Hochzeit

Ich will mit dem gehen,
den ich liebe.
Ich will nicht ausrechnen,
was es kostet.
Ich will nicht nachdenken,
ob es gut ist.
Ich will nicht wissen,
ob er mich liebt.
Ich will mit dem gehen,
den ich liebe.
(Berthold Brecht)
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Hochzeit [mittelhochdeutsch h?chgez?t ›Festzeit‹], das Fest der Eheschließung ist oft auch Anlass zur Porträtmalerei gewesen. Vor allem in mittelalterlichen Zeiten nutzte man die gemalten Bildnisse zur Brautwerbung, indem man einen Boten mit dem Bild zur Auserwählten schicken ließ.
Besonders anläßlich der Eheschließung sind Kunstwerke angefertigt worden. Hier vor allem natürlich auch aus Repräsentationszwecken. So entstand auch das Bild “Die Hochzeit des Giovanni Arnolfini” im Jahre 1434. Es stammt aus der Feder des niederländischen Künstlers Jan van Eyck und befindet sich heute in der Londoner National Gallery. Das Bild ist entsprechend der damaligen Kunstauffassung gespickt mit moralischen Apellen und augentäuschenden Tricks wie z.B. dem Hohlspiegel als künstlerische Meisterleistung im Hintergrund.
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Mich hat aber schon immer ein besonderes Detail in diesem Bild amüsiert: die beiden lapidar am Bildrand abgestellten Trippen, diese Holzschuhe, die man zu damaliger Zeit nutzte, um mit den langen Gewändern besser durch den Dreck zu waten. Die passen so gar nicht ins repräsentative Hochzeitsbild. Mir wird bei Ihrem Anblick warm ums Herz. Sie bedeuten heute für mich “zu hause sein”, es sich bequem machen. Entgegen der stolzen Pose. Allerdings hatten sie damals eine völlig andere Bedeutung, die man mühsam recherchieren muss, da man sie über die Jahrhunderte zu lesen verlernt hat.
Im Alten Testament findet man den Satz “Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe aus von deinen Füßen, denn der Ort, darauf du stehst, ist ein heilig Land” und eine alte Hochzeitssitte besagte, dass ein simpler Dielenboden oder eben auch solche Holzschuhe zu solche heiligen Land werden konnten, auf dem man dann seinen Bund besiegeln konnte.

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