April 2007
30. April 2007, Besondere Anlässe:
Walpurgisnacht
Seit alten Zeiten beherrscht die mythologische Vorstellung von wild tanzenden Hexen in der Vollmondnacht die Gemüter. Vor allem Künstler und Dichter haben sich hier inspirieren lassen und Bilder vom Treiben in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai geschaffen. Die erwachende Natur ließ angeblich auch beim Menschen einige Gefühle erwachen. Am bekanntesten ist sicher unser lieber Goethe, der auch mit einer Federzeichnung aus der Zeit um 1776 zu diesem Thema beiträgt.

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27. April 2007, Musik hören:
Über den Wolken
"Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein" sang einst Reinhard Mai. Und wer dieses Gefühl mit dem Charme der 50er Jahre in Verbindung bringen möchte, der setzt sich in die Gondeln der Kölner Rheinseilbahn. In diesem Jahr feiert die Kölner Seilbahn ihren fünfzigsten Geburtstag. Die MusikTriennale Köln übernimmt den musikalischen Drahtseilakt der Feierlichkeiten mit folgenden Veranstaltungen

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26. April 2007, Besondere Anlässe:
Der Blaue Reiter
Am 26. April 1912 erscheint im Piper Verlag der Almanach Der Blaue Reiter, herausgegeben von Wassily Kandinsky und Franz Marc.
Diese wichtigste Dokumentation der modernen Kunst vor dem ersten Weltkrieg gab eine Künstlerbewegung ihren Namen, die neben der "Brücke" eine der bedeutendsten Erscheinungen des Expressionismus waren.

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24. April 2007, Besondere Anlässe:
Die Macht der Bilder
Ganz schnell noch hinterhergeschoben: herzlichen Glückwunsch, Peter Greenaway zum 65. Geburtstag am 5. April!

Peter Greenaway - seine Filme kommen schon gar nicht mehr in die Kinos, sie sind einfach nicht mainstream genug, um sie in die Cinemaxxe dieser Welt zu tragen. Nein, sie laufen auf Festivals oder werden in großen Ausstellungen gezeigt. Sein jüngstes Werk "Nachtwache" gar ist eine konkret auf den vierhundertsten Geburtstag von Rembrandt bezogene filmische Hommage an den Künstler.

Der Brite Martin Freeman als Rembrandt Harmenszon van Rijn, der auf der Höhe seiner Karriere in dunkle Machenschaften verwickelt wurde.
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23. April 2007, Fundstücke:
Weniger ist mehr
Ein Fernsehbeitrag
über das Schicksal eines architektonischen Schätzchens, das im tschechischen Brünn dem Verfall anheim gegeben wird, wenn nicht ganz schnell jemand einschreitet, rief mir den kongenialen Wegbereiter der modernen Architektur wieder ins Gedächtnis. Mies van der Rohe
, der sich von Aachen aufmachte, die Welt zu erobern, der über das Bauhaus bis in die heutige Zeit hinein wirkt (Rechtestreitigkeiten einbegriffen) gehörte zu Architekten, die sich was trauten. Bis in die kleinsten Entwürfe hinein spürt man seinen Willen zur Konsequenz in der Reduktion der Formen auf das Wesentliche.

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19. April 2007, Köln Kultur:
Kultur und Wirtschaft mal wieder
Ein weiteres Mal trafen sich heute in Köln Vertreter aus Kultur und Wirtschaft, um über mögliche Synergien und tatsächliche Projekte zu reden. Der Verein Citymarketing hatte zu einem Köln-Empfang eingeladen und sich ehrgeizig hinter dieses Thema gehängt. Auf dem Podium diskutierten unter anderem Andreas Blühm als Direktor des Wallraf-Richartz-Museums und verschiedene Kommunikationsmanager, die nicht müde wurden, zu betonen, dass Wirtschaft ohne Kultur und Kultur ohne Wirtschaft gar nicht existieren könnte.

