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Juni 2007



29. Juni 2007, Fundstücke:

Das Land, wo die Zitronen blühen

1985 kurz vor seinem Tod hatte Joseph Beuys während eines Italienaufenthaltes die berühme "Capri Batterie" geschaffen und daraus entstand ein Multiple aus einer Zitrone und einer gelben Glühbirne. In manchen Präsentationen hat er dieses auf einem Schwefelbett arrangiert. So wurde die Funktion einer tatsächlichen Batterie (mittels Säurereaktionen auf Schwefel) assoziativ genutzt und gleichzeitig die wunderbare Energie der südlichen Sonne Italiens im Kopfkino evoziiert.

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28. Juni 2007, Fundstücke:

Money, money, money ...

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Es ist mal wieder an der Zeit - nach den Meldungen der letzten Wochen - eine Bestandsaufnahme der teuersten Kunstwerke vorzunehmen, damit man beim nächsten Smalltalk mitreden kann. Man sollte allerdings tunlichst vermeiden, so zu reden: Das Gemälde ist 1,20 mal 2,50 Meter groß und in Jackson Pollocks typischem Dripping- oder Tröpfelstil gehalten. Gelb-, Grau- und Brauntöne dominieren. Auch wenn man es kaum glauben mag: Dieses Bild ist 110 Millionen Euro wert!

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27. Juni 2007, Ausstellungen gucken:

Sturm

Wie ein Sturm war die Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch die festgefahrenen bürgerlichen Ansichten gerauscht und Herwarth Walden, der eigentlich Georg Levin hieß, war einer der führenden Köpfe dieser Bewegung. Weshalb er auch folgerichtig seine Galerie und später eine Zeitschrift "Der Sturm" nannte. Herwarth Walden war Komponist, Dichter und Kunsthändler. Er war - als erster Ehemann von Else Lasker-Schüler - derjenige, der die fruchtbare Begegnung von Dichtung und bildender Kunst der frühe Jahre beflügelte. Vor allem in den zwanziger Jahren war er in Berlin DER Förderer der modernen Kunst, der auch internationale Künstler wie Marc Chagall ausgestellt hat.

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26. Juni 2007, Fundstücke:

Ganz großes Kino

In den 80er Jahren tauchte er als der gefeierte Star eine neuen Malerei in der New Yorker Kunstszene auf und seine Bilder wurden zu utopischen Preisen gehandelt: Julian Schnabel, der sich mit der zum Teil auch selbstgesteruerten Inszenierung als "Pavarotti" der Kunstszene nicht unbedingt einen Gefallen tat. Allerdings hat er damals wirklich Revolutionäres vollbracht, indem er in der Welt der puren minimal art einbrach wie ein Berserker und plötzlich mit Gefühlen daher kam. Jetzt hat er die Bühne von Lou Reeds "Berlin"-Tour gestaltet. Hier kann man eine fundierte Kritik des wunderbaren Konzertes nachlesen.

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25. Juni 2007, Besondere Anlässe:

Gelsenkirchener Barock

Am Freitag verstarb der Fotokünstler Bernd Becher, der gemeinsam mit seiner Frau Hilla Fotogeschichte geschrieben hat und maßgeblich an der Entwicklung der Fotografie als ernstzunehmendes Genre der Kunstgeschichte mitgewirkt hat. Die Bechers sind Lehrer so erfolgreicher Megastars wie Andreas Gursky und bezogen sich nach eigenen Worten auf den großartigen Wegbereiter der modernen Fotografie August Sander. Sicher wird es schwer sein für die Ehefrau die Dynamik dieses stilbildenden Duos alleine weiter zu treiben. Allerdings sind die Verdienste der beiden schon längst ausgezeichnet mit zahllosen Preisen auf dem Olymp der Kunst angekommen.

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"Unser Fritz", Wanne-Eickel, 1982 und Zeche Waltrop, 1982

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21. Juni 2007, Köln Kultur:

Hier sind die Künstler ...

warum braucht köln ein neues kreativfestival?
Das ist eine der insgesamt 8 Fragen, die Mitwirkende bei "Rheindesign" zu beantworten hatten. Gestern eröffnete die Show und ich muss gestehen, dass ich mich das ganz kurz nicht nur rhetorisch gefragt habe. Es folgt ein kleiner Erlebnisbericht von einer der unzähligen Vernissagen in Köln:

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Detail aus dem wirklich genialen Ausstellungsplakat

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20. Juni 2007, Fundstücke:

Ab in den Kulturbeutel

Die Sommerferien sind da - hurra! Für alle diejenigen, die nun Zeit und Muße haben, sich auch einmal mit den schönen Dingen des Lebens zu beschäftigen, gibt die Kulturtussi gerne ein paar Geheimtipps preis, die man sich in den sommerlichen Kulturbeutel packen kann. Wussten Sie eigentlich, woher das Wort stammt? Hier kann man einen Erläuterungsversuch nachlesen. Nehmen Sie sich also Zeit für einen Museumsbesuch, im Museum Ludwig beispielsweise, so können Sie sich hier ein besonders schönes Gimmick zur Steigerung des Museumsbesuches abholen: ihren persönlichen Audioguide, den Sie auf Ihren MP3 Player laden können

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18. Juni 2007, Besondere Anlässe:

Fool On The Hill

Day after day, alone on the hill,
The man with the foolish grin is keeping perfectly still.
But nobody wants to know him,
They can see that he's just a fool.
And he never gives an answer .....

