Kopenhagen mit Marlene

Ich liebe es, lesend durch anderer Menschen Leben zu surfen. Deswegen folge ich Blogs und freue mich über private Postings in den sozialen Netzwerken. Mich interessiert es, wie andere leben und ich finde Alltagsgeschichten äußerst unterhaltsam!

Deswegen war ich hoch erfreut, als ich von Marlene hörte, dass sie ein Buch über ihre Erfahrungen in Kopenhagen geschrieben hat. Ich kenne sie über den regen Austausch auf Twitter und Facebook. Sie ist aus dem stets wachsenden Netzwerk von Museums-Geeks (hihi, so wird man schon mal freitags gegrüßt). Ich war neugierig auf ihr Leben in der dänischen Hauptstadt. Hier  meine Besprechung des im Herder Verlag erschienen Buches “Ein Jahr in Kopenhagen. Reise in den Alltag” von Marlene Hofmann.

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Ich muss gestehen, es hat mich ein bisschen Überwindung gekostet, ins flüssige Lesen reinzukommen. Denn die Autorin schreibt so, dass man fast das Gefühl hat, in Echtzeit mit dabei zu sein. Da wird man von Betrachtung zu Betrachtung gezogen – ganz so, wie eben im echten Leben. Einmal geht es um die skurrilen Erlebnisse beim Fahrradfahren. Dann wieder um die Selbstzweifel bei der Jobsuche. Und plötzlich nimmt die Geschichte eine ganz andere Wendung – Marlene wird nämlich schwanger.

Als ich mich dann auf den Fluß der Erlebnisse eingelassen hatte, konnte ich das Buch in ein paar Stunden auslesen – ohne ein einziges Mal gelangweilt zu werden.

Ganz besonders gefielen mir als Genuss-Mensch die ausführlichen Beschreibungen kulinarischer Besonderheiten. Klar: Römtömtöm musste auch vorkommen und Marlene beschreibt sehr schön, dass ein Smörebröd in Dänemark keine simple Sache ist. Genauso wenig wie das Essen eines Hotdogs! Essen und die Rituale, die damit verbunden sind, sind beste Gelegenheiten eine Gesellschaft kennenzulernen! Das liest sich in dem Buch sehr gut nachvollziehbar.

Eine meiner Lieblingsstellen in „Ein Jahr Kopenhagen“ ist die Beschreibung des lokalen Friedhofes. Klasse, dass man da sogar mit QR-Codes mehr über die dort begrabenen Berühmtheiten erfährt. Ich mag auch die Vorstellung, dass die Kopenhagener es sich dort mit einem Picknick gut gehen lassen. Noch ein Hinweis mehr auf die von Marlene erwähnte „südländische“ Ader der Hauptstadt-Dänen.

Ich kenne nun „nisse“, den Kobold und erfreue mich an “skidegodt”. Dass der Alltag manchmal quälend sein kann (ein Auto nach Dänemark zu importieren, scheint eine sehr schwierige Kiste zu sein), erfährt man in diesem Buch ebenso en passant wie die Tatsache, dass die übertriebenen Ratschläge für Schwangere (bloß kein Kaffee!!!) in Dänemark mit einem Schulterzucken quittiert werden. Sie sind nicht so ganz einfach zu knacken, die Dänen. Aber wie es scheint, ist die Autorin angekommen und es sieht ganz so aus, als werde sie noch eine Weile bleiben. Ich wünsche ihr noch viele weitere tolle Erfahrungen und grüße herzlich in den Norden! Schön, dass ich so viel von dort erfahren konnte.

Das Buch ist ein vergnügliches Leseerlebnis für alle Skandinavienfans! Ich habe auf jeden Fall Lust bekommen, mal einen Trip nach Kopenhagen zu unternehmen!

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2 Comments

  1. Hallo Anke,
    das ist ja ein toller Start in die Woche, hier deine Gedanken zu meinem Buch zu lesen! Ich hab ja keinen Abstand zu der Geschichte nach all dem Schreiben und Korrektur lesen. Deshalb finde ich es spannend zu lesen, wie die Erzählweise bei dir angekommen ist – auch, dass es erst einmal schwierig war, so in den Alltag reingeschubst zu werden.
    Wenn du mal nach Kopenhagen kommst, solltest du jedenfalls unbedingt ein Smørrebrød in einem Museumscafé essen 🙂

    Viele Grüße & herzlichen Dank für die schöne Rezension!
    Marlene

  2. Hallo Marlene, es war wirklich sehr anregend … Und ich melde mich sicher, wenn Kopenhagen mal auf dem Reiseplan steht.
    Herzliche Grüße
    Anke

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