August 2007
31. August 2007, Köln Kultur:
The Rich and Famous
Heute vor zehn Jahren starb eine der am meisten fotografierten Celebreties bei einem Autounfall, an dem wohl auch die Meute der Paparazzi nicht unschuldig gewesen sind. Das, was dann folgte war eine noch nie da gewesene öffentliche Trauer, die ganz neue Dimension der Verehrung von Stars und Berühmtheiten auftat. Das, wofür Lady Di stand, ist selbstverständlich auch die Kehrseite der Berühmtheit, die Verzweiflung hinter der schönen Fassade und die Fragwürdigkeit von öffentlichen Bildern. Es gibt jedoch auch eine andere Seite, die einige Fotografen aufgetan haben, die ein ganz besonderes Lebensgefühl einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe eingefangen haben. Zu ihnen gehörte auch Edward Quinn, der in den fünfziger und sechziger Jahren zauberhafte Momente von Stars und Sternchen zeigte.

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30. August 2007, Köln Kultur:
Köln - New York
Seit den 80er Jahren, als Köln immerhin noch als wichtigster Kunst-Hotspot galt, gibt es eine intellektuelle Schiene zwischen der Stadt am Rhein und New York, die dazu führte, dass eine ganze Reihe junger Künstler in beiden Welten zu leben und zu arbeiten begannen. Sicher auch dem Phänomen folgend, dass der Prophet im eigenen Lande weniger gilt, hat die Kölner Szene beachtliche Karrieren in den Staaten hingelegt: Jutta Koether, die zwischen beiden Welten seit langem mäandert, ist ein Beispiel dafür und auch Charline von Heyl, die ab nächster Woche in der Galerie Gisela Capitain
ihre jüngsten Arbeiten zeigt.

Charline von Heyl: Plaisier Noir, 2007
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28. August 2007, Köln Kultur:
Tag des offenen Denkmals
Der deutschlandweit ausgerufene Tag des offenen Denkmals ist immer eine Chance, sich einmal den unscheinbaren Kleinodien zu nähern, die erst nach dem zweiten Hinsehen ihren Charme und ihre Bedeutung offenbaren. Das Thema für den 9. September wird in diesem Jahr "Orte der Einkehr und des Gebets – Historische Sakralbauten" sein. Wie geschaffen für das "Hillije Kölle" das doch seinerzeit soviele Kirchen wie Tage im Jahr zählte!! Heutzutage sind es nicht mehr ganz so viele, aber für den 9. September gibt es einige zu entdecken, die einem dann auch noch mit Hilfe kompetenter Führungen näher gebracht werden.

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24. August 2007, Besondere Anlässe:
Werkbund
Vor hundert Jahren wurde in München der Deutsche Werkbund
gegründet. Die Erziehung zu guter Form und die Geschmacksbildung war damals ein Ziel dieser Bewegung, in der sich Künstler wie Industrielle vereinten. Man gab auch ein Warenbuch mit sogenannten Standards heraus, das heute auf der Seite des Museums der Dinge
vorgeführt wird und in der Rückschau sehr nett offenbart, was man so zu welcher Zeit als formschönes Ding angesehen hat.

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22. August 2007, Musik hören:
Bitte nicht füttern
Ganz radikal, ganz großartig, ganz anders. Als alles, was oftmals im täglichen Kampf ums kulturelle Überleben die Ideale aus dem Blick rücken lässt. Eine junge Initiative in Köln (wo sonst sollten experimentelle Musikentwicklungen auch her kommen ;-) macht sich mit ungewöhnlichen Konzepten auf den Weg, Musik auf ganz neue Art zu vermitteln. Sie bevorzugen Wohnzimmer aufgeschlossener Bürger, spielen gerne für "lecker Essen" und lassen vielleicht allenfalls mal den Hut herumgehen.

