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Fundstücke


10. Juli 2007

Frauen sehen anders und überhaupt

Da haben sich wohl zwei Kolleginnen gedacht, sie machen mal die "Mario Barth Nummer" im Museum. An sich ja ein genialer Gedanke. Ich las davon heute in der Bunten! Immerhin schon etwas, mit einem Kunstbuch in die Klatschspalten der Yellow Press zu gelangen. Obwohl, ich bin ja gerade wegen der oftmals gar nicht so schlechten Infos aus der Kunstszene eine gelegentlich begeisterte Bunte-Leserin (so, hab ich mich da auch mal geoutet). Aber zurück zu den Kolleginnen: Judith Welsch-Körntgen und Ute Scheidler arbeiten beide als Museumspädagoginnen an der Staatsgalerie Stuttgart und haben ein Buch geschrieben: "Frau sieht das, was Mann nicht sieht". Soweit sogut.

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29. Juni 2007

Das Land, wo die Zitronen blühen

1985 kurz vor seinem Tod hatte Joseph Beuys während eines Italienaufenthaltes die berühme "Capri Batterie" geschaffen und daraus entstand ein Multiple aus einer Zitrone und einer gelben Glühbirne. In manchen Präsentationen hat er dieses auf einem Schwefelbett arrangiert. So wurde die Funktion einer tatsächlichen Batterie (mittels Säurereaktionen auf Schwefel) assoziativ genutzt und gleichzeitig die wunderbare Energie der südlichen Sonne Italiens im Kopfkino evoziiert.

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28. Juni 2007

Money, money, money ...

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Es ist mal wieder an der Zeit - nach den Meldungen der letzten Wochen - eine Bestandsaufnahme der teuersten Kunstwerke vorzunehmen, damit man beim nächsten Smalltalk mitreden kann. Man sollte allerdings tunlichst vermeiden, so zu reden: Das Gemälde ist 1,20 mal 2,50 Meter groß und in Jackson Pollocks typischem Dripping- oder Tröpfelstil gehalten. Gelb-, Grau- und Brauntöne dominieren. Auch wenn man es kaum glauben mag: Dieses Bild ist 110 Millionen Euro wert!

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26. Juni 2007

Ganz großes Kino

In den 80er Jahren tauchte er als der gefeierte Star eine neuen Malerei in der New Yorker Kunstszene auf und seine Bilder wurden zu utopischen Preisen gehandelt: Julian Schnabel, der sich mit der zum Teil auch selbstgesteruerten Inszenierung als "Pavarotti" der Kunstszene nicht unbedingt einen Gefallen tat. Allerdings hat er damals wirklich Revolutionäres vollbracht, indem er in der Welt der puren minimal art einbrach wie ein Berserker und plötzlich mit Gefühlen daher kam. Jetzt hat er die Bühne von Lou Reeds "Berlin"-Tour gestaltet. Hier kann man eine fundierte Kritik des wunderbaren Konzertes nachlesen.

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20. Juni 2007

Ab in den Kulturbeutel

Die Sommerferien sind da - hurra! Für alle diejenigen, die nun Zeit und Muße haben, sich auch einmal mit den schönen Dingen des Lebens zu beschäftigen, gibt die Kulturtussi gerne ein paar Geheimtipps preis, die man sich in den sommerlichen Kulturbeutel packen kann. Wussten Sie eigentlich, woher das Wort stammt? Hier kann man einen Erläuterungsversuch nachlesen. Nehmen Sie sich also Zeit für einen Museumsbesuch, im Museum Ludwig beispielsweise, so können Sie sich hier ein besonders schönes Gimmick zur Steigerung des Museumsbesuches abholen: ihren persönlichen Audioguide, den Sie auf Ihren MP3 Player laden können

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15. Juni 2007

Ein Griff ins Klo ...

... wird das Skulpturen Projekt - nun nach 10 Jahren zum dritten Mal im beschaulichen Münster (Fahrrad fahren ist angesagt!!) - bestimmt nicht. Vielmehr wird es zu einem Pilgerort der Kulturtussis und anderer Interessierter.

