Ausstellungen gucken
26. Januar 2010
Kyotobar mit neuer Ausstellung
Eine wunderbare Erfindung diese Kyotobar, die von den Architekten Schilling als Raum für Kulturschaffende entworfen wurde. Die bewährte Arbeit von Martin Turck als Kurator hat diesem Ausstellungsraum an einer neuralgischen Stelle der Stadt schon so manche interessante Begegnung mit zeitgenössischer Kunst gebracht. Und so fügt sich das neueste Projekt auch nahtlos in die Reihe beachtenswerter Ausstellungen dort ein. Am kommenden 29. Januar eröffnet um 19.00 Uhr die Schau von 7 Fotografien der Künstlerin Barbara Dörfler.

before dark, 2009, sw Fotografie, 37 x 45 cm
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16. Januar 2010
Fantasia
Wenn man in diesen Tagen in die stets gleißend hell ausgeleuchteten Räumlichkeiten der Galerie Kudlek van der Grinten eintritt, traut man seinen Augen nicht. Die sonst hier oft gesehene zurückhaltende Optik von Schwarz-Weiß-Fotos oder zarten Zeichnungen ist einer opulenten Schau von Objekten der Künstlerin Rebecca Stevenson gewichen, die einen auf den ersten Blick gefangennehmen. Die - sicher mit Bedacht - unter Glasstürzen ausgestellten Skulpturen faszinieren und berühren einen zugleich. Doch Vorsicht ist geboten: auf eine seltsame Art macht sich ein unangenehmes Gefühl breit. Man nähert sich den Exponaten, schaut fasziniert auf aufbrechende Blütenornamente und süße Tieraugen - und fragt sich doch auch wieder, woher dieser morbide Hauch kommt, der von den Kunstwerken ausgeht. Der Ansatz der Irritation funktioniert hier auf eine ganz wunderbare Weise und beschert einem eine extrem anregende Erfahrung in der Kunstbetrachtung.

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14. Dezember 2009
fully booked
Was kommt dabei heraus, wenn sich Kuratoren, Dramaturgen, Choreographen und Künstler zusammentun? Ein absolut spannendes Projekt wie die "Moving Locations" - die als Experiment entstandene Plattform für Kunstprojekte an ungewöhnlichen Orten. Zur Zeit ist dies die wirklich sehenswerte Ausstellung "fully booked" im ehemaligen Hotel Beethoven in Bonn, wo sich insgesamt 50 internationale Künstler zusammengefunden haben, um die ehemalige Absteige für Politiker und Prominente in der Rheingasse zu neuem Leben zu erwecken.

Rezeption von Achim Zeman, Titel: verquer Foto: Rühmann / Beemsterboer
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6. November 2009
DDR im Mondenschein
Gestern hatte ich das absolute Vergnügen, den Fotografen Erasmus Schröter kennenzulernen. Er war mit großformatigen Bunker-Fotos bei der CENTRAL vertreten und begeisterte durch eine Präsentation über seine Arbeit. Es ist unglaublich faszinierend zu sehen, wie er die Hinterlassenschaften des Atlantik-Walls in poetische Landschaften verwandeln konnte. Seine Fotos sind analog aufgenommen und nicht nachbearbeitet - umso faszinierender erlebt man die Farbspiele auf den Gegenständen, die sich mit Himmel und Meer zu einer fast theaterhaften Kulisse verbinden.

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6. Oktober 2008
Die haptische Dimension des Zeichnens
To scar bedeutet im Englischen "zeichnen" aber auch "eine Wunde/einen Kratzer hinterlassen". Aus der Perspektive des Gestaltens bedeutet dies, sich mit der Oberfläche auseinandersetzen. Besonders die Landschaft trägt als Motiv ungeheures Potential zur Gestaltung dieser künstlerischen Fragestellung.

Besonders solche beeindruckenden Formationen wie in der berühmten Kalksandsteinschlucht nahe dem britischen Malham haben die Tradition der Landschaftsmalerei nachhaltig beeinflusst. Immer schon waren Künstler faszniert von den landschaftlichen Besonderheiten, spürten ihnen mit ihren künstlerischen Mitteln nach. Auch William Turner malte die Gordale Scar.

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29. August 2008
Augenweide
Jeder kann knipsen. Auch ein Automat. Aber nicht jeder kann beobachten. Photographieren ist nur insofern Kunst, als sich seiner die Kunst des Beobachtens bedient. Beobachten ist ein elementar dichterischer Vorgang. Auch die Wirklichkeit muss geformt werden, will man sie zum Sprechen bringen.
Friedrich Dürrenmatt
Die Photokina
steht vor der Tür und wieder einmal versammelt sich alles, was Rang und Namen in der Branche hat, in Köln. Kaum eine Kölner Messe hat mehr Gewicht und so ist es auch folgerichtig, dass die Veranstalter seit einigen Jahren mit der Visual Gallery
die Vermittlung zeitgenössischer Photographie betreiben. Das hat Tradition, denn bereits in den Anfängen der Messe hatten die Mannen um L. Fritz Gruber sich immer wieder mit der Sichtung interessanter Photographen beschäftigt.

