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Ausstellungen gucken


28. Dezember 2007

Rückblick 2007 - Was war mit der Grand Tour?

Leider habe ich sie nicht ganz geschafft, die Grand Tour 2007. Wobei es mich schon besonders ärgert, dass ich nicht nach Münster gefahren bin. Oft liegt das Gute doch so nah. Und wie mir Freunde berichteten, eine schöne Ausstellung. Nach Basel zu fahren, hatte ich sowieso nicht vor. Dafür bereue ich es durchaus, nach Kassel gefahren zu sein. Bei all meinen insgesamt 5 Documenten war diese die mit Abstand enttäuschendste. Den krönenden Abschluss lieferte jedoch der Besuch der Biennale, die zugleich auch noch mit ein paar reizenden Tagen Hochzeitsreise einen fantastischen Höhepunkt des Kunstjahres geboten hat.

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14. Dezember 2007

Mondrian kennt jeder

Piet Mondrian ist einer der am meisten rezipierten Künstler der Moderne. Jeder kennt seine farbintensiven Bilder der zwanziger Jahre, die die Modeszene und das Design seit den sechziger Jahren reflektierte. Gut möglich, dass man sich bereits ein bisschen übersehen hat an den bunten Geometrien. Dennoch sollte man die Gelegenheit nicht versäumen, die sich ab heute im Kölner Museum Ludwig bietet. Nämlich die, sich einmal näher mit diesem Mondrian zu beschäftigen, sich anzuschauen, wo er herkommt und welche Grundlagen er für die radikalen Ideen seiner Zeit hatte. Die Kulturtussi liefert eine kleine Sammlung interessanter Mondrian-Fundstücke als Vorbereitung!

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26. Oktober 2007

Henk Visch

Sein Name klingt wie die besonders poetische Erfindung eines Bildtitels. Die sind ein Erkennungszeichen der Kunst des Niederländers, der bereits durch Documenta- und Biennale-Auftritte geadelt wurde. Als zeitgenössischer Bildhauer reicht er mit seinen witzigen und hintergründigen Skulpturen immer wieder Beiträge zum modernen Skulpturenverständis ein und liefert tatsächlich neue Ideen des alten Themas.
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14. September 2007

Michelangelo

Ich bin kein Architekt, soll er des Öfteren gesagt haben. Dennoch hat der 72-jährige Michelangelot Buanarotti eine der beeindruckendsten Kirchenkuppeln der Christenheit geschaffen, die den Petersdom bis heute zu einem unverwechselbaren Monument macht. Dass hier eher ein Genie, denn ein rational denkender Baumeister am Werke war, bezeugen auch frühere Planungen, die von seinen Zeitgenossen kopfschüttelnd betrachtet wurden, weil man sie absolut nicht verstand.

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11. September 2007

Seelenpflästerli - oder?

Völlig einleuchtend, dass das Klingenmuseum in Solingen eine Ausstellung über Scherenschnitte zeigt, oder? Ist doch die Schere das wichtigste Untensil zur Herstellung dieser wunderbaren schwarzweißen Kunst. Mich haben die kontrastreichen Bilder schon immer fasziniert und in letzter Zeit scheint eine gewisse Retrowelle auch die Ästhetik der Scherenschnitte aufleben.

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6. September 2007

Apropos Glasfenster

Das Richterfenster und die Diskussion darum haben einen neuen Fokus auf die Gestaltung von Kirchenfenstern gelegt. Es gibt ja Stimmen, die so gar nicht einverstanden sind, mit modernen und vor allem abstrakten Entwürfen. Eine feine Ausstellung im Linnicher Glasmuseum bietet noch bis Ende September Gelegenheit, sich ein wenig mit der Entwicklung moderner Glasgestaltung zu beschäftigen. Und dabei gleichzeitig einen ganz Großen zu entdecken.