Andreas Slominski, der auch ein gefundenes Geldstück zum auratischen Kunstwerk zu gestalten weiß, hat sicher seine ganz besondere Weltsicht, in der die Wirtschaft, so wie wir sie sozialökonomisch verstehen, zu einer skurillen Randerscheinung wird.
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18. April 2007, Meilensteine der Kunst:
Melancholia
Ob es wohl am trüben Wetter nach dem unglaublich sonnigen Wochenende liegen mag? Jedenfalls kam mir eine Meldung unter über eine neue Untersuchung zu Dürers berühmten Stich unter, die sich damit beschäftigt, dass es sich hier möglicherweise um eine versteckte Darstellung der Justitia handeln könnte. Der Kunstkritiker der FAZ, Friedmar Apel, vermutet hinter der kunsttheoretische These eine gut gemachte Realsatire, die zeigen würde, wie man sozusagen "alles" kunsthistorisch beweisen könne, wenn man es nur gut genug verpacken könnte. Diese Einschätzung finde ich herzerfrischend, zeigt es doch wirklich deutlich, was manchmal keiner zu benennen mag: der Kunsthistoriker an sich versteigt sich hin und wieder gerne in Deutungen um der Deutung willen und bleibt so manchmal nicht ganz am Gegenstand selbst!
Wie dem auch sei: die Melancolia von Dürer ist eines der bedeutendsten Bilder der Kunstgeschichte. Sie prägte die Bildtradition einer Geste wie kaum ein weiteres Werk. Und lieferte schon immer eine ganze Menge an Folien für die unterschiedlichsten Theorien.

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17. April 2007, Besondere Anlässe:
Hummertelefon und Lippensofa
Das Victoria und Albert Museum in London ist die Mutter aller Museen angewandter Kunst. Allerdings ist diese Museum weder für einen Dornröschenschlaf bekannt, der so viele dieser Museen befallen hat, noch mufft es wegen spießiger Ausstellungskonzepte vor sich hin. Nein, vom V&A erwartet man letztendlich sogar immer ein "WOW" wie ein Kuratorenkollege es ausdrückt. Neben so effekthascherischen Schauen wie der mit den Kleidern von Kylie Minogue gibt es aber auch immer wieder überraschend gut gemachte Präsentationen, die kunsthistorisch interessante Phänomene beleuchten. Wie die zu "Surreal Things" ![]()

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16. April 2007, Köln Kultur:
Kennen Sie Haldensleben?
Kennen Sie Haldensleben? Haldensleben
, die familienfreundliche Stadt in Sachsen-Anhalt! Nein? Noch nicht davon gehört? Die haben sogar ein veritables Barockschloss da! Und als Wahrzeichen den reitenden Roland. Putzig, wie der als Comic-Maskottchen dem örtlichen Tourismus-Büro zu Hilfe eilt!!

Was interessiert das denn die Kulturtussi, werden Sie sich jetzt fragen. Nun ja, ab dem 21.4. präsentiert das Museum Ludwig in einem seiner Projekträume die Arbeit von Manfred Pernice, die dieser 2005 unter dem Projektnamen "Haldensleben" anfertigte.
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13. April 2007, Köln Kultur:
Es ist alles Gold...
Ja, der Skulpturenpark Köln ist wirklich Gold wert und die Kölner wissen das gar nicht! Die Iniative des Sammlerehepaares Stoffel, die zu einem wirklich bemerkenswerten Park mit bedeutenden Beispielen zeitgenössischer Skulptur führte, ist den wenigsten bekannt. Jetzt gibt es den Park schon 10 Jahre und mit Skulptur 4 kommen wieder neue Positionen hinzu. Das Konzept ist eine Mischung zwischen temporär ausgestellten Werken, die meist von den entsprechenden Galeristen geliehen werden, und dauerhaft präsentierter Kunst, die angekauft wird. Die Zukunft des Parkes ist noch für einige Jahre gesichert, allerdings plant die Sammlerin Stoffel (ihr Mann verstarb im letzten Jahr) eine Übergabe wichtiger Teile ihrer Sammlung nach München. Da wird sie offensichtlich mit offenen Armen empfangen. Die haben das Gold schon entdeckt!!

James Lee Byars, untitled (Sigmund Freud), 1989
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12. April 2007, Besondere Anlässe:
Der erste Mensch im Weltall
Heute vor genau 46 Jahren umrundete der Russe Yuri Gagarin in seiner Raumkapsel die Erde. Ein Ereignis, das die ganze Welt berührte und auch von vielen Künstlern bestaunt wurde. Picasso schuf sogar eine Hommage an Yuri Gagarin, die zeigt, wie sehr die Eroberung des Weltraums auch auf der künstlerischen Ebene utopischen Entwürfen entsprochen haben muss. Träumerisch, ja fast dem Ikarus-Mythos angelehnt, schaut dieser Gagarin mit Flügeln in die weiten Fernen des Weltalls.