But the fool on the hill,
Sees the sun going down.
And the eyes in his head,
See the world spinning around.

Well on his way, his head in a cloud,
The man of a thousand voices, talking perfectly loud.
But nobody ever hears him,
Or the sound he appears to make.
And he never seems to notice .....

But the fool on the hill,
Sees the sun going down.
And the eyes in his head,
See the world spinning around.

And nobody seems to like him,
They can tell what he wants to do.
And he never shows his feelings,

But the fool on the hill,
Sees the sun going down.
And the eyes in his head,
See the world spinning around.

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15. Juni 2007, Fundstücke:

Ein Griff ins Klo ...

... wird das Skulpturen Projekt - nun nach 10 Jahren zum dritten Mal im beschaulichen Münster (Fahrrad fahren ist angesagt!!) - bestimmt nicht. Vielmehr wird es zu einem Pilgerort der Kulturtussis und anderer Interessierter.

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14. Juni 2007, Ausstellungen gucken:

Der Blick zurück nach vorn

Nur noch wenige Tage, dann öffnet die diesjährige Documenta , die größte Ausstellung zeitgenössischer Kunst in Kassel ihre Pforten. Und hat zudem noch quasi 50jähriges Jubiläum. In Köln zieren schon großformatige Plakate die Straßen, um für Besucher zu werben. Die Karawane der Kunstinteressierten zieht weiter...


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Grund genug, einmal zurückzublicken, bevor man sich auch auf die Socken macht. Und zwar dokumentarisch sowohl als auch privat - mir fiel nämlich auf, dass ich seit 1982 nach Kassel pilgere - halt: mit einer Ausnahme. 1992 war ich frisch gebackene Mutter, Da ging das nicht!!

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Posted by Kulturtussi in Ausstellungen gucken at 13:55 | Permalink | Comments (0)

13. Juni 2007, Musik hören:

Andy Warhol als Musikproduzent

Mit Velvet Underground, der legendären Truppe um Lou Reed versuchte sich Andy Warhol als Musikproduzent. Bis heute im Gedächtnis ist die Banane, die einst ein Plattencover zierte und heute vom Graffitikünstler Baumgärtel durch die Nation getragen wird. Mit aufsehenerregenden Performances geriet der Ausflug des Pop Artisten in die Welt der Musik selbstverständlich auch als Beitrag zur Kunstszene der 60er Jahre. Für uns Kölner spannend ist die Beteiligung der Ausnahmeerscheinung Nico, der tragisch-berühmten Tochter der Bierbrauerdynastie Päffgen. Es ist eine besondere Zeit, in der - wie kaum vorher und auch nicht danach - die verschiedenen Genres so ineinander verwoben wurden. Musik, Literatur, Malerei, Theater, Tanz - alles wurde zu einem unglaublich kreativen großen Ganzen.

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12. Juni 2007, Ausstellungen gucken:

Viele Kapitäne und das Schiff steigt auf den Berg

Hinter diesem poetischen Spruch verbirgt sich eine äußerst interessante Ausstellung, die am kommenden Samstag in Bonn eröffnet wird. Dort hat man sich mit einer Halle für Kunst und Design eine neue feine Ausstellungsfläche geschaffen, die im Turnus Ausstellungen unter bestimmten Themenschwerpunkten präsentiert. Diesmal geht es um die Wanderer zwischen den Welten. Es geht um japanische Künstler und Designer, die in der westlichen Welt leben und arbeiten und um deutsche Künstler, die sich mit fernöstlichen Techniken und Themen auseinander setzen.

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Posted by Kulturtussi in Ausstellungen gucken at 09:02 | Permalink | Comments (0)

11. Juni 2007, Fundstücke:

Grand Tour

Schon ab dem 16. Jahrhundert gab es die Tendenz zu reisen, um sich zu bilden. Im 17. Jahrhundert war dieses als Abschluß der Erziehung für junge Adelige nahezu ein Muß. Gerne in Begleitung eines älteren Herrn, der als Lehrer und Reiseleiter gleichermaßen für die "Grand Tour" verantwortlich zeichnete. Einer der bekanntesten Bildungsreisenden - natürlich nach Italien, was damals zum absoluten Vorbild aller Kulturbeflissenen geriet - war Goethe, der immer wieder auch aufs Genaueste von den Vorteilen der Bildungsreise geschrieben hat.