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11. Juni 2007

Grand Tour

Schon ab dem 16. Jahrhundert gab es die Tendenz zu reisen, um sich zu bilden. Im 17. Jahrhundert war dieses als Abschluß der Erziehung für junge Adelige nahezu ein Muß. Gerne in Begleitung eines älteren Herrn, der als Lehrer und Reiseleiter gleichermaßen für die "Grand Tour" verantwortlich zeichnete. Einer der bekanntesten Bildungsreisenden - natürlich nach Italien, was damals zum absoluten Vorbild aller Kulturbeflissenen geriet - war Goethe, der immer wieder auch aufs Genaueste von den Vorteilen der Bildungsreise geschrieben hat.

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Musste man früher noch mühsam mit bepackten Kutschen und ständigen Achsenbrüchen von Ort zu Ort reisen, so ist das heute im Kultursommer 2007 natürlich einfacher denn je. Venedig, Basel, Kassel und Münster - das ist ja alles ein Katzensprung. Und damit man die moderne Grandtour auch bestens vorbereitet unternehmen kann, hilft eine gemeinsame Plattform dieser vier Kulturereignisse, die auch gleichzeitig die Möglichkeiten der vereinten Marketingstrategien zu nutzen weiß.

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Die Idee ist gut, der Ansatz vielversprechend, auch wenn man sich doch ein bisschen mehr Servicequalität als nur die Zusammenführung verschiedener Buchungsplattformen gewünscht hätte. Aber das Ganze ist sicher ausbaufähig und ich freue mich auch auf meine persönliche Grandtour, von der ich selbstredend berichten werde.

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6. Juni 2007

Bilder vom Schockrocker

Eigentlich ist er mir ja immer eine Spur zu heftig, der schockende Rocker Marilyn Manson. Wobei seine Bezüge zum romantischen Gothik nicht unbedingt die Schlechtesten sind. Ganz erstaunt war ich jedoch, als ich erfuhr, dass der sonst eher wegen strippender Eheweiber in der Yellowpress vertretene Celebrity auch malt! Weniger erstaunt allerdings, als ich einige der Ergebnisse seiner Ausflüge in die bildende Kunst sah. Leichen, Zwitterwesen aus Welten, die von William S. Burroughs beschrieben worden sind und manchmal auch eine Gruselvariante von Alice im Wunderland. Jetzt kommt er bald sogar nach Köln in die Galerie Brigitte Schenk und stellt dort seine "fleurs du mal" aus. Wird sicherlich viel los sein dort, denn der Künstler wird sogar bei der Vernissage anwesend sein. Ich würd aber auch gerne hingehen, um mir die Bilder anzugehen! Echt jetzt!! Eine eigene Galerie hat Manson übrigens letzes Jahr zu Halloween in Hollywood eröffent. Mit dem klingenden Namen "The Celebritarian Corporation Gallery of Fine Art". Dort stellt er ebenfalls seine schräg-schaurigen Bilder aus, die durchaus nicht ohne künstlerische Qualität sind. Übrigens haben mir schon immer eher die morbide-atmosphärischen Kunstwerke gefallen und deswegen bin ich sehr gespannt auf die Ausstellung hier in Köln.


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1. Juni 2007

Traurige Songs

Kora Jünger, Hamburger Künstlerin mit eindeutig amerikanischem Einschlag, findet mit Bleistift und Papier zu Bildern, die den Zustand zwischenmenschlichen Agierens in der heutigen Zeit einzufrieren scheinen. Mit bedrückend traurigen Zeichen, die einen zum Lachen bringen und absurd-pointierten Bilduntertiteln blättert sie ein Agieren von Menschen auf, die allesamt entrückt oder betrunken oder sonst irgendwie irritierend abseits zu sein scheinen. Das Faszinierendste an diesen Zeichnungen, die unter dem Titel "World's Saddest Songs" im Rahmen einer Ausstellung im Leopold Hoesch Museum in Düren präsentiert wurden, ist jedoch der ungeheuer feine Strich und die Spannung zwischen Genauigkeit der Haltungen und Weglassen allen überflüssigen Details. Dadurch wirken die Bilder subtil direkt ins Auge des Betrachters.

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29. Mai 2007

Herrlich unprätentiös

Gern genommen werden Interviews mit dem ultracoolen Professor Dirk Löbbert, der im Doppelpack mit Bruder Maik Kunst im öffentlichen Raum thematisiert. Beide lehren an der Kunsthochschule in Münster in erscheinen bei einem interessanten Videocast-Projekt mehrfach mit ihren Arbeiten. Einfallsreich TV berichtet aus Wuppertal und Wiesbaden und baut so eine ganz individuelle Berichterstattung aus der bunten weiten Welt der Kunst auf, die man ruhig immer mal wieder besuchen sollte.


