Köln Kultur
21. Juni 2007
Hier sind die Künstler ...
warum braucht köln ein neues kreativfestival?
Das ist eine der insgesamt 8 Fragen, die Mitwirkende bei "Rheindesign" zu beantworten hatten. Gestern eröffnete die Show und ich muss gestehen, dass ich mich das ganz kurz nicht nur rhetorisch gefragt habe. Es folgt ein kleiner Erlebnisbericht von einer der unzähligen Vernissagen in Köln:

Detail aus dem wirklich genialen Ausstellungsplakat
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8. Juni 2007
Müngersdorf und die Künstler der Nachkriegsjahre
Der beschauliche kleine Ortsteil von Köln, der heute hier und da noch den Charme eines Dorfes verbreitet, ist in den fünfziger und sechziger Jahren fast so etwas wie eine Künstlerkolonie gewesen. Zahlreiche bildende Künstler wie Gerhard Marcks
und Hildegard Domizlaff
haben sich entschlossen, Arbeiten und Leben an diesem Ort oftmals in modern gestalteten Häusern zu vereinen. Marcks erhielt das Grundstück in Müngersdorf als Bezahlung für seine "Trauernde", die er im Auftrag der Stadt Köln erschaffen hatte und die heute noch das Gedenken an die Gefallenen der Weltkriege vor St. Maria im Kapitol wirkungsvoll in Szene gesetzt ist.

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21. Mai 2007
Die Pop Art Nonne
Sie ließ ihre Studentinnen in T-shirts mit "Jesus liebt dich" Aufdruck durch die Straßen laufen und dabei Schilder mit Cambpells Suppen Reklame hochhalten. Ähnlich provokativ und engagiert war Schwester Corita auch in Sachen Kirchenreform unterwegs. Sie unterrichtet an einem katholischen College in Los Angeles Kunst und ist mit der revolutionären jungen Kunstszene der Stadt enger bekannt (Ed Ruscha verehrt sie und arbeitet nur eine Straßenecke weiter). Eine wirklich interessante Figur der Kunstszene zu Zeiten, als sich alles zu verändern begann. Da aber leider die katholische Kirche sich nicht dazu durchringen konnte, die allseitigen Veränderungen mitzumachen, musste Schwester Corita konsequenter Weise aus ihrem Orden austreten. Das tat sie dann im legendären Jahr 1968. Da war sie aber schon längst ein Geheimtipp der jungen Kunstszene.

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14. Mai 2007
Kunst in schlechten Zeiten
Man kann sich das im übersättigten Kulturbetrieb des Westens ja kaum vorstellen, dass man als Kulturschaffender auf der Abschussliste der Obrigkeit steht. Ja, schon klar. Kleine gemeine Behinderungen und viel Unverständnis gibt es auch hier. Aber dass man so wirklich um seine Existenz kämpfen muss und aktiv an der Ausübung der Kunst gehindert wird, das ist doch wohl eher eine Erinnerung an schlechte Zeiten hier bei uns, oder?
Doch was mich schon vor Jahren beschämt hat, als ich mit russischen Papierarchitekten eine Ausstellung organisieren durfte, ist die Tatsache, dass anscheinend trotz aller Repressalien eine wirklich begeisternde und leidenschaftliche Kunst gemacht wird, die auch gehobenen Qualitätsansprüchen genügt. Die utopischen Entwürfe der Architekten damals, entstanden im "Untergrund" in Moskau unter zum Teil ziemlich miesen Arbeitsbedingungen, hatten einen Zauber an sich, den ich danach sehr selten in Konzepten westlicher Künstler wieder gesehen habe. Möglicherweise ist dies auch das Wesen allen Utopischen.

Im Museum Ludwig kann man nun den russischen Philosophen Michail Ryklin kennen lernen, der mit dem Vortrag : Wem gehört die Sprache der Kunst? Bilder des Glaubens im Zeitalter ihrer Verstaatlichung Einblicke in die aktuelle russischen Intellektuellen-Szene gewährt.
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4. Mai 2007
KLANG DER STILLE
Immer wieder ein gute Idee: die Begegnung von Malerei und Fotografie! Die gegenseitige Befruchtung durch unterschiedliche Sehgewohnheiten bieten dem geneigten Betrachter wunderbare Erfahrungen der sichtbaren Welt. Im schönsten Falle ergeben sich Synergien.
So auch zwischen den Arbeiten von Dan Hepperle
und Jutta Vogel
, die vom 11. Mai an im Kulturbunker in Mülheim zwei Wochen lang ausgestellt werden.

