Besondere Anlässe
3. August 2010
Die Brücke von Arles
Voller Vorfreude auf den bevorstehenden Urlaub in der Provence erinnere ich mich an viele Stunden vor dem Bild "Die Brücke von Arles" im Wallraf-Richartz-Museum. Das kleinformatige Gemälde von Vincent van Gogh ist ein absolutes Highlight in der Sammlung des Kölner Museums. Bereits im Jahre 1911 vom fortschrittlichen Direktor Hagelstange für das Kölner Museum angekauft, ist dies die wahrscheinlich letzte Version von insgesamt vier Darstellungen, die van Gogh zwischen März und Mai 1888 während seines legendären Aufenthaltes in Arles geschaffen hat. Offensichtlich hatte er an diesem Motiv, das ihn an seine holländische Heimat erinnerte, großen Gefallen gefunden.

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7. Juni 2010
Louise Bourgeois - Grand Dame der Kunst
“Ich habe das Gefühl, dass mein Leben mich mehr kontrolliert als ich mein Leben. Kann ich nach dieser Wahnsinns-Bemerkung bitte eine Cola haben?”
Zuletzt hat sie die Journalisten, jungen Künstler und interessanten Zeitgenossen nicht mehr sonntags zu solch skurrilen Gesprächen einladen können. Da war sie schon zu schwach. Aber gearbeitet hat sie immer noch. Nun ist Louise Bourgeois am 31. Mai im sagenhaften Alter von 98 in ihrem New Yorker Haus gestorben.

Die Künstlerin fotografiert von Annie Leibovitz, 1997
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22. April 2010
25 Jahre Käthe Kollwitz Museum Köln
Mit 60 Zeichnungen aus dem Nachlass von Käthe Kollwitz begann die Geschichte des Museums. Diese erwarb die Kreissparkasse Köln im Jahre 1983, um so zu verhindern, dass die Werke in alle Welt zerstreut werden. Zwei Jahre später wurde zum 40. Todestag der Künstlerin das Käthe Kollwitz Museum Köln gegründet mit dem Ziel, ihr Werk der Öffentlichkeit zu präsentieren. 1989 konnte man ein repräsentatives Museum in der Neumarkt-Passage eröffnen, das bis heute über 500.000 Besucher gesehen haben.

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6. März 2010
Foto-Nobelpreis für Sophie Calle
Ich mag Konzeptkunst und so bin ich 2007 auf der Biennale auch ein Fan von Sophie Calle geworden, die gezeigt hat, wie sie das alltägliche Leben zur Kunstperformance werden lassen kann. Ein trivialer Brief durchläuft bei ihr zahlreiche Stationen der Übertragung - sei es als Rezitation, Tanz oder extrovertierter szenischer Interpretation. Auch eine Psychologin und Freundinnen, berühmte Schauspielerinnen - die Reihe ist erstaunlich - geben "ihre" Version des Briefes zum Besten. Der Inhalt des Briefes ist ein typisches Frauenthema: ein Mann macht unter fadenscheinigen Gründen mit der Künstlerin Schluss. Obwohl man nie so wirklich dahinter kommt, wie hoch der Wahrheitsgehalt dieses Schreibens ist, packt einen diese persönliche Perspektive in der Kunst mit erstaunlicher Wucht.

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16. Februar 2010
Storytelling in the street
Heute vor 20 Jahren starb Keith Haring. Er, der mit seinen bunten Männchen die pure Lebenslust von der Straße in die Kunsthallen gebracht hatte, war wie eine Kerze, die an beiden Enden zu brennen schien. Gerade mal 31 Jahre alt starb er an Aids. Er hatte eine beispiellose Karriere vom illegalen Sprayer in der New Yorker U-Bahn bis zum gefeierten Medienstar, der von der Berliner Mauer über Straßenflitzer bis hin zu Prominenten mit seinen archaischen Zeichen bemalte.
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23. Dezember 2009
Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr

