Andy Warhol als Musikproduzent

Mit Velvet Underground, der legendären Truppe um Lou Reed versuchte sich Andy Warhol als Musikproduzent. Bis heute im Gedächtnis ist die Banane, die einst ein Plattencover zierte und heute vom Graffitikünstler Baumgärtel durch die Nation getragen wird. Mit aufsehenerregenden Performances geriet der Ausflug des Pop Artisten in die Welt der Musik selbstverständlich auch als Beitrag zur Kunstszene der 60er Jahre. Für uns Kölner spannend ist die Beteiligung der Ausnahmeerscheinung Nico, der tragisch-berühmten Tochter der Bierbrauerdynastie Päffgen. Es ist eine besondere Zeit, in der – wie kaum vorher und auch nicht danach – die verschiedenen Genres so ineinander verwoben wurden. Musik, Literatur, Malerei, Theater, Tanz – alles wurde zu einem unglaublich kreativen großen Ganzen.
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Andy warhol looks a scream
Hang him on my wall
Andy warhol, silver screen
Cant tell them apart at all
(David Bowie)
Andy Warhol’s Aktion “Exploding Plastic Inevitable”, bei der er zur Live Musik von Velvet Underground (die gerne mit dem Rücken zum Publikum spielten und deren Bandname auf ein sadomasochistisches Buch zurückging) ein psychedlisches Feuerwerk an Farben, Medienprojektionen und Tönen entfachte, war 1966 die erste Multimedia-Performance überhaupt.
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Foto: Hamburger Kunsthalle
Das, was sich dort in den Jahren der Pop Art Begeisterung herauskristallisierte, fand eine etwas andere, weil durchaus depressivere und düstere Fortsetzung in den siebziger Jahren, als Musiker wie Lou Reed, David Bowie und Iggy Pop die geteilte Stadt Berlin als Lebensmittelpunkt wählten und mit ihrer Musik interpretierten. Lou Reeds Album “Berlin” gilt als ein absolutes Highlight dieser Zeit. Und jetzt kommt er mit einer Neuinterpretation davon auf die Bühnen europäischer Großstädte. Ich habe mir eine Karte für Düsseldorf gesichtert, um – wie vom Musiker angeregt – später meinen Enkeln davon erzählen zu können. Lou Reed macht das nämlich nur einmal in 30 Jahren, kündigte er an. Mal schaun, ob noch etwas vom Glam vergangener Tage zu spüren ist.

2 Comments

  1. Lou Reed: Livetour “Berlin”

    Men of good fortune, often cause empires to fall While men of poor beginnings, often can’t do anything at all The rich son waits for …

  2. Lou Reeds “Berlin” in der Philipshalle

    Er hat es wirklich getan. Lou Reed spielte in der Philipshalle, in die trotz ausführlicher Vorberichterstattung nur knapp 1.000 Zuschauer fanden, sein Album “Berlin” Stück …

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