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25. Mai 2007

Junges Museum

Eine tolle Initiative und im Zeichen von Zeiten, in der Vernetzung alles ist: die jungen Kunstfreunde vereinigen sich in insgesamt 10 deutschen Museen zu einem Netzwerk der besonderen Art und feiern am 1. Juni eine riesige Party. Selbstverständlich nehmen auch die Kölner daran teil, sind sie doch die jungen Kunstfreunde der ersten Stunde. Zunächst aber wird nur im Museum Ludwig gefeiert. Mit einem pfiffigen Programm (das für meine Begriffe ruhig noch ein bisschen pfiffiger sein könnte - Führungen und Frontalgespräche scheinen mir ein wenig altbacken für die junge Klientel!!) wird die erste bundesweite Kunstnacht unter dem Motto "Heimat:Museum" gefeiert. Klasse! Und Heimat kommt anscheinend bei den Jungs und Mädels gut an...

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22. Mai 2007

John Galliano klaut

Aber dafür wurde er jetzt zu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilt.

Sicher gehört Galliano zu den schillerndsten Gestalten des Modezirkus und es ist sicher auch legitim, sich inspirieren zu lassen von zeitgenössischer Kunst. Allerdings scheinen die Anzeigen, die in der Vogue und Elle für den Dior geschaltet wurden, derartig frech Arbeiten des amerikanischen Künstlers William Klein zu kopieren, dass man da ganz zu Recht abmahnen muss. Der Fotograf, Filmemacher und Maler Klein hat vor allem mit sehr provozierenden Modefotos in den späten fünfziger Jahren für Aufregung gesorgt. Er ließ erstmals natürlich lässige Posen in witzigen Alltagssituationen zu und mischte damit die künstliche Modewelt gehörig auf.

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11. Mai 2007

Kleider machen Bilder

Was gibt es malerisch Faszinierenderes als Faltenwürfe und kostbare Stoffe. Schon immer hat mich dieses Detail auf den Bildern alter Meister gefangen genommen. Hier in Köln kann man ja tatsächlich beim Meister des Bartholomäus-Altars die Gewänder des 15. Jahrhunderts fast haptisch fühlen und auf diese Weise eine Reise in die alten Zeiten unternehmen.

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Der holländischer Künstlers Rob de Vry verfolgt mit seinem Projekt "Draperien" diesen Aspekt der Malerei und bietet in seinen Gemälden großformatige Ausschnitte aus berühmten Bildern der Kunstgeschichte. Auch ein interessantes Quiz, nicht wahr? Und die Frage, kann man anhand der Draperien, der Faltenwürfe von Licht und Schatten erkennen, aus welcher Epoche es stammt? Einen Versuch ist es Wert!

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Posted by Kulturtussi at 13:03 | Permalink | Comments (2)

10. Mai 2007

Ordnung ist das halbe Leben!

Ich sehe es gar nicht aus dem Blickwinkel "ordentlicher Schweizer macht mal richtig Reine", sondern ich empfinde die Idee von Ursus Wehrli, die er mit seinem "Kunst aufräumen"-Konzept gehabt hat, vor allem so genial, weil sie hilft, die Kunstwerke genauer zu betrachten und vielleicht auch ohne viel Erklärungen dahinter zu kommen, warum Klee den Einäugigen malt und wieso die Tasse von Meret Oppenheim aus Pelz ist.

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7. Mai 2007

Nackte Haut

Auf seiner Homepage kann man sich registrieren für das nächste Event und es gibt sogar einen Button, mit dem man seine Hautfarbe übermitteln kann. Spencer Tunick, der Fotograf, für den sich gestern 20.000 Mexikaner auf dem Zocalo nackt gemacht haben, ist schon seit Jahren unterwegs und dirigiert Menschen zu solchen Massenszenen. Er arrangiert quasi "Landschaften" mit der nackten Haut und fasziniert ebenso oft, wie er provoziert. Man muss schon weiter zurückgehen, will man nach vergleichbaren Auftritten "nackter Haut" suchen. Spencer Tunicks Geburtsjahr beispielsweise bietet hier sicher genügend Vorbilder aus der Flower-Power-Woodstock-Zeit – oder noch weiter zurück? In die alten Zeiten der Kunstgeschichte?
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Posted by Kulturtussi at 21:12 | Permalink | Comments (0)


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