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20. August 2007, Ausstellungen gucken:
Erkenntnisse
Nachdem ich am Samstag aus unmittelbarer Nähe die "Migration der Formen" anschauen konnte (Bericht folgt noch) will ich aus Anlass der aktuellen Balthus-Ausstellung diese spezielle Wahrnehmung von Kunst einmal nachvollziehen. Angestoßen hatte eine Bemerkung des Kunstkritikers Georg Imdahl
, der Balthus mit Neo Rauch verglichen hatte - und tatsächlich: unglaublich, wie die besonderen geheimnisvollen Welten des Balthus, der sich wie kaum ein anderer Künstler als Figur selbst zu inszenieren verstand, den rätselhaften Bildern Rauchs nahe stehen. Sicher ist es immer wieder schwierig, die Einflüsse älterer Kunst auf die zeitgenössischen Künstler herauszufiltern. Keiner wird sie auch gerne zugeben. Aber sehen Sie einmal selbst:

Neo Rauch
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16. August 2007, Kunst und Küche:
Lecker
Stillleben mit Darstellungen von allem, was gut für die Küche ist, hatten besonders im 17. Jahrhundert Konjunktur. Das "Goldene Zeitalter" schwelgte maltechnisch gesehen nicht nur in brokatenen Gewändern und rosigen Inkarnaten, sondern liebte es, auch die Fülle kulinarischer Genüsse darzustellen. Dabei natürlich stets mit dem Hintergedanken des "memento mori". Also, bei allem Überfluß: bedenket, dass alles vergänglich ist!

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15. August 2007, Dialog der Künste:
OMMMMMM...
Bodhidharmas Gespräch mit Kaiser Wu
Der Kaiser sagte: „Man vermag kaum aufzuzeichnen, wie viele Tempel ich bauen, Buddhapredigten ich abschreiben und Mönche ich weihen ließ. Welche Verdienste habe ich mir dadurch erworben?“
Der Meister (Bedhidharma) erwiderte: „Gar keine.“
Der Kaiser: „Weshalb?“
Darauf der Meister: „Das sind nur wertlose Verdienstgründe, die noch eng mit der Wiedergeburt verknüpft sind. Sie sind wie Schatten, die der Gestalt folgen, sie besitzen keine eigene Wesenheit.“
Der Kaiser: „Worin bestehen dann wahre Verdienste?“
Der Meister: „Es ist das reine Wissen, wunderbar und rund. Sein Wesen ist Leere und Stille. Solcherlei Verdienst läßt sich nicht durch weltliches Tun erlangen.“
Darauf fragte der Kaiser von neuem: „Welches ist der höchste Sinn der heiligen Wahrheit?“
Der Meister: „Offene Weite – nichts von heilig!“
Der Kaiser: „Wer ist das, der mir so zu entgegnen wagt?“
Der Meister: „Ich weiß es nicht!“

Yves Klein, Schwammrelief, 1960
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14. August 2007, Besondere Anlässe:
Elvis Presley
Er starb vor dreißig Jahren und war eigentlich vorher schon zum Mythos geworden. Andy Warhol präsentierte mit seinem "Double" oder sogar "Triple Elvis" Anfang der sechziger Jahre den Megastar als Matrix für die Welt der Popbilder. Sie zielten auf die Diskrepanz zwischen dem Menschen und seinem Image und der silberne Hintergrund wies auf das Medium "Film" und letzten Endes auch den Siebdruck hin.

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13. August 2007, Kunst und Küche:
Feinschmecker aus der Antike
Das älteste erhaltene Kochbuch ist das des Apicius. Er war ein Gourmet aus der Kaiserzeit und hat für die Nachwelt das Genießen der Römer festgehalten. Dabei ist interessant zu sehen, dass eine ja hinlänglich bekannte Vorliebe für Luxusgüter ebenso vorhanden war wie eine gewisse Bodenständigkeit der römischen Küche festzustellen ist. Man liest über durchaus interessante Gaumenkitzeleien, die man auch heute noch genießen könnte - wenngleich besser etwas abgewandelt, denn die Geschmäcker haben sich über die Jahrhunderte doch insgesamt ein bisschen verändert.

