Kultur goes Wirtschaft

»Wie profitieren Kultur und Wirtschaft?«
So der Titel einer interessanten Veranstaltung namens KULTURSPONSORINGGIPFEL, der am 2. und 3. November parallel zur Art Cologne stattfinden soll.
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Musentempel lockt Kunden – oder auch nicht?!!
Eine tolle Sache: zwei ganze Tage kann man von Experten hören, wie das geht. Geld verdienen mit Kultur zum Beispiel. Oder Sponsoren am Telefon angeln. Sich als Künstler selbst vermarkten und jede Menge Besucher zu Ausstellungen zu locken.
Eigentlich sinnvoll, neben der Art Cologne so einen engagierten Kultursponsoring-Gipfel zu veranstalten. Mich beschleicht jedoch die Vorstellung, dass alles ein wenig zu “wirtschaftslastig” werden könnte. Denn das ist nicht so einfach, das Vermarkten der Kultur. Denn – und davon bin ich immer noch zutiefst überzeugt – im Kulturbereich herrschen andere Gesetze als in der viel beschworenen freien Wirtschaft. Da muss man immer wieder fragen, ob man den Inhalten gerecht wird. Richtig ist sicherlich, dass sich die Kulturschaffenden mehr am ökonomischen Ablauf orientieren sollten. Doch muss immer genau auf das “WIE” geschaut werden. Bei der Übertragung gängiger Marketingkonzepte auf Kulturprojekte wird das oft nicht getan – ganz nach dem Motto: verkaufen lässt sich alles.
Beim Titel der Veranstaltung hat man aber vielleicht zugunsten der besseren “Schlagwort-Qualität” ein etwas schiefes Deutsch verfolgt: profitieren wovon??? Natürlich voneinander!!!


1davidskulptur.jpgDie ESB Europäische Sponsoring-Börse und die Agentur kunstkommunikation haben in den vergangenen Jahren den Kongress „Kultursponsoring-Gipfel“ als Podium für die professionelle Kultursponsoring-Branche etabliert. Am 2. und 3. November 2006 findet der Kultursponsoring-Gipfel erstmals anlässlich der ART COLOGNE in Köln statt.
Vor dem Kultursponsoring-Gipfel wurden ca. tausend Entscheidungsträger von Unternehmen, die Kultursponsoring betreiben, zur aktuellen Sponsoring-Situation in ihrem Unternehmen befragt. Die Ergebnisse der Befragung werden im Kongress den Praxisbeispielen von namhaften Sponsoren und Institutionen gegenübergestellt. Ziel ist es, die zentrale Plattform für professionelles Kunst und Kultursponsoring in Deutschland zu etablieren, ähnlich dem ISPO Sportsponsoring-Kongress, der ebenfalls von der ESB Europäische Sponsoring-Börse initiiert wurde.
PROGRAMM 2.NOVEMBER DONNERSTAG
09:00 Begrüßung durch Gerard Goodrow, Direktor der art cologne
„Kultursponsoring 2.0 – Profitable Partnerschaften zwischen Wirtschaft und Kultur“
Keine andere Branche nutzt so intensiv Kultursponsoring wie dies die Finanzdienstleister und insbesondere Banken tun. Wo liegen die Ursachen? Wie funktioniert erfolgreiches Kultur-Sponsoring? Welche Zukunftserwartungen bestehen?
Dr. Stefan Shaw, art matters GmbH, München
Kultursponsoring im Zeichen der Banken?!
Die AXA Art Versicherung erhielt in diesem Jahr den Kulturförder-Preis des BDI und wird damit belohnt für die nachhaltige Sponsoring-Strategie. So förderte der AXA Art Research Grant Project in Zusammenarbeit mit dem Vitra Design Museum die Erforschung von Konservierungsmethoden von Plastik-Kunstund Design-Objekten, weiterhin mit der Tate ein Projekt über die Konservierung von modernen Malmaterialien. Darüber hinaus ist die AXA Art Versicherung innerhalb des AXA Konzerns treibende Kraft bei zahlreichen Kunst- und Kulturengagements.
