Juli 2007
31. Juli 2007, Besondere Anlässe:
Und Antonioni auch ...
Die meditative Stille eines Blickes ist die Handschrift des italienischen Regisseur und mit seinem Film "Blow up" hat er ein weitreichendes Meisterwerk geschaffen, das aus heutiger Sicht unglaublich trendy ist. Denn der Retrostyle, den junge Musiker und Lifestylegurus predigen scheint ungefiltert aus diesem Film übernommen. Gestern ist Michelangelo Antonioni im Alter von 94 Jahren gestorben.

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30. Juli 2007, Besondere Anlässe:
Ingmar Bergman ist gestorben
Er ist einer der wenigen europäischen Regisseure, die wirklich diesen Dinosaurierstatus der großen Hollywood-Kämpen erreichen konnte. Den Oscar erhielt er bereits 1970 für sein Lebenswerk. Nun ist er im hohen Alter von 89 Jahren gestorben und man erinnert sich an einen der interessantesten Regisseure des 20. Jahrhunderts.

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25. Juli 2007, Fundstücke:
Was ist Skulptur?
In regelmäßigen Abständen werden bestimmte Genres der Kunst für tot erklärt oder man feiert ihre Wiederauferstehung. Dieses Jahr wird immer wieder zum Jahr der Skulptur erklärt - nicht zuletzt wegen der Großausstellung in Münster. Also macht sich die Kulturtussi ihrerseits Gedanken darüber, was wir eigentlich in der zeitgenössischen Kunst so alles unter diesem Begriff versammelt finden. Er hat sich ja dramatisch von den Anfängen klassischer Figuren wegentwickelt. Wenn auch erst zögerlich - es dauerte hier viel länger sich von den antiken Vorbildern zu befreien. Die Erweiterung des Skulpturenbegriffes ist sicherlich auch eng mit den Ideen Joseph Beuys' verknüpft, der ja bekanntermaßen die soziale Plastik erfand.

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24. Juli 2007, Fundstücke:
David Hockney und der iPod
David Hockney ist ein von mir sehr verehrter Künstler, der vor allem als Fotograf bei mir bleibenden Eindruck hinterließ, als er 1997 seine Ausstellung im Museum Ludwig präsentierte. David Hockney, ein Künstler der späten Pop Art Generation, der allerdings auch Bezüge zu meinem anderen großen Idol Pablo Picasso aufweist. Spannend, was dieser Künstler geschaffen hat. Hockney hat sich jetzt anläßlich der Vernissage der von ihm kuratierten Ausstellung
über das Genie Turner negativ über den iPod geäussert.
"Alles dreht sich nur noch um Klang. Die Leute stöpseln ihre Ohren zu und schauen nicht mehr."

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23. Juli 2007, Besondere Anlässe:
Hochzeit
Ich will mit dem gehen,
den ich liebe.
Ich will nicht ausrechnen,
was es kostet.
Ich will nicht nachdenken,
ob es gut ist.
Ich will nicht wissen,
ob er mich liebt.
Ich will mit dem gehen,
den ich liebe.
(Berthold Brecht)

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20. Juli 2007, Fundstücke:
Auch eine Idee
für die diesjährige Grandtour, oder? Das Museum Camouflage des amerikanischen Künstlers Harvey Opgenorth. Ich finde, man muss sowieso die Position des Betrachters vor den Kunstwerken einmal überdenken. Viel zu oft sieht man die üblichen Verdächtigen wie in Beton gegossen in ein und derselben Haltung vor der Kunst. Das kann doch einfach gar nicht zu einer kreativen Auseinandersetzung führen!! Frisches Querdenken ist angesagt.

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19. Juli 2007, Köln Kultur:
Der Herr der Katzen
Er hat dieselbe erotische Stimmung im Zwielicht eingefangen, wie man sie auch bei seinem Bruder finden kann. So scheint das weltoffene Elternhaus - der Vater ein Kunsthistoriker mit wahrscheinlich adligen Wurzeln, die Mutter eine Malerin, die später die Geliebte Rilkes wurde - einen entscheidenden Impuls an die Brüder Klossiwski weitergegeben zu haben. Balthazar, der Jüngere von beiden, provozierte in der Galerie Pierre in Paris einen Skandal, als er 1934 dort seine Bilder ausstellte. Und bis heute rufen seine Darstellungen heranwachsende Mädchen in zweideutigen Posten widerstrebende Gefühle hervor. Zum einen möchte man den Maler loben für die stille Realistik abseits jeglicher kubistischer, surrealistischer und sonstiger Strömungen der Zeit. Zum anderen ist doch die unverhohlen sexistische Präsentation junger Mädchen eindeutig kritisch zu betrachten.

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18. Juli 2007, Fundstücke:
Lustiger Seitenhieb auf den Kulturbetrieb
Mit obsessiver Sorgfalt trachtet Leonardo da Vinci, die Strukturen der digitalen Informationstechnologie zu verstehen und einen radikal artifiziellen Kontext als Kanonisierungssystem ad absurdum zu führen. Das Singuläre der als Hommage an Gilles Deleuze konzipierten Arbeit "Mona Lisa" ist die Individualität durch Autorschaft.

