Kultur ist mein Geschäft.

Das Archäologische Museum Hamburg und Tanja Praske haben zur Blogparade #KultBlick aufgerufen. Für die Blogparade fragen sie: “Wie erfährst, siehst und bewertest Du Kultur? Was hast Du vergessen, das dir beim Kulturgenuss plötzlich in den Sinn kommt? Hast Du Kindheitserinnerungen oder besondere Situationen, an die Du plötzlich denken musst, während Du dich auf Kultur einlässt. Gibt es dabei Aha-Erlebnisse, Geistesblitze oder besondere Erkenntnisse für dich? Was empfindest Du, wenn Du dich auf Kultur und Kunst einlässt? Was ist dir dabei wichtig? Gab es jemanden, der deine Neugierde für Kulturelles geweckt hat? Und wie informierst Du dich über Neuigkeiten? Welche Kulturerlebnisse sind dir warum die liebsten? Hast Du besondere Favoriten? Fehlt dir etwas? Gibt es einen Wunsch, den Du schon immer bei Kulturinstitutionen äußern wolltest? Was können Kulturinstitutionen für dich tun, damit Du gerne zu ihnen kommst?” Puh, ganz schön viele Fragen. Und bei keiner reißt es mich so richtig. Kultur ist mein Geschäft. Vielleicht habe ich mich deswegen schwer getan, den richtigen Impuls für die Parade zu bekommen. Kann ein Perspektivwechsel helfen? Ich denke jetzt mal über meine Beziehung zu meinem Beruf nach.

Business as usual?

Alles, nur nicht das. Was für andere eine Freizeitgestaltung oder ein Hobby ist, das ist mein Beruf. Also natürlich nicht direkt. Aber zum Beispiel besuche ich Ausstellungen. Treffe Künstlerinnen und Künstler. Bei mir  wird sogar manchmal ein besonderer Dinner-Abend goutiert. Ich würde das alles auch machen, wenn ich Bankerin geworden wäre (was ich nie sein könnte, weil ich mit Zahlen ein wirkliches Problem habe, aber das steht auf einem anderen Blatt). Aber ich mache das eben beruflich – auch wenn ich manchmal Teilnehmerin und nicht Veranstalterin bin. Ganz sicher erlebe ich Kultur deswegen auch anders. Wird mir manchmal der reine Genuss verleidet? Wenn ich ganz ehrlich bin, kann das passieren. Es ist einfach so,  dass ich Kultur nie ohne Job-Brille genießen kann. Meistens denke ich gleich noch eine Metaebene mit. Analysiere Programme, beurteile Präsentationen. Ganz schlimm wird es, wenn ich mal an Führungen teilnehme. Dann erscheint immer ein Bewertungsbogen vor meinem inneren Auge.

So geht es, wenn ich mich mit Kunst beschäftige. Bei Musik zum Beispiel bin ich in einem völlig anderen Modus. Und das vor allem, weil ich nicht so viel darüber weiß. Neulich in der Oper Wuppertal war ich völlig überwältigt von den schönen Stimmen und der tollen Inszenierung des Rigoletto. Heißt das vielleicht, dass zu viel Wissen, den Kunstgenuss überdeckt? Das frage ich mich wirklich. Oder ist es eine Berufskrankheit der Kulturarbeiter, dass man alles immer kritisch beäugt? Bin ich möglicherweise die Einzige, der es so geht?

Gefühle

Bei der Frage, wie ich Kultur erlebe, gibt es aber auch ein Dilemma. Weil ich zwar auf der einen Seite sehr kritisch sein kann, auf der anderen Seite aber emotional mit der Kultur und somit auch meinem Job verbunden bin. Mich schmerzt es, wenn Kultur nicht ernst genommen wird. Es hat mich zum Beispiel immer schon gestört, dass Kunstgeschichte zu einem der sogenannten “Papageienfächer” (kleine Google-Suche = kein Ergebnis???? Aber den Begriff gibt es doch, oder?) gehören sollte. Mich schmerzt es, wenn es an den Schulen mehr um Mathe und Naturwissenschaften gehen soll und Kultur nicht zur berühmten Daseinsfürsorge zählt. Was zur Folge hat, dass sich Kultur immer hinten anstellen muss.

