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9. Juli 2010, Ausstellungen gucken:
Ein Abend mit Jim Avignon
Mit einem Konzert seiner neuen Band „Anxieteam“ eröffneteJim Avignon gestern Abend seine Ausstellung in der Galerie Schüppenhauer. Die neue Band (parallel zu Neoangin), die laut PR-Text die Leere füllen möchte, die der King of Pop hinterlassen hat, besteht aus Jim und dem Maler-Musiker-Kollegen Jon Burgerman und fühlt sich folgenden Stilrichtungen verpflichtet: Rick Wakeman / New Order / Yazz / Felt / Denim / Pet Shop Boys / Arab Strap / 8bit bEtty / The Proclaimers / Micachu / The Fall / Michael Jackson / Telex / Pulp / Robert Crumb / XOC / Bit Shifter / Boxcutter / Stacka Bo / Dan Deacon / Family Fodder / Ian Dury / Ian Curtis / John Peel / Jeffery Lewis / Aidan Smith / John Cooper Clarke.

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28. Juni 2010, Fundstücke:
Luxus pur: Jacques-Émile Ruhlmann
Mein Text über den exquisiten Möbeldesigner Ruhlmann konnte aus Platzgründen nicht mehr in das ehrgeizige Publikationsprojekt "Moderne Möbel: 150 Jahre Design" von Andrea Melhose und Martin Wellner aufgenommen werden. Somit nutze ich die Gelegenheit, ihn hier nachzureichen und gleichzeitig ein bisschen Werbung für dieses tolle Möbelbuch zu machen. Einen solch schön gestalteten Überblick über 150 Jahre Möbeldesign lohnt es, zu besitzen. Ob als Coffeetable-Book oder als informatives Nachschlagewerk. Ganz nach Ihren Interessen.

Mein Beitrag im Buch: Möbel des Jugendstil
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14. Juni 2010, Gedankensplitter:
Der Charme alternativer Ausstellungsorte
Ich stelle immer wieder fest, dass mich Ausstellungsorte faszinieren, die von sich aus schon eine Geschichte, eine gewisse Aura mitbringen. So wie zum Beispiel ein Hochbunker, in welchem sich unterschiedliche Künstler zu einer Gemeinschaftsausstellung zusammengefunden haben. Besonders überraschend fand ich auch die Begegnung mit Christian Boltanskis "Archives" in einem spießigen Ruhrpott-Wohnzimmer. Während die Gastgeber-Familie ihrem Tagewerk nachging, saß die Gruppe Kunstinteressierter auf der Eckbank und ließ sich von einer erstaunlich gut informierten Freiwilligen die Kunst von Boltanski erklären.

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11. Juni 2010, Ausstellungen gucken:
new talents biennale
In Köln wird es wieder eine schöne neue Tradition geben, denn die new talents biennale findet nach 2008 nun zum zweiten Mal statt. Geballte Nachwuchskraft wird sich der Stadt bemächtigen und quasi als Entschädigung dafür, dass Köln nicht Kulturhauptstadt geworden ist, holt man sich auch noch die Kulturhauptstädte nach Köln. Das Konzept von new talents, übrigens ein Projekt des Kunstraumes Fuhrwerkswaage e.V., ist es, Absolventen von Kunsthochschulen eine Plattform zu bieten. Und mit über 50 Teilnehmern aus insgesamt 9 Hochschulen hat man nun vom 12. bis zum 20. Juni die einmalige Gelegenheit, sich über den künstlerischen Nachwuchs zu informieren.

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7. Juni 2010, Besondere Anlässe:
Louise Bourgeois - Grand Dame der Kunst
“Ich habe das Gefühl, dass mein Leben mich mehr kontrolliert als ich mein Leben. Kann ich nach dieser Wahnsinns-Bemerkung bitte eine Cola haben?”
Zuletzt hat sie die Journalisten, jungen Künstler und interessanten Zeitgenossen nicht mehr sonntags zu solch skurrilen Gesprächen einladen können. Da war sie schon zu schwach. Aber gearbeitet hat sie immer noch. Nun ist Louise Bourgeois am 31. Mai im sagenhaften Alter von 98 in ihrem New Yorker Haus gestorben.

