Einladung zur Kultur. Das stARTcamp Münster Teil I

Selbstverständlich ging es um digitale Medien und das Web. Aber der eigentliche Reingewinn des stARTcamps in Münster war – wie schon so oft bei den Barcamps aus dem stARTuniversum – das Treffen des eigenen Netzwerkes und das Erweitern desselben um neue spannende Kontakte. Man merkt immer wieder, wie dringend man den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus der Kultur braucht. Besonders, wenn man an der Schnittstelle zur Öffentlichkeit arbeitet. Und zehnmal mehr, wenn man in dem hier noch überhaupt nicht etablierten Bereich der Social Media arbeitet. Einen tollen Job, den ihr da gemacht habt, Michelle, Sarah und Jan! Es hat sich gelohnt, an diesem Strahle-Wochenende nach Münster zu fahren.

Ich will noch einen eigenen Blogbeitrag zu dem “Social Impact Assessment” schreiben, das ich gemeinsam mit Christian Spließ angeboten hatte. Die vielen spannenden Diskussionspunkte müssen unbedingt zum weiteren dran Rumdenken festgehalten werden. Ich hoffe, ich kriege noch alle Details zusammen.

Wenn es ein Verdienst des stARTcamps ist, das Vernetzen und Diskutieren unter den Teilnehmern zu ermöglichen, so war es eine schöne Idee, schon am Vortag des stARTcamps vom LWL-Museum für Kunst und Kultur zu einem Bloggertreffen einzuladen. Michelle van der Veen stellte uns das virtuelle 24/7 Museum vor und dann schloss sich noch eine Begehung des Neubaus an, den das Museum im September eröffnen wird.

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Luftbild des Museums © Foto: Bollmann-Bildkarten-Verlag Braunschweig

Ein toller Neubau, den Staab Architekten da mit dem alten Haus verbunden haben. Zunächst war ich etwas irritiert über den hellen Baukörper. Hatte ich doch Münster innerlich schon mit rotem Klinker assoziiert. Aber natürlich: der neue dynamisch sich quasi zu einem Pfeil verjüngenden Bau verweist direkt auf den Münsteraner St. Paulus-Dom und nimmt dessen helle Sandsteinfassade wieder auf.

Mir hat besonders das einladende Moment der Schaufenster gefallen, die sich um den gesamten Neubau ziehen. Auch eine Freitreppe an der der Innenstadt zugewandten Seite möchte urbanes Leben mit dem Museum verbinden. Und ein schöner Patio ist an sommerlichen Tagen sicher die perfekte Location. Die Münsteraner können sich darauf freuen. Auch auf eine Video-Installation von Pipilotti Rist.

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Vorhof am Domplatz mit Eingang und Spitze mit sechs Meter hohem Einblick © LWL, Foto: Elisabeth Deiters-Keul

Die Idee, dem seit 2000 existenten “Kunstwerk des Monats” einen realen Platz in dem Neubau zu geben, finde ich besonders gelungen. Vielleicht animiert das in Zukunft, einfach nur mal kurz durch das Foyer zu huschen und zu schauen, was es wieder Neues gibt! Sicher nicht die schlechteste Maßnahme zur Öffentlichkeitsarbeit!!

Das Haus ist freundlich und den Menschen, die es besuchen möchten zugewandt! Gebaut wurde es aber auch für die Kunst, die hier gezeigt werden wird. Will heißen: die Innenräume sind mit ihren Ausmaßen exakt auf die Objekte zugeschnitten und es erwartet einen eine spannende Inszenierung in den teils auffällig farbig gestalteten Räumen.

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Blick in die Sammlung: ein barocker Kamin aus einem adligen Haushalt in der Königstraße In Münster © LWL, Foto: Elisabeth Deiters-Keul

Das virtuelle LWL Museum ist da schon etwas schwieriger zugänglich … und ich meine das nicht nur im Hinblick auf die Medienkompetenz, die man mitbringen muss für eine etwas benutzerunfreundliche Steuerung mittels der Tasten W, A, S, D. Die Grafik dieses von einem Universitäts-Seminar erarbeiteten virtuellen Museums verzichtet auf jegliche Emotionalität und haptische Empfindung. Hier und da hat wohl Second Life Pate gestanden – vor allem bei den durch die Gegend huschenden Avataren und der Chat-Funktion.

247museum

Die Ursprungs-Idee des 2009 begonnenen Projektes war, während der Schließung des realen Museums eine Ausweichmöglichkeit vor allem für die Vermittlungsarbeit zu haben. Da der Neubau im September eröffnet, hat sich dieses ja dann bald erledigt. Derzeit ist man wohl in dem Stadium steckengeblieben, an neuen Nutzungsmöglichkeiten weiterzudenken. Nicht zuletzt steht das Entwickler-Team aus Studenten so auch nicht mehr zur Verfügung. Es täte mir leid, wenn das gesamte Unterfangen eingestampft würde. Zumal ich jede Menge Potenzial an den Schnittstellen zwischen analoger und digitaler Kunstvermittlung sehen. Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird!

Puh, jetzt hab ich richtig ein bisschen Blogger-Stress. Will ja den oben angekündigten Beitrag möglichst schnell nachliefern. Aber immer schön eins nach dem anderen. Stay Tuned 😉

 

 

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3 Comments

  1. Liebe Anke,

    prima Beitrag von Dir! Leider konnte ich an dem Wochenende nicht in Münster sein. Ich freue mich schon auf den folgenden Bericht. 🙂
    Bezüglich des virtuellen Museums bin ich auch ein wenig “enttäuscht”, es ist schade, dass man das Projekt nicht weiterentwickelt und aktiv einbindet.
    Umso mehr freue ich mich auf das reale Museum, wenn es im Herbst eröffnet – dann kehre ich als Besucher an meine alte Arbeitsstätte zurück!

    Liebe Grüße
    Wera

  2. Hallo Wera,
    ich hoffe, mein nächster Bericht wird was. Denn es ist verdammt schwer, als Moderator selber noch mal die ganze Diskussion zu rekonstruieren. Hätte ich vielleicht jemanden mit dem Mitschreiben beauftragen sollen 😉
    Die Diskussion ist unglaublich wichtig und es gibt einfach noch zu wenig Austausch darüber.
    Mal schauen, vielleicht kommt das virtuelle Museum ja noch mal zur Geltung irgendwann. Wo ein Wille ist …
    Auf hoffentlich bald mal wieder
    Viele Grüße
    Anke

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