Köln Kultur
18. Dezember 2006
Neue Vorträge zu den Kölner Museen
Die Freunde des Wallraf-Richartz-Museums und des Museums Ludwig legen das neue Programm für das erste Quartal 2007 vor. Das ist wie gewohnt vielfältig, bedenkt beide Häuser und lohnt sich wirklich. Ausgewiesene Experten kommen eigens nach Köln und sprechen zu Themen, die mit den jeweiligen Sonderausstellungen verknüpft werden. Den Auftakt macht eine Veranstaltung zur Rembrandtnachfolge, aber auch neue Schenkungen an die Museen werden nachhaltig besprochen und erläutert. Durchweg gewinnbringende Veranstaltungen, für die es sich allemal lohnt, die Termine jetzt schonmal einzutragen.

Das Wallraf-Richartz-Museum hat wohl einen der schönsten Vortragssäle Kölns - den Stiftersaal

Die Veranstaltungen im Museum Ludwig finden in der dortigen Cinemathek statt
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8. Dezember 2006
Erotische Welten im Museum
Er schrieb über die Erotismen im alten Rom, schätzte Marquis de Sade und war ein Künstler, der sich auf kein Genre festlegen wollte:der Autor, Philosoph, Übersetzer und in seinen späten Jahren auch bildende Künstler Pierre Klossowski, der ab dem 22. Dezember im Museum Ludwig mit der Ausstellung "Gespräche ohne Worte" präsentiert wird. Pierre Klossowski ist der Sohn eines polnischstämmigen Kunsthistorikers und seine Mutter wurde die letzte Geliebte Rilkes. Derartig vorbelastet bewegte sich der junge Pierre zwischen den späten Surrealisten und einer Intellektuellenszene, die Nietzsche verehrte und den Marquis de Sade als den letzten großen Auflkärer feierten. Als Privatsekretär von Andre Gide tauchte er ab in eine völlig neue Welt der Obzessionen und verarbeitete diese in eigenen literarischen Werken, in denen häufig seine Ehefrau Denise in der Rolle einer gewissen Roberta erotischen Phantasien ausgesetzt ist.

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4. Dezember 2006
Zwei Engländer in Köln
Mit Natalie Bennett und Tony Smith zeigt Martin Turck zwei Liverpooler Künstler, die mit ihren Gemälden, Zeichnungen und Collagen vielfältige Möglichkeiten intellektueller Auseinandersetzung mit Bildräumen bieten. Die Wege der Ideenfindung, Experimentierfreude und handwerkliche Lösungen lassen sich bei beiden Künstlern nachvollziehen und laden ein zur Betrachtung und Versenkung. In der Ehrenfelder Galerie von Turck zeigt sich einmal mehr die fruchtbare Städtepartnerschaft in Sachen Kultur, die zwischen Köln und Liverpool besteht.

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24. November 2006
Bildergeschichten - Schriftsteller sehen Malerei
Auf Initiative des Kölner Literaturhauses wurde ein ehrgeiziges Projekt in Angriff genommen: insgesamt 19 Schriftsteller haben Texte zu ihren Lieblingsbildern aus dem Wallraf-Richartz-Museum entstehen lassen. Ihre persönlichen Einblicke, Gedanken und Assoziationen sollten zu "erzählter Kunst" werden, wie der Werbetext das Hörbuch beschreibt, das in diesem Zusammenhang produziert wurde. Der Text von Jürgen Becker zu Max Liebermanns "Rasenbleiche" und der von Dieter Wellershoff zu James Ensors "Mädchen mit Puppe" sind dieser Tage im Kölner Stadtanzeiger veröffentlicht worden.

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21. November 2006
Punkt, Punkt, Komma, Strich ...
Wer erinnert sich noch an diese einfachste Idee, ein Gesicht zu malen? Kindliche Naivität und Versunkenheit in den kreativen Prozess des Zeichnens klingen in diesem kleinen Reim, der mit "...fertig ist das Mondgesicht" endet. Meine Vorstellung von Paul Klee ist untrennbar mit dieser kindlichen Art verbunden. Vor allem seine zarten Papierarbeiten der dreißiger Jahre zeigen diesen Charme. Fast scheint es, dass der Künstler, je älter er wird (und leider auch kranker), er umsomehr diese ursprünglich-einfache Schaffensfreude erlebt. Nun zeigt uns das Museum Ludwig
ab dem 9. Dezember 2006 bis zum 4. märz 2007 die Vielfalt dieser Periode mit wunderbaren 200 Exponaten aus dem Paul Klee Zentrum
.