Die Künstlerin fotografiert von Annie Leibovitz, 1997
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22. Mai 2010, Eröffnungsreden:
Die Semantik des Sehens – oder Bilder lügen nicht
Die Künstlerin Petra Weifenbach liefert in ihrem Oeuvre einen ungewöhnlich großen Fundus an bildkünstlerischen Genres, mit denen sich der Betrachter auseinandersetzen darf. Dabei ist das Selbstreferentielle einer nur auf die Machart bezogenen Kunst ihre Sache nicht, wenn sie Fotoarbeiten entwirft, Objekte gestaltet oder sich mit Konzepten für Kunst am Bau beschäftigt, Installationen inszeniert, zeichnet und stickt. Vielmehr teilt die Künstlerin ihren Blick auf die Welt mit dem Betrachter, lässt ihn auf Entdeckungsreise gehen und vermittelt Aha-Erlebnisse – nach der sprachtheoretischen Definition „ein eigenartiges im Denkverlauf auftretendes lustbetontes Erlebnis, das sich bei plötzlicher Einsicht in einen zuerst undurchsichtigen Zusammenhang einstellt.“

modelmodel. Nachinszenierungen von Modefotos. 29 x 2 Laserprints in A3 - A0, 1993-2001
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19. Mai 2010, :
Kunst und Wirtschaft
Die einzig Konstante ist die Veränderung. Mit dieser Erkenntnis startete gestern eine vielversprechende Veranstaltung der IHK Köln zum Thema „Verändern mit Kunst“.
Dr. Ulrich S. Soénius, Geschäftsführer der IHK Köln für Standortpolitik, Verkehr und Unternehmensförderung wollte einmal ausprobieren, was passiert, wenn man Kunstschaffende und Unternehmer zu einem gemeinsamen Workshop einlädt. Und um die 60 Teilnehmer saßen dann auch erwartungsfroh im Börsensaal und lauschten der Einführung durch Dr. Hartmut Neckel von der Firma Scientific Consulting, die den Nachmittag bespielen sollte. Durch eine kurze Befragung, die mit Handzeichen beantwortet wurde, war klar, dass ungefähr die Hälfte der Interessierten aus Kulturschaffenden bestand. Gefühlt vielleicht noch mehr. Unternehmer gab es schon auch einige – wie mir schien jedoch mit einem eher zögerlich-skeptischen Gesichtsausdruck. Doch dazu später mehr.

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16. Mai 2010, Eröffnungsreden:
Dagmar Schmidt - Malerei
„Wir leben in einem Zaubergarten und bemerken es nicht. Farben, die vertrauten und manchmal sogar etwas aufdringlichen Gefährten unseres „grauen“ Alltags, erscheinen uns als etwas so Selbstverständliches, dass wir kaum noch imstande sind, sie in ihrer Fülle und Lebendigkeit wahrzunehmen. Wir verfehlen dadurch die Begegnung mit einer der rätselhaftesten Erscheinungen unserer Welt, die ihr Geheimnis bis heute weigehend bewahrt hat.“
Die Autorin Margarete Bruns hat 1998 ein bemerkenswertes Buch mit dem Titel „Das Rätsel Farbe. Materie und Mythos“ veröffentlicht, in welchem sie nicht nur die physikalischen sondern vor allem auch die psychologischen Aspekte des Rätsels Farbe untersucht hat. Und fast scheint es, als wenn die Bilder von Dagmar Schmidt eine Ahnung von den komplexen Hintergründen und Entstehungsgeschichten der geheimnisvollen Welt der Farben geben und den Betrachter darüber in die besondere Erlebniswelt der Bilder entführen möchten.

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14. Mai 2010, Eröffnungsreden:
Stumme Musik
Andréa Bryan wurde 1966 in die Zeit der Militärdiktatur in Brasilien hineingeboren. Die Tochter einer gut situierten Familie mit europäischen Wurzeln studierte in ihrer Heimatstadt Sao Paulo Philosophie bevor sie 1986 nach Köln übersiedelte. Auch wenn sie mittlerweile seit Jahren in der rheinischen Kunstszene integriert ist, so spielen doch die geistigen Wurzeln ihrer Heimat eine entscheidende Rolle in ihrem künstlerischen Werdegang. Und in der Arbeit, die sie eigens für die Ausstellung in der Musikhochschule Köln geschaffen hat, gilt dies vielleicht mehr als bei allen anderen Arbeiten der Künstlerin.

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10. Mai 2010, Ausstellungen gucken:
Stich um Stich - die Stickbilder von Eva Mols
Auch wenn die Ausstellung im Atelierhaus Mols schon beendet ist, so lohnt sich doch eine kurze Nachbetrachtung der außergewöhnlichen Werke von Eva Mols, der Mutter von Atelierhaus-Betreiberin Helga Mols. Ungewöhnlich die Zusammenkunft von Mutter und Tochter in einer Ausstellung, die zeigt, wie die beiden sich gegenseitig befruchtet haben. Ungewöhnlich und absolut überraschend auch die Stickbilder der 81-jährigen Künstlerin, die sich erst im "Ruhestand" den lang gehegten Traum von der Kunst erfüllte.

