Dezember 2010
20. Dezember 2010, Ausstellungen gucken:
Käthe in Paris
Nach der Jahrhundertwende brach ein neues Zeitalter heran - auch in der Kunst. Während der deutsche Kaiser noch von violetten Schweinen redete (er meinte die Impressionisten, die für ihn abnorm sind), wusste die Berliner Secession bereits, welche Wege es künstlerisch gesehen einzuschlagen galt. Gerade trat Käthe Kollwitz dieser modernen Bewegung bei. Da war sie knapp über 30 Jahre alt, Mutter zweier süßer Söhne und Frau eines angesehenen Arztes. Aber sie war auch bereits eine vielversprechende Künstlerin: mit ihrer Folge des Weberaufstandes hatte sie mehr als nur einen Achtungserfolg errungen. Und nun machte sich Käthe Kollwitz 1901 auf nach Paris – die Stadt der Verheißung für jeden modernen Künstler in dieser Zeit. Ihr Aufenthalt war ein kurzer Spontanbesuch, der aber in ihr den Wunsch weckte, wiederzukommen. Das tat sie 1904 – und sie blieb zwei Monate. Wie sehr sie von den avantgardistischen Strömungen in der Kunstmetropole angesteckt wurde, zeigt eine wunderbare Ausstellung im Käthe Kollwitz Museum, die noch bis einschließlich 16. Januar 2011 in Köln zu sehen sein wird.

Käthe Kollwitz, Selbstbildnis en face, 1904 ?, Kreide- und Pinsellithographie vom rotbraunen Zeichenstein mit einem blauen Tonstein für die Gesichtsrahmung und einem ockerfarbenen Tonstein für den Hintergrund, auf braungelbem, stark strukturierten Strohkarton, 44/43 × 33,4/32,5 cm, Kn 85 I A, Privatbesitz Schweiz, Courtesy Galerie Kornfeld, Bern
Posted by Kulturtussi in Ausstellungen gucken at 13:18 | Permalink | Comments (0)