Vergesslicher Engel aus dem Jahre 1939
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9. November 2006
Teppichverkäufer der Kunst
Was symbolisiert die fremde Welt arabischer Händler besser als ein Orientteppich. Dabei sind solche kunsthandwerklichen Kleinodien nicht immer dazu angetan, vertrauenserweckenden Verbindungen zwischen den Kulturen und den reinen Kunstgenuss zu entzünden. Was hat das alles mit Kunst zu tun? Nun, der Orientteppich ist praktisch der Hauptdarsteller eines Werkes des israelischen Künstlers Boaz Kaizmann, der bei Konrad Klapheck studierte und von diesem sicher die Inszenierung der "Dinge" gelernt hat.

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27. Oktober 2006
Verborgene Schätze auf der Art Cologne
Am 1. November öffnet eine der größten und international wichtigsten Messen für Kunst des 20. und mittlerweile auch 21. Jahrhundert ihre Pforten. Und: die Art Cologne
wird 40! Ein schönes Jubiläum, das von der KölnMesse mit dezentem Hinweis aber ohne pompöse Übertreibung angemerkt wird. Allerdings hat dieses Jubiläum den Machern der Art Cologne - allen voran Gerard Goodrow als Direktor - mit auf den Weg gegeben, stetig und beflissen an einer Umgestaltung und auch Modernisierung der Messe zu arbeiten. Open Space kam ja im letzten Jahr hinzu und zeigte einige Synergien, indem man einer lockeren Inszenierung der Galerienbeiträge den Vorzug gab und eher auf Kommunikation statt Konkurrenz setzte.
Nun hat man sich in diesem Jahr ein neues Feld erschlossen, dass einen gewissen Kontrapunkt gegenüber den Nachwuchs-Förderkojen und Focussierung auf young and hip setzen soll: HIDDEN TREASURES
Paco Knöller, Yuan X, 2004, Holzschnitt 230 X 110 cm
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23. Oktober 2006
Lange Nacht der Kölner Museen
Wer hats erfunden? Die Kölner nicht unbedingt, aber die Stadtrevue kann nun schon auf eine lange Tradition dieser äußerst erfolgreichen Museumsnacht
zurückblicken. Ursprünglich waren die Berliner auf die Idee gekommen sind, die Museen einmal zu einer ganz überraschenden Zeit zu öffnen und ein spannendes Programm gleich mitzuliefern. Und heute gibt es eigentlich kaum eine Kultursparte, die nicht auch mit einer langen Nacht die Massen mobilisiert. Der Mensch will sich ereignen! Anscheinend besonders gerne in der Nacht!

Alle Kölner Museen
sind dabei - auch die von denen man bisher vielleicht seltener gehört hat. Zum Beispiel das GeoMuseum oder das Museum für verwandte Kunst. Ein unglaublich dichtes Programm bringt so manchen Entscheidungsschwachen ins Schwitzen. Für alle die, die sich nicht schon einen Plan gemacht haben: hier ein paar Tipps und Empfehlungen (zeitliche Überschneidungen konnte ich leider auch nicht ganz vermeiden)
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20. Oktober 2006
Rahmenprogramm "Das achte Feld"
Die Ausstellung "Das achte Feld" wagt sich in manchen Bereichen weit vor in künstlerische Szenen, die noch nicht durch die Kunstgeschichte verarbeitet worden sind. Sicher sind hier begleitende Vorträge und Diskussionen eine Möglichkeit, sich in die jeweiligen Umfelder der Kunstproduktion einzudenken und so möglicherweise zu verstehen, was sonst oftmals nur der Insider erkennen kann.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm lädt die Museumsbesucher immer wieder zu Terminen ins Museum, an denen neben Vorträge und Diskussionen auch ein interessanter Treffpunkt geschaffen wird, bei dem das Gehörte und Gesehene in entspannter Atmosphäre besprechen kann.
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4. Oktober 2006
Blau Weiss
Eine Ausstellung, die farbliche Zusammenstellungen in den Fordergrund stellt. Man hat sofort Assoziationen bei diesem Titel - an Frische, an Wasser und Himmel, vielleicht an Zwiebelmuster. Was mag einen erwarten - vor allem, wenn es sich bei der Künstlerin um eine Bildhauerin handelt. Wie geht eine Bildhauerin mit Farbe um?
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28. September 2006
Kultur goes Wirtschaft
»Wie profitieren Kultur und Wirtschaft?«
So der Titel einer interessanten Veranstaltung namens KULTURSPONSORINGGIPFEL, der am 2. und 3. November parallel zur Art Cologne stattfinden soll.