Ich möchte am liebsten immer und überall die Flagge der Kultur hochhalten. Und dabei auch betonen, dass wir uns nicht gegenseitig das Wasser abgraben, sondern uns stärken in den Bemühungen um die Kultur. Denn – und das quält mich am allermeisten – in der Kulturbranche dominiert das Mangeldenken. Zu wenig Geld, zu wenig Zeit, zu wenig Ressourcen. Das ist nicht schön. Deswegen geht es in der Kultur auch schon mal hoch her. Ob man dann gleich ein Theater besetzen muss? Ich halte das nicht für die beste aller Lösungen.

Zukunft

Ich kann mich für Kunst immer dann besonders begeistern, wenn mit ihr auch gesellschaftliche Phänomene behandelt werden. Ich fühle mich dann in die Gedankenwelt des Künstlers, der Künstlerin hineingezogen. Manchmal hilft es, die Dinge durch die künstlerische Bearbeitung neu zu sehen. Kunst bietet auch Gelegenheiten, sich auszutauschen. Es sind andere Zugänge zur Welt, die mit Kunst ermöglicht werden. Ich würde mir hier noch mehr Offenheit der Museen wünschen, diese Zugänge auch erlebbar zu machen. Dabei gilt es natürlich, das Gleichgewicht zwischen Banalität und Elitärem zu wahren. Es gibt sicher Kunstwerke, die finden den Weg in die Herzen der Menschen schneller als andere. Aber jede Kunst braucht ihren eigenen Zugang. Mich begeistert die Vielfalt der Möglichkeiten. Das Crossover mit unterschiedlichen Sparten, der Dialog der Künste. Mich begeistert es auch, wenn über Kunst im Netz diskutiert wird. Ich gehe aber auch gerne ins Museum und freue mich, wenn ich dort auf tolle Inszenierungen treffe. Wenn mich Zitate an den Wänden dazu anregen, die Kunst mit einem bestimmten Blickwinkel zu betrachten. Das regt meine Gedanken an und ich folge dem roten Faden. Mein #KunstBlick versucht, den immer zu erhaschen.

Ich bin gespannt, wer sich alles an der Blogparade beteiligt. Natürlich erwarten wir neugierig die Blicke von außen. Aber auch die Blicke von Kolleginnen und Kollegen interessieren mich. Es wird spannend, wenn möglichst viel zusammenkommt. In diesem Sinne: blickt mal in euch und macht mit!

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27 Comments

  1. Liebe Anke,

    wunderbar! Merci für deine Gedanken – gerade die Forderung für mehr Kultur in der Gesellschaft einzutreten, ist wichtiger denn je. Irgendwie berührst du dich da mit @fressnet’s satirischer Sicht auf Kultur. Aber auch @mikelbower fragt im 3. Beitrag nach, wie Kulturhäuser nun die Menschen, die vor den Babyboomern in Rente gehen, erreichen können. Kein leichtes Unterfangen und Mangeldenken hilft hier tatsächlich nicht weiter. Aber …

    Das lasse ich mal offen. Ich saß heute auch an meinem #KultBlick – du hast das Rennen gemacht und Michael auch. Gerade bei dem unbedarften Kulturgenuss geht es uns sehr ähnlich. Baue dich da noch ein, da es einfach nur treffend ist.

    Also, nochmals Dankeschön für den Denkanreiz – wünsche mir weiterhin sehr viel davon!

    Herzlich
    Tanja

    • Liebe Tanja,

      es ist prima, wenn Blogparaden so offen gehalten werden, dass jeder seine eigene Perspektive auf das Thema nehmen kann.
      Ich gucke gleich mal rüber, was du veröffentlichst.

      Herzlichst
      Anke

  2. Hallo @kulturtussi:-)

    Was für ein toller Artikel, besonders der Einblick, wie es aussieht oder sich anfühlt, wenn man das, was man auch sonst in der Freizeit machen würde, als Beruf macht.
    Ich musste schmunzeln, dass gewissermaßen eine Agenda im Kopf abgearbeitet wird. Bei mir ist es weniger die Kultur (obwohl da auch Berührungspunkte bestehen) sondern der journalistische Aspekt und in der Kultur tobe ich mich quasi freizeitmäßig und voll entspannt (es sei denn die fotografische Perspektive ist wichtig) aus.

    Interessant auch, dass Tanja diese “geringere” (nicht abwertend gemeint) Unbedarftheit bestätigt. Als Außenstehende verfolge ich ja eure Projekte und die kommen mir locker, gespickt mit der nötigen Seriosität rüber.