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3. Mai 2010, Ausstellungen gucken:
Viva la vida
Vielfältige persönliche Verbindungen haben mich bereits insgesamt sieben Mal nach Mexiko geführt und jedes Mal gehörte ein Besuch in der Casa azul zu einem liebgewonnenen Ritual. Dort in Coyoacan ist der Moloch Mexico City nicht mehr ganz so zu spüren. Vielmehr merkt man diesem Stadtteil die Vergangenheit als Künstlerviertel an und es lohnt auf jeden Fall den Weg dorthin. Auch im Museo der reichen Erbin Dolores Olmedo Patino in Xochimilco kann man auf den Spuren von Frida Kahlo wandern, der außergewöhnlichsten Künstlerin des 20. Jahrhunderts. Und seit dem Wochenende nun sind insgesamt 170 ihrer Werke im Berliner Gropius Bau zu bewundern. Sogar längst verschollene und lange nicht ausgestellte sind darunter.

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22. April 2010, Besondere Anlässe:
25 Jahre Käthe Kollwitz Museum Köln
Mit 60 Zeichnungen aus dem Nachlass von Käthe Kollwitz begann die Geschichte des Museums. Diese erwarb die Kreissparkasse Köln im Jahre 1983, um so zu verhindern, dass die Werke in alle Welt zerstreut werden. Zwei Jahre später wurde zum 40. Todestag der Künstlerin das Käthe Kollwitz Museum Köln gegründet mit dem Ziel, ihr Werk der Öffentlichkeit zu präsentieren. 1989 konnte man ein repräsentatives Museum in der Neumarkt-Passage eröffnen, das bis heute über 500.000 Besucher gesehen haben.

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6. März 2010, Besondere Anlässe:
Foto-Nobelpreis für Sophie Calle
Ich mag Konzeptkunst und so bin ich 2007 auf der Biennale auch ein Fan von Sophie Calle geworden, die gezeigt hat, wie sie das alltägliche Leben zur Kunstperformance werden lassen kann. Ein trivialer Brief durchläuft bei ihr zahlreiche Stationen der Übertragung - sei es als Rezitation, Tanz oder extrovertierter szenischer Interpretation. Auch eine Psychologin und Freundinnen, berühmte Schauspielerinnen - die Reihe ist erstaunlich - geben "ihre" Version des Briefes zum Besten. Der Inhalt des Briefes ist ein typisches Frauenthema: ein Mann macht unter fadenscheinigen Gründen mit der Künstlerin Schluss. Obwohl man nie so wirklich dahinter kommt, wie hoch der Wahrheitsgehalt dieses Schreibens ist, packt einen diese persönliche Perspektive in der Kunst mit erstaunlicher Wucht.

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Posted by Kulturtussi in Besondere Anlässe at 16:19 | Permalink | Comments (2)
16. Februar 2010, Besondere Anlässe:
Storytelling in the street
Heute vor 20 Jahren starb Keith Haring. Er, der mit seinen bunten Männchen die pure Lebenslust von der Straße in die Kunsthallen gebracht hatte, war wie eine Kerze, die an beiden Enden zu brennen schien. Gerade mal 31 Jahre alt starb er an Aids. Er hatte eine beispiellose Karriere vom illegalen Sprayer in der New Yorker U-Bahn bis zum gefeierten Medienstar, der von der Berliner Mauer über Straßenflitzer bis hin zu Prominenten mit seinen archaischen Zeichen bemalte.
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5. Februar 2010, Köln Kultur:
Schauspielhaus Alaaf
Heute gab es eine - zwar verregnete - aber sehr gute und positive Aktion als Signal für die Kultur in dieser Stadt. Mit einem tollen Karnevalswagen - gezogen von den Künstlern dieser Stadt - marschierte eine engagierte Menge vom Kunstverein zum Schauspielhaus. Davor gab es noch eine beeindruckende Rede von Stephan Kraus und den Aufruf an alle Kölner, ihre Unterschrift abzugeben, damit ein Bürgerbegehren durchkommt. Auch die Kulturtussi möchte an dieser Stelle noch einmal einen eindringlichen Appell an alle richten, sich zu beteiligen. Wäre doch mal richtig toll, wenn sowas in Köln klappen könnte. Man kann sich auch berechtigte Hoffnungen machen, dass es vielleicht klappt - wo doch der Karneval und sogar der FC mitmachen ...
Hier einige Impressionen vom Protestzug und der Kundgebung ...
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Posted by Kulturtussi in Köln Kultur at 19:11 | Permalink | Comments (1)
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