Detail aus dem Isenheimer Altar, geschaffen von Matthias Grünewald zwischen 1506 und 1515 für das Antoniterkloster in Isenheim (heute im Musée d'Unterlinden in Colmar).
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22. Dezember 2009
Das bleibt ... das kommt ...
Das alte Jahr neigt sich dem Ende zu und man kann auf eine ganze Menge interessanter Ausstellungen, Theaterstücke und sonstige kulturelle Begegnungen zurückblicken. Auf meiner To-do-Liste stehen zwei Ausstellungen, die bereits begonnen haben und die gegensätzlicher kaum sein könnten: Franz West im Kölner Museum Ludwig und Botticelli im Frankfurter Städel. Die erste Ausstellung werde ich besuchen, weil ich mehr über den sperrigen Österreicher erfahren will und die zweite, weil ich mich an die ersten Seminare meines Studiums erinnern will und einfach nur die Originale mit der Aura der glanzvollen Renaissance-Kunst genießen möchte.

Für das kommende Jahr darf man allerdings extrem gespannt sein auf die Ruhr-Kulturhauptstadt. Die haben sich viel vorgenommen dort. Und am 9. und 10. Januar wird die Eröffnung auf der Zeche Zollverein gefeiert.
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11. Dezember 2009
Richard Wright - Räume zum Träumen
Fast zu schön um wahr zu sein - so kommen einem die Räume vor, die der Glasgower Richard Wright mit seinen Wandgemälden schmückt. Blattgold, höchst aufwendige Verfahren, oftmals mit Assistenten über Wochen angefertigt. Fast scheint es verrückt, dass diese Werke nicht auf Dauer existieren. Es gehört zum Konzept des Künstlers, der jetzt überraschender Weise mit dem Turnerpreis ausgezeichnet worden ist, dass diese Malereien wieder übertüncht werden. Ganz so, wie mit einem nicht realen Traumgebilde.

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2. November 2009
Happy Birthday "Lange Nacht"
Sie wirft ihre Schatten voraus, die - mittlerweile - zehnte Lange Nacht der Kölner Museen.

Ich möchte aus diesem Anlass auch recht herzlich gratulieren zu dieser tollen Leistung. Seit zehn Jahren wird immer wieder ein herausragendes Programm geboten, das die Kunstorte in unnachahmlicher Weise zum Leben bringt. Ich kann mich noch gut an die Anfänge erinnern, als ich in die Planung von Museumsseite eingebunden war und wie skeptisch man doch damals auch gewesen ist. Bierflaschen vor den Bildern war die Horrorvision! Dass es auch anders geht, dass man junges Publikum mit einer gewissen Party-Atmosphäre anziehen und gleichzeitig auf die Kulturvermittlung abzielen kann, das hat die Lange Nacht mit Ihren Organisatoren von der Stadtrevue mehr als bewiesen. Was in diesem Jahr neu und bemerkenswert ist, lesen Sie hier!
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17. Oktober 2008
Lange Nacht der Kölner Museen
Man hat fast den Eindruck, als sei Kunstgenuss bei Nacht nochmal so schön - die Teilnehmerzahlen der Langen Nächte belegen dies. Am 1. November können die Nachtschwärmer wieder einmal durch die einzigartige Museumslandschaft Kölns wandern, sich treiben und anregen lassen. Und in bewährter Manier hat die Stadtrevue ein Top-Programm zusammengestellt, das die Museen vibrieren lässt.

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7. Juli 2008
Google inspiriert
Immer wieder eine nette Überraschung für den Tag, wenn man Google aufruft und die ein neues Gimmick entsprechend einem besonderen Anlass gezeichnet haben. Und heute wurde die Kulturtussi natürlich sofort aufmerksam. Marc Chagall hätte heute seinen 121. Geburtstag. Und das finde ich auch wieder bemerkenswert an der Google-Aktion - nicht nur Jubiläen, die in den einschlägigen Infomedien durchgehechelt werden - nein einfach auch mal einen krummen Geburtstag feiern. Weil sie Marc Chagall gut finden. Weil sie gerne kulturelle Themen zu ihrem Logo sortieren. Das gefällt mir. Und deswegen auch mein Beitrag heute zum guten alten Chagall.

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14. Mai 2008
Robert Rauschenberg gestorben
Er war einer der "Kunstdinosauerier" des 20. Jahrhunderts und so langsam wird dieses Jahrhundert Geschichte mit dem Ableben der wichtigen Protagonisten. Eine beeindruckende Retrospektive im Kölner Museum Ludwig feierte Robert Rauschenberg im Jahre 1998. Dort konnte man ihn als vielschichtigen Künstler kennenlernen, der mehr kann als Pop Art .

