Das Museum wird sexy!!!

Das achte Feld – Geschlechter, Leben und Begehren in der Bildenden Kunst seit 1960
Es soll eine Ausstellung mit hohem erotischem Reiz werden. Nun denn, das ist doch mal ein Wort. Krankt das Museum doch eher an dem ihm anhaftenden Muff von erzwungenen Schulausflügen.

Eine Ausstellung im Museum Ludwig, die allerdings mit dem etwas sperrigen, weil zu erklärungsbedürftigen Titel “Das achte Feld” daherkommt, will zeigen, wie sich die Kunst mit der Tatsache auseinander setzt, dass sich in den vergangenen 40 Jahren die Geschlechterverhältnisse radikal geändert haben. Und zeigt vornehmlich Werke, die sich mit Themen außerhalb heterosexueller Erlebniswelten beschäftigen.


Für die Nicht-Schachspieler unter den Kulturinteressierten: Wenn der Bauer auf das achte Feld vorrückt, dann kann er sich in eine Dame verwandeln. Dies gibt die Perspektive vor, innerhalb derer sich die Ausstellung bewegt. Die Lust, sich in das andere Geschlecht zu verwandeln wird vor dem Hintergrund der Entwicklung der Kunst seit 1960 zu einem tragenden Thema.
Die Ausstellung wird in neun Abteilungen gegliedert sein: “Selbstvergeweisserung über Zeichen”, “Sexy Machismo”, “Trans- und Intersexualität”, “Wunschwelten”, “Male to Female”, “Freundschaften”, “Außenseitern, Diskriminierung und Aids”, “Porträt und Identität” sowie “Orte des Begehrens”. Eröffnung ist der 18. August und Laufzeit ist bis einschließlich 12. November.

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3 Comments

  1. Nur der Genauigkeit halber muss ich hier als Schachspieler anmerken: Der Bauer kann sich in eine beliebige Figur verwandeln, also auch in einen Turm, einen Läufer oder einen Springer. Man wählt allerdings meist die Dame, da dies die spielstärkste Figur ist – es gibt aber auch Situationen, in denen z.B. ein Läufer vorteilhafter ist. Der Ausstellungstitel krankt ferner ein wenig an der Tatsache, dass es sich nicht um das achte Feld, sondern um die achte Reihe handelt.

  2. Die Ausstellung ist eröffnet und nach einem ersten Rundgang kann ich sagen: sie ist spannender als ich zunächst gedacht habe. Aber eindeutig zu vollgestellt. So gehen die einzelnen Aspekte doch eher unter und man hat das Gefühl, im Bemühen, alles zu zeigen, was es gibt, hat man die Wahrnehmung des Einzelnen verstellt. Man hätte sich mehr Raum für die Werke gewünscht.

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