    Also danke für diese Gedankengänge.
    Herzliche Grüße
    Katja

  3. Hallo Katja,

    vielen Dank, ich freue mich, wenn mein Beitrag anregt. Zum Schmunzeln, Weiterdenken – was auch immer. Das ist gut! Und ich finde es sehr spannend, wenn wir möglichst viele verschiedene Stimmen aus der Kulturnutzerinnenschaft erhalten. Ich sehe es als absoluten Gewinn, wenn wir alle mehr über Kultur sprechen, uns überlegen, was sie uns bringt. Das liefert auch Argumente!

    Seriös und locker – das ist eine gute Mischung, finde ich. Denn seriös muss nicht bedeuten, dass alles kompliziert und humorlos betrachtet werden muss.

    Liebe Grüße
    Anke

  4. Liebe Anke, liebe Mitlesende,

    “Heißt das vielleicht, dass zu viel Wissen den Kunstgenuss überdeckt?”

    Vielleicht nicht gerade den KunstGENUSS, das Bemerken und Schätzen des Ästhetischen. Aber was, denke ich, auf jeden Fall geschmälert wird, ist der Zugang zu neuen Denkräumen, also im weitesten Sinn die eigene Kreativität im Betrachten. Denn wer immer “das Gleichgewicht zwischen Banalität und Elitärem” wahren möchte, ob Institution oder bewertende Einzelperson egal in welcher Funktion, immer in diesen Definitionen denkt oder qua Beruf denken MUSS, KANN in der Kunstbetrachtung ja gar nicht zu einem rein “persönlichen” Denkraum, einer für ihn oder sie wirklich neuen Erkenntnis kommen, wenn immer alles auch auf das Passen innerhalb des bestimmten Deutungsrahmens hin untersucht wird…

    oder? Bin ich überhaupt verständlich? Denke ich am Thema vorbei? :-/)

    Herzliche Grüße,
    Sabine

  5. Liebe Sabine,

    ja, bei mir ist immer noch etwas im Hinterkopf, das ich mitnehme in diesen Denkraum. Worüber ich jetzt gerade nachdenke: geht es nicht allen so? Jeder bringt etwas anderes mit. Und die Empfindungen und Gedanken vor dem Kunstwerk sind auch immer bestimmt von Erfahrungen und Erwartungen.
    Ich mag das sehr, diese Vielfalt!

    Herzliche Grüße
    Anke

    • Liebe Anke,
      ja, ich glaube auch, dass jede/r was Eigenes mitbringt in die Kunstbetrachtung, oder vielmehr: ich kann es mir gar nicht anders vvorstellen! Das ist ja das Tolle: die Arbeit gibt es nur ein Mal, aber für jeden Betrachter anders und daher so oft neu, wie es Betrachter gibt (oder Rezipienten in einem weiteren Sinn).

      Aber einen gewissen Anspruch an eine wie auch immer geartete “Qualität” – das meinte ich, und das bringen vielleicht eher die berufsmäßig Betrachtenden mit…

      • Liebe Sabine,

        wenn wir Qualität durch Relevanz ersetzen, dann kriegt das noch einmal eine neue Perspektive. Und dann geht es um Kontextualisierung. Alles tangiert auch die Aufgaben der Professionellen in diesem Zusammenhang. Es tut not, sich auch mal mit anderen Blickrichtungen auseinanderzusetzen. Das ist ja das, was mir an so einer Blogparade ausnehmend gut gefällt.

        • “Relevanz” ist aber auch so ein Wort… in meinem Kopf ähnlich schwierig wie “Qualität”.
          Die Worte alleine reichen im Gespräch nicht aus; man müsste sich zuerst über die Definitionen unterhalten. (Eins meiner Lieblingsreibungsthemen: der “Qualitäts”-Begriff in der Kunst 😉 .)

          • Beides Themen, die man mit Inhalt füllen muss. Von links nach rechts drehen und gegen den Strich bürsten. Je mehr man darüber nachdenkt, umso näher kommt man vielleicht dem Kern der Sache!