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31. Juli 2008
Rembrandt und der kleine Junge
Derzeit lockt eine schöne Ausstellung in die wohl klimatisierten Räume des Wallraf-Richartz-Museums
. In einem durchaus gewagt designten Ambiente zeigt der Sammler George Kremer seine in den letzten 13 Jahren zusammengetragene Kunst
. Insgesamt 50 Highlights der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts - des Goldenen Zeitalters.

Gerrit van Honthorst, Alte Frau, eine Münze im Licht einer Laterne betrachtend, 1623
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8. Mai 2008
Die Achtziger
Ungebremstes Durchstarten zu Beginn der Achtziger - das ist nun schon bald 30 Jahre her und man meint immer noch, es sei erst gestern gewesen. Dass ich begonnen habe, Kunstgeschichte zu studieren oder dass Bands wie Roxy Music "in" waren.

Oder dass sich Künstler fragten "Why pictures now" und sich selbst die Antwort darauf gaben: "Heute denken - morgen fertig!"
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22. April 2008
rheinwärts
Es muss einer dieser dunklen Tage gewesen sein. An denen das Wasser des Rheins geheimnisvoll dunkelgrün erscheint und die Flut die Wucht der Eisschmelze aus den Bergen mit sich bringt. Kräftige Pinselstriche entsprechen der Strömung. Darüber erhebt sich schiefergrau ein Fels. Einer, auf dem auch der berühmte Riesling wächst.

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28. Dezember 2007
Rückblick 2007 - Was war mit der Grand Tour?
Leider habe ich sie nicht ganz geschafft, die Grand Tour 2007. Wobei es mich schon besonders ärgert, dass ich nicht nach Münster gefahren bin. Oft liegt das Gute doch so nah. Und wie mir Freunde berichteten, eine schöne Ausstellung. Nach Basel zu fahren, hatte ich sowieso nicht vor. Dafür bereue ich es durchaus, nach Kassel gefahren zu sein. Bei all meinen insgesamt 5 Documenten war diese die mit Abstand enttäuschendste. Den krönenden Abschluss lieferte jedoch der Besuch der Biennale, die zugleich auch noch mit ein paar reizenden Tagen Hochzeitsreise einen fantastischen Höhepunkt des Kunstjahres geboten hat.

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14. Dezember 2007
Mondrian kennt jeder
Piet Mondrian ist einer der am meisten rezipierten Künstler der Moderne. Jeder kennt seine farbintensiven Bilder der zwanziger Jahre, die die Modeszene und das Design seit den sechziger Jahren reflektierte. Gut möglich, dass man sich bereits ein bisschen übersehen hat an den bunten Geometrien. Dennoch sollte man die Gelegenheit nicht versäumen, die sich ab heute im Kölner Museum Ludwig
bietet. Nämlich die, sich einmal näher mit diesem Mondrian zu beschäftigen, sich anzuschauen, wo er herkommt und welche Grundlagen er für die radikalen Ideen seiner Zeit hatte. Die Kulturtussi liefert eine kleine Sammlung interessanter Mondrian-Fundstücke als Vorbereitung!
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26. Oktober 2007
Henk Visch
Sein Name klingt wie die besonders poetische Erfindung eines Bildtitels. Die sind ein Erkennungszeichen der Kunst des Niederländers
, der bereits durch Documenta- und Biennale-Auftritte geadelt wurde. Als zeitgenössischer Bildhauer reicht er mit seinen witzigen und hintergründigen Skulpturen immer wieder Beiträge zum modernen Skulpturenverständis ein und liefert tatsächlich neue Ideen des alten Themas.

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14. September 2007
Michelangelo
Ich bin kein Architekt, soll er des Öfteren gesagt haben. Dennoch hat der 72-jährige Michelangelot Buanarotti eine der beeindruckendsten Kirchenkuppeln der Christenheit geschaffen, die den Petersdom bis heute zu einem unverwechselbaren Monument macht. Dass hier eher ein Genie, denn ein rational denkender Baumeister am Werke war, bezeugen auch frühere Planungen, die von seinen Zeitgenossen kopfschüttelnd betrachtet wurden, weil man sie absolut nicht verstand.

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11. September 2007
Seelenpflästerli - oder?
Völlig einleuchtend, dass das Klingenmuseum
in Solingen eine Ausstellung über Scherenschnitte zeigt, oder? Ist doch die Schere das wichtigste Untensil zur Herstellung dieser wunderbaren schwarzweißen Kunst. Mich haben die kontrastreichen Bilder schon immer fasziniert und in letzter Zeit scheint eine gewisse Retrowelle auch die Ästhetik der Scherenschnitte aufleben.

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6. September 2007
Apropos Glasfenster
Das Richterfenster und die Diskussion darum haben einen neuen Fokus auf die Gestaltung von Kirchenfenstern gelegt. Es gibt ja Stimmen, die so gar nicht einverstanden sind, mit modernen und vor allem abstrakten Entwürfen. Eine feine Ausstellung im Linnicher Glasmuseum
bietet noch bis Ende September Gelegenheit, sich ein wenig mit der Entwicklung moderner Glasgestaltung zu beschäftigen. Und dabei gleichzeitig einen ganz Großen zu entdecken.

Thorn-Prikker, Orange, 1931
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