Musentempel lockt Kunden - oder auch nicht?!!
Eine tolle Sache: zwei ganze Tage kann man von Experten hören, wie das geht. Geld verdienen mit Kultur zum Beispiel. Oder Sponsoren am Telefon angeln. Sich als Künstler selbst vermarkten und jede Menge Besucher zu Ausstellungen zu locken.
Eigentlich sinnvoll, neben der Art Cologne so einen engagierten Kultursponsoring-Gipfel zu veranstalten. Mich beschleicht jedoch die Vorstellung, dass alles ein wenig zu "wirtschaftslastig" werden könnte. Denn das ist nicht so einfach, das Vermarkten der Kultur. Denn - und davon bin ich immer noch zutiefst überzeugt - im Kulturbereich herrschen andere Gesetze als in der viel beschworenen freien Wirtschaft. Da muss man immer wieder fragen, ob man den Inhalten gerecht wird. Richtig ist sicherlich, dass sich die Kulturschaffenden mehr am ökonomischen Ablauf orientieren sollten. Doch muss immer genau auf das "WIE" geschaut werden. Bei der Übertragung gängiger Marketingkonzepte auf Kulturprojekte wird das oft nicht getan - ganz nach dem Motto: verkaufen lässt sich alles.
Beim Titel der Veranstaltung hat man aber vielleicht zugunsten der besseren "Schlagwort-Qualität" ein etwas schiefes Deutsch verfolgt: profitieren wovon??? Natürlich voneinander!!!
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25. September 2006
Grenzen unserer Bilder
Zur Internationalen Photoszene Köln
stellen verschiedene Fotografen im Kulturbunker Mülheim aus, die eine gemeinsame Studienzeit an der Fotoschule Köln vereint: Gangolf Bartz, Edith Buchhalter, Uwe Müller, Ingrid Schreiber, Frank Steinbach, Nicole Wustrack, Damian Zimmermann
Die Ausstellung heißt "Grenzen unserer Bilder - Grenzen unserer Welt"
und zeigt ganz unterschiedliche Positionen zeitgenössischer Fotografie.

Zimmermann stellt die Befindlichkeiten Portraitierter entsprechenden Landschaftsbildern gegenüber
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22. September 2006
Mike Kelley erhält den Hahn-Preis Köln 2006
Wolfgang Hahn war Chef-Restaurator am Wallraf-Richartz-Museum/Museum Ludwig und ebenfalls ein begeisterter und einflußreicher Sammler. Besonders die Kunst der 60er Jahre mit Fluxus und Nouveau Réalisme lag ihm am Herzen und er gehört zu einem der wichtigsten Förderer. Seine Sammlung ist übrigens heute im Museum für moderne Kunst in Wien zu sehen! Der Preis, den die Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig seit 1994 alljährlich vergibt, ist dieser wichtigen Persönlichkeit der Kölner Kunstszene gewidmet. Von Anfang an übrigens als Ankaufspreis bestimmt, der dazu führen sollte, dass die Sammlung des Museums wächst.
In diesem Jahr wurde - unter Hinzuziehung einer Gastkuratorin vom New Yorker Whitney Museum (Donna de Salvo) der Preis dem kalifornischen Künstler Mike Kelley zugesprochen. Angekauft wird sein Bild "Primal Architecture".
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Posted by Kulturtussi at 14:28 | Permalink | Comments (0)
21. September 2006
KunstBewusst
Eine lohnenswerte Vortragsreihe wird seit geraumer Zeit von den Freunden des Wallraf-Richartz-Museums und des Museums Ludwig in Köln organisiert. Namhafte Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler werden eingeladen zu Themen zu sprechen, die mal enger, mal weiter mit den Sammlungsbeständen in Zusammenhang stehen.
Nach den Vorträgen gibt es immer noch eine schöne Gelegenheit bei kleinen Snacks ins Gespräch zu kommen.

Der Stiftersaal des Wallraf-Richartz-Museums - auch ein architektonisches Highlight
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19. September 2006
Wie werden wir morgen leben II

Anscheinend ist dies auch für die Macher von plan 06
die zentrale Frage, denn in vielen Projekten, die bei dieser Kölner Schau gezeigt werden, wird auch in utopischen Entwürfen und Diskursen vorgeführt, wie die Zukunft sein könnte.
Zum inhaltlichen Epizentrum der plan 06 wird das so genannte Belgische Viertel mit seinem trendigen "Hallmackenreuther" - einem Café mit 60er Jahre Charme. Hier zeigt sich, wie eng Lifestyle, Architektur und urbanes Leben (angesagtes Ausgehviertel für Kreative!!) ineinandergreifen.
Besonders erwähnenswert erscheint mir die Plattform für den Nachwuchs, der in einem gesonderten Hochschulforum präsentieren kann, welche Beiträge junge Architekten und Stadtplaner zum Thema liefern.
Das Forum für aktuelle Architektur findet vom 22. bis zum 29. September 2006 in Köln statt und beitet mit insgesamt 100 Terminen an unterschiedlichen Schauplätzen einen umfassenden Beitrag zur Architektur und Stadtplanung der Moderne.
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