            In diesem Sinne – herzliche Grüße und wir lesen uns!
            Anke

  6. Liebe Anke,
    besonders das, was Sie in dem Abschnitt „Gefühle“ beschrieben haben, ist für mich sehr verständlich. Vielen Dank für diesen Beitrag/Einblick und dass Sie das Thema der Gefühle hier aufgeführt haben. Wenn Social Media Aktionen dabei helfen noch mehr Menschen in ein Museum zu locken und Auseinandersetzungen mit Kultur zu fördern, dann ist das sehr gut.
    Soziale Medien sehe ich als Werkzeug. Es geht mir nicht darum, ob dieses Werkzeug gebraucht werden soll oder nicht. Ich finde aber, dass mehr und kritischer über die unterschiedliche Art seines Gebrauchs reflektiert werden sollte. Schwer tue ich mich mit ganz konkreten Angeboten oder Aufforderungen, die während eines Museumsbesuchs stattfinden sollen und verhindern können, dass man einem Kunstwerk emotional oder geistig zu nahe kommt.
    Vor ein paar Wochen besuchte ich mal wieder das K21. Dort steht vor oder in fast jedem Künstlerraum ein Mitarbeiter. Es entstanden ungewöhnlich viele Gespräche mit ihnen; darüber wie es ihnen ergeht mit entsprechenden Kunstwerken jeden Tag zu „leben“, wie sich ihre Wahrnehmung verändert und was sie immer noch begeistert. Genau diese Menschen haben den Museumsbesuch zu einer sehr anregenden und intensiven Erfahrung gemacht. Der persönliche, intime Moment zwischen Menschen und Kunst steht für mich immer an erster Stelle. Ich glaube, dass die beste Kunstvermittlung immer noch das persönliche Gespräch ist. Das kann kitschig oder altmodisch klingen, aber birgt für mich das größte Potential. Unterstützt werden kann das natürlich digital – durch Blogs, Videoblogs oder Apps.
    Es gibt aber sehr viele Menschen, die nie oder selten in ein Kunstmuseum gehen und Vorbehalte haben. Hier geht es um tiefe Vertrauensarbeit. Die Kernerfahrung und das Ziel sollte immer ein persönlicher, intimer Augenblick sein, mehr als eine #-Spur. Dass einige Häuser das auch ernsthaft angehen und verbinden wollen, bestreite ich nicht.
    Ich plädiere aber dafür, dass sich Blogger, Kunstvermittler, Kuratoren und Wissenschaftler häufiger zusammensetzen um konkrete Bewertungsmaßstäbe zu erarbeiten, die einzelnen Aktionen genau zu prüfen und differenziert über die Ergebnisse dieses Werkzeugs zu diskutieren. Die Social Media Strategien der Museen sollten transparenter gemacht und genauso kritisch bewertet werden wie ihr Ausstellungsprogramm, ihre Künstler oder ihre wirtschaftlichen Entscheidungen. Ihre Werbe- und Kommunikationsstrategien dürfen da kein Tabuthema sein. Das wird dann sicherlich den Gebrauch des Werkzeugs innovativ verbessern, zum Beispiel auch, wenn es um politisches Engagement geht oder wenn konkrete Hilfsprojekte durch die Sozialen Medien unterstützt werden können.
    Herzliches, Larissa Kikol

    • Liebe Larissa,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Und da bin ich ganz bei Ihnen. Das persönliche Gespräch bringt enormen Gewinn. Wenn man sich gegenseitig austauschen kann über das, was man sieht. Wenn man fragen kann. Oder auch ein bisschen streiten. Das ist toll. Und was Sie vom Museumsbesuch im K21 schreiben, finde ich großartig. Ich fände es großartig, wenn alle Museen solche Gesprächsangebote hätten. Und das Zusammensetzen von Bloggern, Kunstvermittlern, Kuratoren und Wissenschaftlern ist auch eines meiner Lieblingsthemen. Gerade haben wir uns beim #SoMeKulturDrink wieder mit den Kolleginnen und Kollegen der Institutionen aus Köln, Bonn und Düsseldorf getroffen. Leider findet das nur alle drei bis vier Monate statt und man hat immer das Gefühl, es gibt so viel zu besprechen, dass dafür der Abend gar nicht reicht. Hier erlebe ich es als absoluten Gewinn, dass man sich zu bestimmten Themen auch im Netz austauschen kann.

      Ich plädiere immer wieder dafür, dass man das Digitale und die Begegnung im echten Leben nicht gegeneinander ausspielen darf. Und ich bin absolut einverstanden damit, dass man auch über die Strategien und Qualitäten bestimmter Formate bzw. Ansätze diskutieren soll und muss.

      Haben Sie Lust, mal im echten Leben einen Kaffee miteinander zu trinken? Ich würde mich freuen.