Nachbildung eines römischen Speisesaals
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10. August 2007, Fundstücke:
Kuchi - e
Bilder wie die legendäre "Woge" von Hokusai oder andere Landschaftsdarstellungen haben die europäische Kunstgeschichte seit Ende des 19. Jahrhunderts geprägt. Der japanische Farbholzschnitt war den Künstlern der Moderne vor allem wegen der Tendenzen zur Abstraktion und der geheimnisvollen Austrahlung wichtige Anregung. Das Fehlen von Licht und Schatten ist zum Beispiel eine andere Wahrnehmung der Natur, die hier frische Impulse in die Malerei bringen konnte. Interessant sind aber auch verschiedene andere Themen des technisch unglaublich perfekten Farbholzschnitts aus Japan.

Keishu TAKEUCHI "Dämmerung" (1912)
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9. August 2007, Fundstücke:
Wer weiß das?
Mir fiel heute ein sehr witziges Aufeinandertreffen zweier Stichworte in den Schoß, das ich hier gerne einmal freigeben möchte zum aufmunternden Raten. Ist doch vielleicht eine nette Abwechslung bei diesem trüben Wetter!
Was haben also aktuell Lady Godiva und Campbells Suppen miteinander zu tun?

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7. August 2007, Fundstücke:
Au weia - Brillo!
Skandal! Skandal! Die Brillo-Boxes sind nicht echt! Einige zumindest. Sie wurden von einem schwedischen Tischler 1990 angefertigt. Pontus Hultén wollte sich wohl eine Kleinigkeit hinzu verdienen zum kargen Ausstellungsmacher-Gehalt! Warhol hatte eine Ausstellung 1968 auf Einladung Hulténs im Stockholmer Moderna Museet mit unzähligen Brillo Kartons bestückt. Aus Ermangelung genügender "ready mades" ließ er dann einfach einige hundert in Sperrholz fertigen und mittels Siebdruck angleichen.

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6. August 2007, Fundstücke:
Fegefeuer der Eitelkeiten
So nannte der Bußprediger Girolamo Savonarola seinen Feldzug gegen die losen Sitten der Renaissance-Fürsten. Er stellte sich als erbitterter Kämpfer gegen die mächtigen Medici und trachtete mit seiner "Kinderarmee" eine moralische Säuberung der Gesellschaft zu erlangen. Er nahm das Geld von den Reichen und brandmarkte öffentlich die lockere Kleidung mancher hochherschaftlicher Dame. Zunächst hatte er eine riesige Anhängerschaft vor allem dadurch gewonnen, dass einige seiner Vorhersagen - wie z.B. das Sterbedatum des Papstes - eingetroffen waren.

Fra Bartolomeo, Porträt von Savonarola, ca. 1498
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3. August 2007, Fundstücke:
Was ist Skulptur - die Zweite ...
Die "Bettleroper"
ist ein Projekt, das die Künstlerin Dora García für die Skulpturenausstellung in Münster konzipiert hat und das in seiner interaktiven und zum Teil sehr gesellschaftskritischen Ausrichtung stark an Joseph Beuys und seine Vorstellung von sozialer Plastik erinnert. Auf jeden Fall sprengt es sämtliche Vorstellungen von Skulpturen und definiert den weiten Ausstellungsraum auf eine spannende Weise neu.

Foto: Roman Ostojic/sp07
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1. August 2007, Köln Kultur:
Bald ist es soweit
Am 15. September 2007 soll "Kolumba" der Neubau des Diözesanmuseums in Köln eröffnet werden. Gespannt hat man den Bau in der engen Innenstadt vis à vis der Kölner Oper verfolgt. Wie er sich streng aber von faszinierender Ausstrahlung empor entwickelte. Einblicke von außen werden einem eher verwehrt aber innen strahlt die ganze Kraft der Zumthorschen Genialität. Sensibler Umgang mit dem Vorgefundenen wie z.B. der Kapelle des Altmeisters Böhm. Der Schweizer Stararchitekt ist allerdings Schuld, dass Architekturfreunde eher in die Eifel wandern, um ihm zu huldigen.

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Posted by Kulturtussi in Köln Kultur at 15:38 | Permalink | Comments (0)