Dr. Heike Kramer, Deutscher Sparkassen und Giroverband, Berlin Michael Münch, Mitglied des Vorstandes, Deutsche Bank Stiftung, Frankfurt Anneliese Gfrerer, Leiterin Public Relations, Bayrische Hypo- und Vereinsbank AG, München
AXA Art Versicherung AG: Kunstsponsoring mit Auszeichnung!
Im Vorfeld des Kultursponsoring-Gipfels anlässlich der ART COLOGNE befragten die Veranstalter 1000 sponsoringtreibende Unternehmen, wie sie die Situation im Sponsoring einschätzen und welche Verbesserungen der Rahmenbedingungen notwendig
sind.
Dr. Ulrich Guntram, Vorstandsvorsitzender AXA Art Versicherung AG, Köln
Was denken Kultursponsoren über die Rahmenbedingungen in Deutschland?
Wieviel Marketing braucht Kultur? Was muss sich ändern, damit Kultursponsoring besser funktioniert? Wie realistisch ist es, Kultur mit Sponsoring zu finanzieren?
Doerthe Ramin, kunstkommunikation , Berlin
Hans-Willy Brockes, ESB Europäische Sponsoring-Börse, St. Gallen
Kultursponsoring: Quo Vadis?
Diskussionsrunde mit
Dr. Ulrich Guntram, Vorstandsvorsitzender AXA Art Versicherung AG, Köln
Werner Raeune, Chefredakteur Kultur des ZDF Landesstudio Düsseldorf, Düsseldorf
Ralph Goertz, Intendant Kammeroper NRW, Krefeld
Kultursponsoring schafft unternehmerische Werte!
Kultursponsoring wirkt nach außen und innen!
Wie die Beiersdorf AG systematisch mit Kultur kommuniziert. Bei der Beiersdorf AG ist das Kultursponsoring aus
„Kultur im Betrieb“ gewachsen und wird konsequent
als Teil der Unternehmenskommunikation genutzt.
Prof. Manuela Rousseau,
Beiersdorf AG, Hamburg
Die Winterthur Versicherung und das Thema Comedy
Statt wahlloser Einzelengagements kommt die echte Wirkung des Sponsorings erst durch Konsequenz in Themenwahl und Kommunikation zustande. Die Winterthur Versicherung hat sich das Thema „Comedy“ ausgewählt und sponsert verschiedenste Veranstaltungen sowie das Casinotheater Winterthur. Der Vortrag zeigt auf, welche Instrumente eingesetzt werden, wie die Wirkung der Sponsoring-Engagements evaluiert und optimiert wird.
Peter Eckenfels, Head of Sponsoring & Events,Winterthur Versicherungen, Winterthur
Mehr Umsatz durch Kultur! Wie Kultursponsoring den Produktabsatz von
Köstritzer-Schwarzbier unterstützt
Nationales Zielgruppenmarketing mit Jazz, Rosenstolz
und Spiegelzelt
Stefan Didt, Marketing Direktor,
Köstritzer-Wernesgrüner Vertriebs GmbH,
Wernesgrün
Brand-building by culture: Corporate Sponsorship at DaimlerChrysler
Das Referat gibt einen Einblick in die Philosophie sowie in die strategischen und konzeptionellen Hintergründe des „Corporate Sponsorship“ der DaimlerChrysler AG. Dr. Astrid Pietig schildert die Kernaufgaben, deren Zielsetzungen und Zielgruppen.
Sie skizziert die Themenfelder, die für die Gesellschaft und den deutsch-amerikanischen Automobilhersteller von Bedeutung sind. Dabei zeigt sie die wichtige Rolle des Kultursponsorings besonders auf. Pietig präsentiert die klar definierten Kriterien für
eine zielgerichtete Auswahl und Umsetzung von Sponsoringprojekten und schildert abschließend beispielhafte Projekte, die die Verantwortung des Unternehmens für die Gesellschaft in den Vordergrund stellen.