      Herzlichst
      Anke von Heyl

  7. Liebe Anke, Ihr Angebot nehme ich gerne an.
    Ich melde mich dann ab jetzt per Email bei Ihnen 😉
    Herzliches, Larissa Kikol

    • Wie schön – mir geht das Herz auf! 🙂
      Ich wünsche ein wunderbares, konstruktives Treffen und möchte Deine Worte von der Vermeidung des Ausspielens der zwei Leben, die gar keine zwei sind, noch einmal unterstreichen, Anke!
      Uns gibt’s nur “real”, aber wir BEWEGEN uns auch virtuell. 🙂

  8. Da Zahlen nicht Sache der Autorin sind, helfe ich gerne mit den Fakten aus.
    Kultur gehört durchaus zur Daseinsfürsorge.
    Der Bund stellt dafür jährlich 800 Millionen € bereit, dazu kommen die Beiträge aus den Ländern.
    Im chronisch bankrotten Berlin sind das z.B. 450 Millionen € jedes Jahr.
    Quelle: offenerhaushalt.de

    • Danke für die Zahlen bzw. die Korrektur. Dann hat sich da wohl etwas geändert in den letzten Jahren. Mein Stand war noch der, dass Kultur eben nicht zur Daseinsfürsorge gehört. Umso besser, sollte sich das geändert haben. Und natürlich wird auch Geld bereitgestellt für die Kultur. (Und ich fange jetzt nicht davon an, wie hoch der Etat des Bundesministeriums für Verteidigung ist).

  9. Liebe Anke,

    ein toller Artikel und klasse Beitrag zu der Blogparade – direkt fangen bei mir auch schon tausend Gedanken und Ideen an herumzuhüpfen. 🙂

    Ich finde deinen Aspekt, dass du Kultur vor allem aus deiner Beruf-Brillen-Perspektive betrachtest sehr spannend. Ich habe beim Lesen gleich nach meiner Brille oder sogar vielmehr Brillen im Plural gefragt, durch die bzw. mit denen ich Kultur erlebe: So kann ich beispielsweise nicht mehr durch eine Ausstellung gehen, ohne auf die Konzeption, die Wegführung, die Farbwahl, die Anbringung, etc. der Objekte zu achten. Auch Themen wie der Umgang mit Migrationsgeschichte und dem Kolonialismus, aber auch die Anwendung bzw. Nicht-Anwendung von digitalen Angeboten zählen zu meinen “Brillen”.
    So wird jeder Besucher, Betrachter von Kultur seine eigene Sicht auf diese haben und entsprechend Schwerpunkte setzen. Das Zusammenbringen dieser verschiedenen Gewichtungen, um auch eigene Perspektivwechsel und -brüche zu erschaffen, bereichert die Kulturvermittlung und würde – so meine Vermutung – ein großes Potenzial für die Kultur bieten, aus dem viel zitierten Elfenbeinturm hinauszukommen und sich anderen Meinungen und Blicken zu öffnen.

    Viele Grüße
    Indira

    • Liebe Indira,

      ich wäre total für so eine Brillen-Vielfalt. Und dass sie auch irgendwo sichtbar würde. Denn jede einzelne Brille liefert wieder neuen Durchblick.

      Ich habe eine Lieblingsmethode aus der kreativen Kunstvermittlung. Die basiert auf den Denkhüten von de Bono. Das macht nämlich auch Sinn, sich selber eine andere Brille aufzusetzen. Und damit ganz anders an die Sache zu gehen. Da gibt es die roten Hüte, die das Emotionale betonen. Oder die Blauen, die das Rationale in den Vordergrund stellen. Jetzt, wo ich so darüber nachdenke, wäre es eigentlich auch lustig, entsprechende Brillen zu haben. Vielleicht bastele ich mir mal welche.

      Liebe Grüße
      Anke

  10. Liebe Anke,
    auch wenn es nun schon einige Tage her ist, wollte ich mich noch einmal ganz herzlich für diesen wunderbaren Artikel zu unserer Blogparade bedanken! Ich bin ganz überwältigt von so vielen persönlichen und facettenreichen #Kultblick Beiträgen! Danke, dass Du uns an deinen Gedanken zu diesem schwierigen Thema teilhaben lässt!
    Viele Grüße aus Hamburg
    Katrin

    • Liebe Katrin,

      ich habe gerne euren Impuls aufgegriffen und mein eigenes Thema daran aufgehangen. So soll es ja auch sein. Und es zeigt sich wieder einmal, dass Blogparaden ganz besonders gut funktionieren, wenn sie so offen wie möglich formuliert sind und jeder sein eigenes Ding daraus machen kann.

      Herzlichst
      Anke

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