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Thorn-Prikker, Orange, 1931

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20. August 2007

Erkenntnisse

Nachdem ich am Samstag aus unmittelbarer Nähe die "Migration der Formen" anschauen konnte (Bericht folgt noch) will ich aus Anlass der aktuellen Balthus-Ausstellung diese spezielle Wahrnehmung von Kunst einmal nachvollziehen. Angestoßen hatte eine Bemerkung des Kunstkritikers Georg Imdahl, der Balthus mit Neo Rauch verglichen hatte - und tatsächlich: unglaublich, wie die besonderen geheimnisvollen Welten des Balthus, der sich wie kaum ein anderer Künstler als Figur selbst zu inszenieren verstand, den rätselhaften Bildern Rauchs nahe stehen. Sicher ist es immer wieder schwierig, die Einflüsse älterer Kunst auf die zeitgenössischen Künstler herauszufiltern. Keiner wird sie auch gerne zugeben. Aber sehen Sie einmal selbst:

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Neo Rauch

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27. Juni 2007

Sturm

Wie ein Sturm war die Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch die festgefahrenen bürgerlichen Ansichten gerauscht und Herwarth Walden, der eigentlich Georg Levin hieß, war einer der führenden Köpfe dieser Bewegung. Weshalb er auch folgerichtig seine Galerie und später eine Zeitschrift "Der Sturm" nannte. Herwarth Walden war Komponist, Dichter und Kunsthändler. Er war - als erster Ehemann von Else Lasker-Schüler - derjenige, der die fruchtbare Begegnung von Dichtung und bildender Kunst der frühe Jahre beflügelte. Vor allem in den zwanziger Jahren war er in Berlin DER Förderer der modernen Kunst, der auch internationale Künstler wie Marc Chagall ausgestellt hat.

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14. Juni 2007

Der Blick zurück nach vorn

Nur noch wenige Tage, dann öffnet die diesjährige Documenta , die größte Ausstellung zeitgenössischer Kunst in Kassel ihre Pforten. Und hat zudem noch quasi 50jähriges Jubiläum. In Köln zieren schon großformatige Plakate die Straßen, um für Besucher zu werben. Die Karawane der Kunstinteressierten zieht weiter...


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Grund genug, einmal zurückzublicken, bevor man sich auch auf die Socken macht. Und zwar dokumentarisch sowohl als auch privat - mir fiel nämlich auf, dass ich seit 1982 nach Kassel pilgere - halt: mit einer Ausnahme. 1992 war ich frisch gebackene Mutter, Da ging das nicht!!

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12. Juni 2007

Viele Kapitäne und das Schiff steigt auf den Berg

Hinter diesem poetischen Spruch verbirgt sich eine äußerst interessante Ausstellung, die am kommenden Samstag in Bonn eröffnet wird. Dort hat man sich mit einer Halle für Kunst und Design eine neue feine Ausstellungsfläche geschaffen, die im Turnus Ausstellungen unter bestimmten Themenschwerpunkten präsentiert. Diesmal geht es um die Wanderer zwischen den Welten. Es geht um japanische Künstler und Designer, die in der westlichen Welt leben und arbeiten und um deutsche Künstler, die sich mit fernöstlichen Techniken und Themen auseinander setzen.

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31. Mai 2007

Besonders empfehlenswert

Fotografie und Architektur gehören vor allem in der jüngeren Fotoszene unabdingbar zueinander. Die ästhetischen Impulse, die für architektonische Situationen festgehalten werden, sind oftmals sehr spannende Erlebnisse für die Wahrnehmung. Besonders, wenn verschiedene formale Details miteinander kombiniert werden, die festgehalten im Bild eine besondere Aufmerksamkeit erregen und zu einer neuen Bildwirklichkeit zusammen finden, finde ich solche Ansätze reizvoll. So kann man die "Lieblingsplätze" des Europäischen Architekturfotografie Preis 2007 nicht hoch genug loben als absoluter Augenschmaus. Ich kann mich gar nicht entscheiden, was mir besser gefällt: die schräg-ironischen Beobachtungen der Vorortidyllen von Andreas Meichsner (das hat hin und wieder schon fast dadaistische Qualitäten, wenn man den stolzen Segelfreak vor seiner Garage im Boot sitzend beobachtet) oder die subtil aus dem Dunkeln herausgeleuchteten Geheimnisse urbanen Geschehens (als Büdchen-Fan liebe ich besonders die fluoriszierenden Reklameschilderparade des Eck-Kiosks). Oder vielleicht noch dies hier: eine wunderbare Degustation ästhetischer Reize, die Zimmerecke von Claudio Bader