Dr. Astrid Pietig, Leiterin Unternehmenssponsoring,DaimlerChrysler AG, Stuttgart
PROGRAMM3.NOVEMBERFREITAG
Kunstmarketing am Beispiel Kunsthalle Bremen
Wie die Kunsthalle Bremen auf kreative und professionelle Art Sonderausstellungen in Kooperation mit Sponsoren umsetzt.
Miriam Höllings,
Marketing Referentin Bremer Kunsthalle, Bremen
Die Sponsoring-Praxis der „Mosel Festwochen“
Hendrik Flügge,
pilot creative concepts GmbH, Hamburg
Neben Bitburger, RWE und Schloss Wachenheim als Premium-Sponsoren, engagieren sich weitere Sponsoren und Medienpartner für das klassische Musikfestival. Mit den Sponsoren wird ein Drittel des Etats bestritten: Der Erfahrungsbericht zeigt auf, wie erfolgreiche Partnerschaften aufgebaut und langfristig kultiviert werden können und ist damit eine Anleitung für Sponsoren und Kulturveranstalter.
Hermann Lewen, Intendant und Geschäftsführer „Mosel Festwochen GmbH“, Bernkastel-Kues
Der Sponsorclub des Saarländischen Staatstheaters – eine private
Initiative von theaterbegeisterten Persönlichkeiten im Saarland
Kurt Josef Schildknecht,
Generalintendant a.D., Saarländisches Staatstheater, Saarbrücken
„Festivalsponsoring“: Vorreiter in Sachen Innovation und Erfolgskontrolle
Kein anderer Kulturbereich erreicht so hohe Media- und Besucherzahlen wie der Rock-/Pop- Bereich. Eine Vielzahl von Sponsoring-Partnern kooperieren mit Festival- und Konzertveranstaltern und fordern zunehmende Professionalität. Der Vortrag zeigt auf, wie erfolgreiches Festival- Sponsoring funktioniert, wie eine Erfolgskontrolle stattfinden sollte und welche innovativen Formen der Sponsoring-Umsetzung aktuell zu beobachten sind.
Oliver Bresch, Marketingleiter INTRO Verlag GmbH & Co. KG, Köln
Lars-Oliver Vogt, Geschäftsführer Sponsor People GmbH, Hamburg
Innovative Sponsor- und Partnersuche bei Public Private Partnership-Modellen
Was sucht Private? Was bietet Public? Partnership als kultureller Gestaltungsrahmen.
RA Johannes Jeep, Rechtsanwaltskanzlei Jeep & Wessel, Berlin
Workshop 1: Die Kunst der Vermarktung
Parallel-Workshop
Kunstmanagement: Wie lernen Künstler die Eigenvermarktung?
Der Workshop gibt Einblick über die Marketing-Instrumente, die Künstler und Kulturmanager heute als Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg benötigen: Präsentationsmappe, Internet-Auftritt, Ausstellungs-Marketing, Vernissage, Presse-
Kontakt und andere.
Tom Grewing, Unternehmensberatung mit Schwerpunkt Kunstmarketing, Berlin
Telefonmarketing für Kultur: Wie funktioniert die richtige Ansprache von Sponsoren am Telefon?
Dr. Frauke Schaefer, Media Agentur Schaefer, Leipzig
Workshop 2: Die Kunst als Kundenbindungs-Event
Parallel-Workshop
„Der Besucher spricht …“
Die Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg befragte Besucher der Ausstellung „Roots//Wurzeln der Menschheit“ nach Wahrnehmung und Akzeptanz von Sponsoren. Die Ergebnisse und die Konsequenzen für das Rheinische LandesMuseum Bonn werden im Workshop dargestellt.
Jens Juszczak, Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, Sankt Augustin
Stefan Krieger, Marketing & Sponsoring, Rheinisches LandesMuseum Bonn, Bonn
„Vernissage sponsored by“
Wie auch mittelständische und kleine Unternehmen Kunst- und Ausstellungsvernissagen als Marketing- und Kundenbindungsplattform nutzen können.