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23. Januar 2008
Wer ist eigentlich Julian Schnabel?
Aktuell liest man seinen Namen ja in den Listen der Oscar-Nominierungen und er hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen als Filmregisseur gemacht. Ich erinnere mich noch an die späten 80er Jahre, als er als neuer Wilder der amerikanischen Kunstszene gefeiert wurde. Mir kamen seine Bilder, in denen schon mal gerne Hirschgeweihe und ähnlich schwülstige Elemente auftauchten, hin und wieder einen Tick zu sehr nach Effekten haschend vor. Dennoch konnte man sich ihnen nie ganz entziehen. Ganz in diesem Sinne inszenierte sich Schnabel auch als barock wirkender Künstler-Typ. Nachdem er dann als „Shooting Star“ in der Senke verschwunden war, kam 1996 der wirklich gelungene Film „Basquiat“
, mit dem er sich als Regisseur positionierte. Im letzten Jahr konnte man bei der wunderbaren „Berlin“ Aufführung von Lou Reed sein intelligent auf sinnlich-haptische Reize setzendes Bühnenbild verfolgen. Einen Dokumentarfilm hat er übrigens zu dieser Tour auch gemacht. Nun ist er mit seinem Film „Schmetterling und Taucherglocke“ für den Oscar nominiert.

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21. Dezember 2007
Weltkrieg Zwo - Weihnachtsalbtraum
Heute wäre er 90 Jahre alt geworden - der Kölner Literaturnobelpreisträger und beste Nachkriegsautor überhaupt Heinrich Böll. Der Schriftsteller, der einer der wichtigsten Dichter des 20. Jahrhunderts ist, hat vor allem mit seinen vielen Texten über die Stadt Köln offenbart, wie sehr er diese liebte und gleichzeitig hasste. Er mochte die Türme des Kölner Doms beispielsweise nicht, weil er fand, dass sie zu sehr Preußens Gloria demonstrierten. Und mir ist er mit seiner speziellen Sicht auf Weihnachten besonders im Gedächtnis und jetzt zu dieser Zeit denke ich hin und wieder an seine bedrückende Schilderung von Weihnachten 1946, kurz nach dem Ende der Bombenangriffe, die die Stadt bis zu 90 Prozent zerstörten. Er beschrieb eine unwirkliche Stille und den Geruch und Geschmack von Staub in der Luft so eindringlich, dass ich jedesmal, wenn ich diese Textstelle lese, unweigerlich Durst bekomme. Aber auch ein anderer Weihnachtstext ist unverzichtbar für all diejenigen, die dem süßen Gedudel zur Weihnachtszeit etwas entgegen setzen wollen.

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20. November 2007
Paula Modersohn-Becker
Wir gedenken heute einer der wohl wichtigsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts, die als Vorhut der Avantgarde die Männer in ihrer Zeit überflügelte. Sie entwickelte - an Vorbildern wie Cézanne und Gauguin geschult - eine starke Ausdruckskunst, die sie mit erdverbundenen Tönen gestaltete. In einer Zeit, in der es für Frauen durchaus unüblich war, sich einer Künstlerlaufbahn zuzuwenden, ließ sie sich nicht beirren und verfolgte diesen Weg. Ihr Mann, Otto Modersohn war übrigens einer der wenigen, der an sie glaubte. Immer wieder ließ er sie nach Paris
ziehen, wo sie sich weiter entwickeln wollte und die großen Vorbilder studierte. Allerdings immer hin und her gerissen zwischen der Kunst und dem Gefühl, wieder nach Hause zu müssen. Otto holte sie von ihrem letzten Parisaufenthalt wieder heim in die Künstlerkolonie. Ein halbes Jahr später war sie schwanger. In ihrer Ehefrauenrolle sah sie dies auch als Erfüllung ihrer Träume. Tragisch ist, dass sie nicht mehr beweisen durfte, dass sich Muttersein und künstlerische Entwicklung nicht widersprechen müssen. Vor hundert Jahren starb Paula Modersohn-Becker an einer Embolie, nachdem sie drei Wochen zuvor Mutter einer Tochter geworden war.

Selbstbildnis, 1906
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