Das ist ein Auswurf der sogenannten "Bürgelmaschine" - einer kleinen Gemeinheit
gegenüber dem aktuellen Documenta Chefe. Aber auch eine kritische Beobachtung des allgemeinen unverständlichen Geredes, das auf so mancher Vernissage heutzutage immer noch dazu führt, dass keiner zuhört! Dabei sollte man es doch besser wissen.
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17. Juli 2007, Texte zur Kunst:
Joan Miró 1893 – 1983
Für die einen ist er der fröhliche Farben-Maler, dessen bunte Motive die Bilderrahmen in Kaufhäusern oder Postershops dekorieren. Man sollte den Leuten, die Miró primär dekorativ verstehen, ihre naive Freude an dieser phantastischen Zeichenwelt nicht nehmen, aber mit dieser vordergründigen Lust allein wird man dem Maler nicht gerecht. Miró ist kein harmloser Künstler, kein schlichter Erzähler skurriler Geschichten in lebhaften Farben und selbsamen Formen.

Die anderen blicken tiefer und sehen in ihm einen Protagonisten der klassischen Moderne.
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16. Juli 2007, Fundstücke:
Schlussverkauf
Die Sonne brennt und Heerscharen von Konsumwütigen schleppen sich in die kochenden Innenstädte, um den laufenden Schlussverkauf zu nutzen und zu kaufen. Unsere Gesellschaft hat die Warenhäuser zu neuen Kathedralen erhoben und man pilgert dorthin, getrieben von Labelsucht (die gibts dann im Schlussverkauf zu erschwinglichen Preisen) und Kauflust (der Sommer ist noch lang).
Passend dazu habe ich gleich zwei interessante Ausstellungen aufgetrieben, die sich auf unterschiedliche Art und Weise mit diesem Phänomenen der modernen Gesellschaft auseinandersetzen.

Ubi Pedes Ibi. Patria. (Where the feet are, there is the fatherland) von Josephine Meckseper in der Saatchi Gallery 2006
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13. Juli 2007, Fundstücke:
Abschied vom Regen
Jetzt bin ich eben aber zum letzten Mal einem Regenguss entronnen für diesen Sommer! Ehrlich, was soll das denn mit diesem Mistwetter bitteschön? Aber für eine Kulturtussi bietet sich zumindest ein Anlass, darüber nachzudenken, was es für wunderbare Bilder mit "Regen" als Sujet geben könnte. Na klar, eines drängt sich dem Kunstkenner sofort ins Gedächtnis, eines der wunderbarsten Regenbilder überhaupt. Das von Gustave Caillebotte aus dem Art Institute in Chicago.

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12. Juli 2007, Besondere Anlässe:
Fridas Geburtstag
Das erste Mal war ich 1990 in der Casa Azul im Künstlervorort Coyoacan in Mexico City. Ich hatte mir gerade ein Teil eines Aloe Vera Kaktusarms bei einer "brucha" auf dem lokalen Markt gekauft. Den Saft der Pflanze wollte ich gegen meinen Sonnenbrand einsetzen. Was die "Hexe" mir sonst noch mit auf den Weg gegeben hatte, verstand ich nicht so genau. Dass der Wärter des Museos allerdings ob meiner Erläuterungen, warum um alles in der Welt ich ein Stück Aloe Vera Kaktus spazieren tragen würde, den Kopf schüttelte, war unmißverständlich. Verrückte Gringa.

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11. Juli 2007, Köln Kultur:
Space Invaders
In Köln hat es eine schleichende Invasion gegeben, die mir hier und da schon einmal aufgefallen war und mich so merkwürdig an die 80er erinnerte. Kleine versteckte Ecken an Hauswänden in der Kölner Innenstadt waren mit mosaikartigen Bildchen verziert worden. Es sah nach Guerilla aus - sprich Street Art, Graffitti und subversive Kunst. Jetzt allerdings erfuhr ich den wahren Hintergrund: hier war Space Invader tätig, ein aus Frankreich stammender Künstler, der den Rubikkubismus erfunden hat. Rubik... was? Na, den Kubismus auf der Grundlage des Zauberwürfels, der in meiner Jugend alle in seinem Bann zog und den ich niemals auch nur ansatzweise beherrschte!!

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10. Juli 2007, Fundstücke:
Frauen sehen anders und überhaupt
Da haben sich wohl zwei Kolleginnen gedacht, sie machen mal die "Mario Barth Nummer" im Museum. An sich ja ein genialer Gedanke. Ich las davon heute in der Bunten! Immerhin schon etwas, mit einem Kunstbuch in die Klatschspalten der Yellow Press zu gelangen. Obwohl, ich bin ja gerade wegen der oftmals gar nicht so schlechten Infos aus der Kunstszene eine gelegentlich begeisterte Bunte-Leserin (so, hab ich mich da auch mal geoutet). Aber zurück zu den Kolleginnen: Judith Welsch-Körntgen und Ute Scheidler arbeiten beide als Museumspädagoginnen an der Staatsgalerie Stuttgart und haben ein Buch geschrieben: "Frau sieht das, was Mann nicht sieht". Soweit sogut.

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Posted by Kulturtussi in Fundstücke at 17:22 | Permalink | Comments (0)
