dessen glühende Blicke die Sümpfe austrockneten.
Ein Wesen glutvoll und hoch dessen Gesicht brannte.
Dessen Antlitz die Welt erhellte.
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17. November 2006
"... faire du Dali!"

Er fasziniert Massen von pubertierenden Schulklassen in seiner traumwandlerischen Feinmalerei und ist einer der Vorreiter von Performance und Selbstinszenierung in der Kunst. Eigentlich hat er zum Thema Surrealismus nur einen erwärmten zweiten Aufguß zu bieten. Und der ist meist auch von subjektiven Erfahrungen mehr geprägt, als dass er entscheidende überzeitliche Wahrheiten zu erkennen gäbe. Dennoch hat dieser Kunst-Maniac besonder in seiner frühen Phase interessante Bilder geliefert, die vor allem dem interpretationswütigen Kunstliebhaber eine Menge Steilvorlagen liefern. Nehmen wir uns doch die Zeit und erlauben uns einen Blick in die Traumwelt des Salvador Dali.
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14. November 2006
Der Ursprung der Moderne - Teil 3
Wenn einer eine Reise tut, dann hat er viel zu erzählen! Eine kleine Binsenweisheit, die aber für die Entwicklung der Kunstgeschichte von entscheidender Bedeutung sein sollte. Bevor das Sturmgewitter des Ersten Weltkrieges alles aus den Fugen gehoben hat, reisten viele Avantgarde-Künstler in ferne Länder, um sich inspirieren zu lassen. Die Impulse, die sie vor allem von außereuropäischen Kulturen in ihre Kunst einfließen ließen, haben die Malerei des 20. Jahrhunderts entscheidend beeinflußt und die Ästhetik von Form und Farbe unserer Zeit entscheidend mitgeprägt.

Gauguins Haus auf Tahiti
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Posted by Kulturtussi at 15:30 | Permalink | Comments (0)