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Musste man früher noch mühsam mit bepackten Kutschen und ständigen Achsenbrüchen von Ort zu Ort reisen, so ist das heute im Kultursommer 2007 natürlich einfacher denn je. Venedig, Basel, Kassel und Münster - das ist ja alles ein Katzensprung. Und damit man die moderne Grandtour auch bestens vorbereitet unternehmen kann, hilft eine gemeinsame Plattform dieser vier Kulturereignisse, die auch gleichzeitig die Möglichkeiten der vereinten Marketingstrategien zu nutzen weiß.

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Die Idee ist gut, der Ansatz vielversprechend, auch wenn man sich doch ein bisschen mehr Servicequalität als nur die Zusammenführung verschiedener Buchungsplattformen gewünscht hätte. Aber das Ganze ist sicher ausbaufähig und ich freue mich auch auf meine persönliche Grandtour, von der ich selbstredend berichten werde.

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8. Juni 2007, Köln Kultur:

Müngersdorf und die Künstler der Nachkriegsjahre

Der beschauliche kleine Ortsteil von Köln, der heute hier und da noch den Charme eines Dorfes verbreitet, ist in den fünfziger und sechziger Jahren fast so etwas wie eine Künstlerkolonie gewesen. Zahlreiche bildende Künstler wie Gerhard Marcks und Hildegard Domizlaff haben sich entschlossen, Arbeiten und Leben an diesem Ort oftmals in modern gestalteten Häusern zu vereinen. Marcks erhielt das Grundstück in Müngersdorf als Bezahlung für seine "Trauernde", die er im Auftrag der Stadt Köln erschaffen hatte und die heute noch das Gedenken an die Gefallenen der Weltkriege vor St. Maria im Kapitol wirkungsvoll in Szene gesetzt ist.

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6. Juni 2007, Fundstücke:

Bilder vom Schockrocker

Eigentlich ist er mir ja immer eine Spur zu heftig, der schockende Rocker Marilyn Manson. Wobei seine Bezüge zum romantischen Gothik nicht unbedingt die Schlechtesten sind. Ganz erstaunt war ich jedoch, als ich erfuhr, dass der sonst eher wegen strippender Eheweiber in der Yellowpress vertretene Celebrity auch malt! Weniger erstaunt allerdings, als ich einige der Ergebnisse seiner Ausflüge in die bildende Kunst sah. Leichen, Zwitterwesen aus Welten, die von William S. Burroughs beschrieben worden sind und manchmal auch eine Gruselvariante von Alice im Wunderland. Jetzt kommt er bald sogar nach Köln in die Galerie Brigitte Schenk und stellt dort seine "fleurs du mal" aus. Wird sicherlich viel los sein dort, denn der Künstler wird sogar bei der Vernissage anwesend sein. Ich würd aber auch gerne hingehen, um mir die Bilder anzugehen! Echt jetzt!! Eine eigene Galerie hat Manson übrigens letzes Jahr zu Halloween in Hollywood eröffent. Mit dem klingenden Namen "The Celebritarian Corporation Gallery of Fine Art". Dort stellt er ebenfalls seine schräg-schaurigen Bilder aus, die durchaus nicht ohne künstlerische Qualität sind. Übrigens haben mir schon immer eher die morbide-atmosphärischen Kunstwerke gefallen und deswegen bin ich sehr gespannt auf die Ausstellung hier in Köln.


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5. Juni 2007, Kulturvermittlung:

Mein schönstes Museumserlebnis in Second Life

Nachdem ich gestern einen Rundflug über das Gelände der „dresden gallery“ unternommen habe und in den Brunnen des Innenhofes gestürzt bin, setze ich nun meinen Rundgang fort, der mich nach eine kurzen Orientierungsphase über einen massiven roten Teppich zum Eingang der Gemäldegalerie führt. Ach ja, mein Name ist Monalisa Mastroianni und ich lebe im „Second Life“.

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1. Juni 2007, Fundstücke:

Traurige Songs

Kora Jünger, Hamburger Künstlerin mit eindeutig amerikanischem Einschlag, findet mit Bleistift und Papier zu Bildern, die den Zustand zwischenmenschlichen Agierens in der heutigen Zeit einzufrieren scheinen. Mit bedrückend traurigen Zeichen, die einen zum Lachen bringen und absurd-pointierten Bilduntertiteln blättert sie ein Agieren von Menschen auf, die allesamt entrückt oder betrunken oder sonst irgendwie irritierend abseits zu sein scheinen. Das Faszinierendste an diesen Zeichnungen, die unter dem Titel "World's Saddest Songs" im Rahmen einer Ausstellung im Leopold Hoesch Museum in Düren präsentiert wurden, ist jedoch der ungeheuer feine Strich und die Spannung zwischen Genauigkeit der Haltungen und Weglassen allen überflüssigen Details. Dadurch wirken die Bilder subtil direkt ins Auge des Betrachters.

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