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19. April 2007
Kultur und Wirtschaft mal wieder
Ein weiteres Mal trafen sich heute in Köln Vertreter aus Kultur und Wirtschaft, um über mögliche Synergien und tatsächliche Projekte zu reden. Der Verein Citymarketing hatte zu einem Köln-Empfang eingeladen und sich ehrgeizig hinter dieses Thema gehängt. Auf dem Podium diskutierten unter anderem Andreas Blühm als Direktor des Wallraf-Richartz-Museums und verschiedene Kommunikationsmanager, die nicht müde wurden, zu betonen, dass Wirtschaft ohne Kultur und Kultur ohne Wirtschaft gar nicht existieren könnte.

Andreas Slominski, der auch ein gefundenes Geldstück zum auratischen Kunstwerk zu gestalten weiß, hat sicher seine ganz besondere Weltsicht, in der die Wirtschaft, so wie wir sie sozialökonomisch verstehen, zu einer skurillen Randerscheinung wird.
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16. April 2007
Kennen Sie Haldensleben?
Kennen Sie Haldensleben? Haldensleben
, die familienfreundliche Stadt in Sachsen-Anhalt! Nein? Noch nicht davon gehört? Die haben sogar ein veritables Barockschloss da! Und als Wahrzeichen den reitenden Roland. Putzig, wie der als Comic-Maskottchen dem örtlichen Tourismus-Büro zu Hilfe eilt!!

Was interessiert das denn die Kulturtussi, werden Sie sich jetzt fragen. Nun ja, ab dem 21.4. präsentiert das Museum Ludwig in einem seiner Projekträume die Arbeit von Manfred Pernice, die dieser 2005 unter dem Projektnamen "Haldensleben" anfertigte.
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13. April 2007
Es ist alles Gold...
Ja, der Skulpturenpark Köln ist wirklich Gold wert und die Kölner wissen das gar nicht! Die Iniative des Sammlerehepaares Stoffel, die zu einem wirklich bemerkenswerten Park mit bedeutenden Beispielen zeitgenössischer Skulptur führte, ist den wenigsten bekannt. Jetzt gibt es den Park schon 10 Jahre und mit Skulptur 4 kommen wieder neue Positionen hinzu. Das Konzept ist eine Mischung zwischen temporär ausgestellten Werken, die meist von den entsprechenden Galeristen geliehen werden, und dauerhaft präsentierter Kunst, die angekauft wird. Die Zukunft des Parkes ist noch für einige Jahre gesichert, allerdings plant die Sammlerin Stoffel (ihr Mann verstarb im letzten Jahr) eine Übergabe wichtiger Teile ihrer Sammlung nach München. Da wird sie offensichtlich mit offenen Armen empfangen. Die haben das Gold schon entdeckt!!

James Lee Byars, untitled (Sigmund Freud), 1989
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10. April 2007
KölnShow 2
Unlängst fiel mir der quietschgelbe Katalog der KölnShow von 1990 in die Hände und ich blätterte versonnen darinnen, erstaunt, welche Künstler damals dabei waren und wen man heute noch kennt. Hinter die einzelnen Künstler hatte ich die Preise notiert - auch sicher aus heutiger Sicht eine interessante Dokumentation des Kunstmarktes. Vor diesem Hintergrund ist das Motto der neuen KölnShow "... was einmal über heute gesagt werden wird" sicher ein interessanter Aspekt. Eine Bestandsaufnahme mit dem Wissen darum, dass sich der Markt rasant verändern wird, manche Künstler nach oben spült (und dann wundert man sich in 17 Jahren, wer alles dabei war...) und andere wiederum aussortiert. Eine interessantes Ausstellungsprojekt der European Kunsthalle. Viele der Künstler sind international wichtig und bekannt, aber in Deutschland noch kaum gezeigt worden. Gleichzeitig dient dieses Projekt aber auch der Positionierung der Institution European Kunsthalle.

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20. März 2007
Ausnahmefrau
Eva Hesse war die Pionierin der Materialkunst und liefert mit der Geschichte ihrer Emigration in die USA genug Stoff, um als künstlerischer Mythos in die Geschichte einzugehen. 1936 wurde sie als Tochter eines Staatsanwaltes in Deutschland geboren. Drei Jahre später gelang der Familie die Flucht in die USA, wo Eva Hesse in den sechziger Jahren zum Star der jungen amerikanischen Kunstszene wurde. Zu ihrem Mythos trug auch wesentlich die turbulente Ehe mit dem Künstlerkollegen Tom Doyle und der frühe tragische Tod bei. "Nichts in meinem Leben ist normal. Nichts, nicht mal meine Kunst", sagt Eva Hesse in ihrem letzen Interview, wenige Wochen vor ihrem frühen Tod. "Ich habe als Künstlerin keine Angst. Ich scheue keine Risiken. Ich bin bereit, bis an die Grenze zu gehen."

