Mai 2010
22. Mai 2010, Eröffnungsreden:
Die Semantik des Sehens – oder Bilder lügen nicht
Die Künstlerin Petra Weifenbach liefert in ihrem Oeuvre einen ungewöhnlich großen Fundus an bildkünstlerischen Genres, mit denen sich der Betrachter auseinandersetzen darf. Dabei ist das Selbstreferentielle einer nur auf die Machart bezogenen Kunst ihre Sache nicht, wenn sie Fotoarbeiten entwirft, Objekte gestaltet oder sich mit Konzepten für Kunst am Bau beschäftigt, Installationen inszeniert, zeichnet und stickt. Vielmehr teilt die Künstlerin ihren Blick auf die Welt mit dem Betrachter, lässt ihn auf Entdeckungsreise gehen und vermittelt Aha-Erlebnisse – nach der sprachtheoretischen Definition „ein eigenartiges im Denkverlauf auftretendes lustbetontes Erlebnis, das sich bei plötzlicher Einsicht in einen zuerst undurchsichtigen Zusammenhang einstellt.“

modelmodel. Nachinszenierungen von Modefotos. 29 x 2 Laserprints in A3 - A0, 1993-2001
Weiterlesen "Die Semantik des Sehens – oder Bilder lügen nicht"
Posted by Kulturtussi in Eröffnungsreden at 21:59 | Permalink | Comments (0)
19. Mai 2010, :
Kunst und Wirtschaft
Die einzig Konstante ist die Veränderung. Mit dieser Erkenntnis startete gestern eine vielversprechende Veranstaltung der IHK Köln zum Thema „Verändern mit Kunst“.
Dr. Ulrich S. Soénius, Geschäftsführer der IHK Köln für Standortpolitik, Verkehr und Unternehmensförderung wollte einmal ausprobieren, was passiert, wenn man Kunstschaffende und Unternehmer zu einem gemeinsamen Workshop einlädt. Und um die 60 Teilnehmer saßen dann auch erwartungsfroh im Börsensaal und lauschten der Einführung durch Dr. Hartmut Neckel von der Firma Scientific Consulting, die den Nachmittag bespielen sollte. Durch eine kurze Befragung, die mit Handzeichen beantwortet wurde, war klar, dass ungefähr die Hälfte der Interessierten aus Kulturschaffenden bestand. Gefühlt vielleicht noch mehr. Unternehmer gab es schon auch einige – wie mir schien jedoch mit einem eher zögerlich-skeptischen Gesichtsausdruck. Doch dazu später mehr.

Weiterlesen "Kunst und Wirtschaft"
Posted by Kulturtussi in at 20:54 | Permalink | Comments (0)
16. Mai 2010, Eröffnungsreden:
Dagmar Schmidt - Malerei
„Wir leben in einem Zaubergarten und bemerken es nicht. Farben, die vertrauten und manchmal sogar etwas aufdringlichen Gefährten unseres „grauen“ Alltags, erscheinen uns als etwas so Selbstverständliches, dass wir kaum noch imstande sind, sie in ihrer Fülle und Lebendigkeit wahrzunehmen. Wir verfehlen dadurch die Begegnung mit einer der rätselhaftesten Erscheinungen unserer Welt, die ihr Geheimnis bis heute weigehend bewahrt hat.“
Die Autorin Margarete Bruns hat 1998 ein bemerkenswertes Buch mit dem Titel „Das Rätsel Farbe. Materie und Mythos“ veröffentlicht, in welchem sie nicht nur die physikalischen sondern vor allem auch die psychologischen Aspekte des Rätsels Farbe untersucht hat. Und fast scheint es, als wenn die Bilder von Dagmar Schmidt eine Ahnung von den komplexen Hintergründen und Entstehungsgeschichten der geheimnisvollen Welt der Farben geben und den Betrachter darüber in die besondere Erlebniswelt der Bilder entführen möchten.

Weiterlesen "Dagmar Schmidt - Malerei"
Posted by Kulturtussi in Eröffnungsreden at 18:27 | Permalink | Comments (0)
14. Mai 2010, Eröffnungsreden:
Stumme Musik
Andréa Bryan wurde 1966 in die Zeit der Militärdiktatur in Brasilien hineingeboren. Die Tochter einer gut situierten Familie mit europäischen Wurzeln studierte in ihrer Heimatstadt Sao Paulo Philosophie bevor sie 1986 nach Köln übersiedelte. Auch wenn sie mittlerweile seit Jahren in der rheinischen Kunstszene integriert ist, so spielen doch die geistigen Wurzeln ihrer Heimat eine entscheidende Rolle in ihrem künstlerischen Werdegang. Und in der Arbeit, die sie eigens für die Ausstellung in der Musikhochschule Köln geschaffen hat, gilt dies vielleicht mehr als bei allen anderen Arbeiten der Künstlerin.

Posted by Kulturtussi in Eröffnungsreden at 18:47 | Permalink | Comments (0)
10. Mai 2010, Ausstellungen gucken:
Stich um Stich - die Stickbilder von Eva Mols
Auch wenn die Ausstellung im Atelierhaus Mols schon beendet ist, so lohnt sich doch eine kurze Nachbetrachtung der außergewöhnlichen Werke von Eva Mols, der Mutter von Atelierhaus-Betreiberin Helga Mols. Ungewöhnlich die Zusammenkunft von Mutter und Tochter in einer Ausstellung, die zeigt, wie die beiden sich gegenseitig befruchtet haben. Ungewöhnlich und absolut überraschend auch die Stickbilder der 81-jährigen Künstlerin, die sich erst im "Ruhestand" den lang gehegten Traum von der Kunst erfüllte.

Weiterlesen "Stich um Stich - die Stickbilder von Eva Mols"
Posted by Kulturtussi in Ausstellungen gucken at 18:42 | Permalink | Comments (0)
3. Mai 2010, Ausstellungen gucken:
Viva la vida
Vielfältige persönliche Verbindungen haben mich bereits insgesamt sieben Mal nach Mexiko geführt und jedes Mal gehörte ein Besuch in der Casa azul zu einem liebgewonnenen Ritual. Dort in Coyoacan ist der Moloch Mexico City nicht mehr ganz so zu spüren. Vielmehr merkt man diesem Stadtteil die Vergangenheit als Künstlerviertel an und es lohnt auf jeden Fall den Weg dorthin. Auch im Museo der reichen Erbin Dolores Olmedo Patino in Xochimilco kann man auf den Spuren von Frida Kahlo wandern, der außergewöhnlichsten Künstlerin des 20. Jahrhunderts. Und seit dem Wochenende nun sind insgesamt 170 ihrer Werke im Berliner Gropius Bau zu bewundern. Sogar längst verschollene und lange nicht ausgestellte sind darunter.

Posted by Kulturtussi in Ausstellungen gucken at 17:11 | Permalink | Comments (2)