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30. Mai 2007

Made in Germany

Also erstmal etwas, das ich gut finde: ein wunderbares Netzwerk quer durch die Unstadt Hannover, in der sich Institutionen zusammengetan haben, die sonst schonmal gerne die Ellenbogen ausfahren, wenn sie allzu nah aneinander sind: das ehrwürdige Sprengel-Museum mit dem Kunstverein und der rührigen Kestner-Gesellschaft präsentieren noch bis zum 26. August die Ausstellung "Made in Germany". Nach eigenem Bekunden die "Vermessung der Republik nach den Fragen der Attraktivität von Standortbedingungen“. Nicht mehr und nicht weniger. Aha, also kein Versuch, zu definieren, was deutsche Kunst ausmacht. Nach Meinung der Kuratoren, sei dies sowieso ein überflüssiges Unterfangen, eine nationale Ästhetik festzumachen. Mh, mag sein, da man ja in den Zeiten der Globalisierung und unter den Bedingungen der rasenden Informationsgesellschaft nichts mehr wirklich festmachen kann - weder räumlich noch zeitlich. Dennoch hat man sich die Künstler herausgepickt aus deutschen Landen, die - ob zugezogen oder hier geboren - sich doch mehr oder weniger intensiv mit dem Land, in dem sie leben, auseinandersetzen.

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9. Mai 2007

Katze auf den Tisch ...

Gottseidank wird die Katze nicht wirklich getötet - es ist ja schließlich nur ein Gedankenexperiment, dass sich der österreichische Physiker Schrödinger da ausgedacht hat. Von wegen Zwischenzustand eines Atoms. Zerfallen und doch nicht zerfallen. Ein Paradoxon eben. Und hier setzt der Medienkünstler Harald Fuchs an. Eine aktuelle Ausstellung in Schloß Moyland (hier wurde übrigens der Hund von Baskerville gedreht!) ist allein schon wegen ihres Namens einen aufmerksamen Blick wert: Harald Fuchs, Das Paradoxe von Schrödingers Katze (oder wie wäscht man sein Geschirr mit schmutzigen Spülwasser...), 2007, Licht- und Klanginstallation

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3. April 2007

Der Meister und der Mangaka

Schon immer kamen mir die mittelalterlichen Bilderzyklen vor wie uralte Comicstrips und tatsächlich dienten diese Zyklen dazu, den Leseunkundigen wichtige Geschichten zu vermitteln. Besonders die Geschichte der Heiligen Ursula hat sich jedem kölschen Mädsche ins Gedächtnis gebrannt durch die schauerlich-deutlichen Schilderungen ihres grausamen Märtyrertodes, den sie und ihre 11.000 Begleiterinnen vor Köln fanden. Den bösen Hunnenkönig weist man aber auch nicht einfach so zurück. Das müsste eigentlich auch eine britische Königstochter aus dem 4. Jahrhundert wissen. Nun gut, sie mussten ihr Leben lassen, dafür kam ihnen jedoch in der kölschen Heiligenverehrung eine ganz besondere Stellung zu - bis ins Wappen haben sie es sogar geschafft. Vom europaweiten Handel mit ihren Reliquien ganz zu schweigen. Die lächelnden Reliquienbüsten finden sich heute noch in Spanien, in der Bretagne und sogar im hohen Norden - eben entlang der alten Pilgerwege!! Jetzt erweist das Wallraf-Richartz-Museum sich mit einem ungewöhnlichen Experiment als Erneuerer der alten Ursula-Legende

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Ursula-Zyklus, Köln um 1450

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27. März 2007

Verrückte Häuser, irre Autos und lächerliche Menschen

Der Wiener Künstler Erwin Wurm ist über seine "one minute sculptures" für ein Video der Gruppe Red Hot Chili Peppers einem breiteren Publikum bekannt geworden. Immer wieder hat er Passanten dazu gebracht, bei seinen absurden Aktionen für eine Minute etwas völlig Sinnloses zu tun und somit jeglicher Vorstellung von überzeitlich wirkender Kunst zuwider zu laufen. Dada - das meint man spontan. Bei den dicken Häusern mit hautähnlicher Cellulite-Oberfläche oder den comichaft aufgeblasenen Autos, die er an anderer Stelle vorschlägt, denkt man sofort "Pop". Herrlich, wie dieser Künstler auf der Klaviatur beliebter und bekannter Labels der Kunstgeschichte zu spielen versteht. Überraschungen immer gerne mit inbegriffen - wie die Attacke eines bösen Hauses auf ein unschuldiges Museum! Ende April eröffnet eine Ausstellung mit den ungewöhnlichen Werken Erwin Wurms in den Hamburger Deichtorhallen.

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Posted by Kulturtussi at 13:37 | Permalink | Comments (2)


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