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15. März 2007
Köln Kultur
Eine wirklich lobenswerte Sache ist die eigens auf der Homepage von KölnTourismus
eingerichtete Seite, auf der auf das Themenjahr "Kunst und Kultur" der Deutschen Tourismuszentrale reagiert wird. Dort
wird vom "Mythos Cologne" gesprochen und ich bin wirklich beeindruckt vom Text, der sich offensichtlich einmal anders als betulich mit der Kölner Kultur beschäftigt. Gut gefallen hat mir vor allem das Thema "Friedhof der Fakten und Garten der Fiktionen", bei dem unter anderem der Kölner Dom als eine Art kulturelles Archiv beschrieben wird.

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1. März 2007
Hier tut sich was
"Das Loch" e.V. und die europäische Kunsthalle waren bislang interessante Initiativen, die sich jedoch eher virtuell bzw. in entsprechend engen Kreisen der Kunstszene verdeutlichten. Doch jetzt - im Jahr von documenta und Skulpturen Projekte Münster - erfolgt ein wahrer Paukenschlag: die erste Ausstellung der europäischen Kunsthalle mit Projekten und Konzepten für ihre Gestaltwerdung zieht sich einmal durch die Kölner Innenstadt. An verschiedenen öffentlichen Plätzen, Institutionen, Geschäften etc. finden sich ab morgen die Ideen verschiedener Künstler ausgestellt, die zeigen, wie eine solche Kunsthalle aussehen könnte. Von sehr realen Vorschlägen zur praktischen Umsetzung bis hin zu Denkmodellen liefern Künstler wie Laurence Weiner, Olaf Nicolai, Eric van Lieshout, Tobias Rehberger sind dabei und vervollständigen einen Reigen von insgesamt 22 Orten (zweimal elf???)

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21. Februar 2007
Kulturkamelle
Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Oder anders: nach Karneval ist vor Karneval. Traditionsgemäß wurde gestern das Motto des nächsten Rosenmontagszugs in Köln bekannt gegeben. Und dieses Motto ist der Grund, warum die Kulturtussi nochmal karnevalstechnisch nachlegen muss:"Jeschenke för Kölle - uns Kulturkamelle". Ja, das freut die Kulturschaffenden unter uns aber außerordentlich, besonders wenn doch auch über das sogenannte Brauchtum hinaus der Blick auf Kultur gerichtet wird. Hatten wir ja in diesem Jahr schon einen überraschend kulturlastigen Prinz (Jacky I. hat freie Malerei studiert und ist Dozent für Restaurierungstechnik), so wird das Thema uns ja noch eine Weile im Kölner Karneval begleiten. Alaaf!

Kulturkamelle?
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8. Februar 2007
Iwo Jima im Museum
Wir schreiben das Jahr 1968. Studentenunruhen, Proteste gegen den Vietnamkrieg, die beginnende Flower Power - wir erinnern uns an die auffälligsten Eckpunkte dieser Epoche. Es ist aber auch die Zeit, in der die Medien erstmals einen ungeheuren Einfluß auf den Alltag nehmen, in der die Manipulation durch Bilder ihren Lauf nimmt. Die Kunst dieser Jahre kann diesen Strömungen gegenüber nicht gleichgültig bleiben und so entstehen Kunstwerke, die sich unmittelbar mit dem Zeitgeschehen auseinandersetzen. Das tragbare "War Memorial" ist so ein Kunstwerk. Ed Kienholz hat es geschaffen. Als Anti-Entwurf für ein Kriegerdenkmal. Dabei überträgt er eines der ersten Pressefotos, das um die Welt ging, in ein sogenanntes "Tableau". Die Errichtung der amerikanischen Flagge auf dem Boden der Pazfifikinsel Iwo Jima. Übrigens wurde dieses Foto später nachgestellt! Aktuell ist dieses Thema durch den Film geworden, mit dem Clint Eastwood sich derzeit einmal mehr um einen Oscar bemüht: "Flags of Our Fathers"

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7. Februar 2007
Utopie in Bergisch Gladbach
Nicht nur in Köln sondern auch im nahegelegenen Umland regt sich eine äußerst aktive Kunstszene. Von wegen - alle wollen nach Berlin!! In einer Ausstellung, die in der Bergisch Gladbacher Volkshochschule gezeigt wird, brachten es die beteiligten Künstler nun fast zu einem Eklat. Ganz in guter alter Beuys Manier!

David und Mike Felten beim Aufbau ihrer Installation "Utopia"
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Posted by Kulturtussi at 11:21 | Permalink | Comments (2)