Thomas Querl, Vertriebsdirektor KarstadtQuelle Versicherung AG, Fürth
Workshop 3: Die Kunst der Music- und Festival-Vermarktung
Die systematische Vermarktung von Festivals
Wie findet man Sponsoring-Partner für ein Festival? Wie sollte man an Sponsoren herangehen?
Lars-Oliver Vogt, Geschäftsführer Sponsor People GmbH, Hamburg
16:30 Ende des Kongresses
FAX-ANMELDUNG +41 (0) 71 2237887
2-Tagesticket, 2. und 3. November 2006 Preis: € 430,- zzgl. MwSt.
1-Tagesticket, 2. November 2006 Preis: € 250,- zzgl. MwSt.
1-Tagesticket, 3. November 2006 Preis: € 250,- zzgl. MwSt.

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2 Comments

  1. Diese seminare sind sicher löblich, warum aber diese Eintrittspreise bei dem Thema, das trifft wohl die falsche Zielgruppe. Wie wäre es mit Sponsoren für gerade diese Veranstaltung? Was zahlen die Banken für die Werbeveranstaltung?
    ich bitte darum, die Adressdaten nicht zu Werbezwecken weiterzugeben.Danke.
    C.B.B. aus Aachen

  2. Sehr geehrte Frau Balke-Becker,
    meinen Kollegen und mich freut es natürlich sehr, dass Sie sich mit unserem Kultursponsoring-Gipfel befassen. Ja wieso wohl Eintrittsgelder??? Wir sind zwei Wirtschaftsunternehmen, die – at the end of the day – sehen müssen, dass sich Ausgaben und Einnahmen die Waage halten. Sollten sie mehr in die Schieflage Richtung Verlust tendieren, können wir so eine wertvolle Veranstaltung zukünftig nicht mehr durchführen, da wir den finanziellen Verlust aus eigener Tasche drauf legen. Jeder der bereits als Unternehmer tätig war, wird das gut nachvollziehen können und jeder der einmal Lieferant in der heutigen Zeit ist/war ebenso.
    Um dem geringen Einkommen in der Branche gerecht zu werden, haben wir bereits die Tagesbuchung eingeführt, Studenten gewähren wir 50% Nachlaß bei Vorlage des Studentenausweises.
    Bekanntermaßen ist alles was nichts kostet, nichts wert. In dieser Veranstaltung steckt jede Menge Arbeit unseres Teams und von uns Beiden.
    Nun zum angesprochenen Werbeeffekt für die Banken. Anscheinend haben wir in Deutschland ein heftiges Problem damit, dass sich Firmen in ihrem sozialen, kulturellen etc. Umfeld engagieren. Ohne den Sponsorbeitrag der Deutschen Bank stünde die ART COLOGNE sicherlich auch schlechter da. Über das Sponsorship der UBS über Jahre an der ART BASEL beklagt sich auch niemand, SONDERN man versteht es dort sehr gut und überaus professionel Beides miteinander in Einklang zu bringen. So verhält es sich auch in Köln und Herr Goodrow ist auf einem hervorragenden Weg, noch mehr Potenzial zu fördern.
    Von den Vorreitern des Kulturengagements und dazu zähle ich u.a. die Deutsche Bank AG, Beiersdorf usw. können diejenigen, die sich in den Anfängen des Kultursponsorings befinden, jede Menge lernen, Anfängerfehler vermeiden , sich Impulse geben lassen usw. es kommt eben immer darauf an wie offen man dafür ist. Dieser Gipfel soll auch dazu dienen sich zu informieren, Ideen auszutauschen und zu netzwerken. Das hat in den vergangenen Jahren immer hervorragend geklappt und bereits die ein oder andere Kooperation geschaffen.
    Gern bin ich bereit mich mit Ihnen über Ihr Anliegen, Gedanken usw. persönlich in Köln auszutauschen. Es würde mich sehr freuen, Sie kennen zu lernen.
    Doerthe Ramin

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