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10. April 2007, Köln Kultur:
KölnShow 2
Unlängst fiel mir der quietschgelbe Katalog der KölnShow von 1990 in die Hände und ich blätterte versonnen darinnen, erstaunt, welche Künstler damals dabei waren und wen man heute noch kennt. Hinter die einzelnen Künstler hatte ich die Preise notiert - auch sicher aus heutiger Sicht eine interessante Dokumentation des Kunstmarktes. Vor diesem Hintergrund ist das Motto der neuen KölnShow "... was einmal über heute gesagt werden wird" sicher ein interessanter Aspekt. Eine Bestandsaufnahme mit dem Wissen darum, dass sich der Markt rasant verändern wird, manche Künstler nach oben spült (und dann wundert man sich in 17 Jahren, wer alles dabei war...) und andere wiederum aussortiert. Eine interessantes Ausstellungsprojekt der European Kunsthalle. Viele der Künstler sind international wichtig und bekannt, aber in Deutschland noch kaum gezeigt worden. Gleichzeitig dient dieses Projekt aber auch der Positionierung der Institution European Kunsthalle.

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8. April 2007, Besondere Anlässe:
Der Vater der Konzeptkunst ist gestorben
“When an artist uses a conceptual form of art, it means that all of the planning and decisions are made beforehand and the execution is a perfunctory affair.
The idea becomes a machine that makes the art.”
—Sol LeWitt

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5. April 2007, Besondere Anlässe:
Ostern
Zu Ostern feiern Christen den Sieg Jesu über den Tod durch die Auferstehung. Diese geschah am dritten Tage nach seinem Tod am Karfreitag. Soweit die reinen Fakten. Einer der wichtigsten Aspekte in der Unterscheidung der evangelischen Kirche von der katholischen ist unter anderem die Bedeutung, die der Karfreitag für die evangelischen Gläubigen hat. Katholiken feiern eher die Auferstehung. Die theologische Bedeutung des Osterfestes ist heute immer mehr hinter den Schokohasen verschwunden. Da die Osterthematik immer schon eines der wichtigsten Motivfelder der Kunstgeschichte war, präsentiert die Kulturtussi hier den Bibeltext in Kombination mit einigen wichtigen Werken zu den einzelnen Themen der Passion Christi. Bis heute scheint vor allem die Karsamstagsthematik - das Warten zwischen Tod und Auferstehung - ein zentraler Aspekt geistesgeschichtlicher Überlegungen zu sein. Ganz aktuell präsentiert das Erzbistum Köln
ein Werk des Lichtkünstlers Michael Bleyenberg
, das hier ganz überraschende neue Sehweisen anleitet.

Michael Bleyenberg, Spero Lucem, 2003
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4. April 2007, Fundstücke:
Picasso und der Fahrradsattel
Eines Tages nehme ich einen Fahrradsattel und eine Lenkstange, setze sie aufeinander ich mache einen Stierkopf. Sehr gut. Was ich aber sofort danach hätte tun sollen: den Stierkopf wegwerfen. Ihn auf die Straße, in den Rinnstein, irgendwohin werfen, aber wegwerfen. Dann käme ein Arbeiter vorbei, läse ihn auf und fände, daß man aus diesem Stierkopf vielleicht einen Fahrradsattel und eine Lenkstange machen könnte. Und er tut es. . . Wundervoll wäre das.

Stierschädel, Tête de taureau, 1942
Bronze in zwei Teilen (nach einem Original aus Sattel und Lenkstange eines Fahrrades)
42 x 41 x 15 cm, Privatsammlung
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3. April 2007, Ausstellungen gucken:
Der Meister und der Mangaka
Schon immer kamen mir die mittelalterlichen Bilderzyklen vor wie uralte Comicstrips und tatsächlich dienten diese Zyklen dazu, den Leseunkundigen wichtige Geschichten zu vermitteln. Besonders die Geschichte der Heiligen Ursula hat sich jedem kölschen Mädsche ins Gedächtnis gebrannt durch die schauerlich-deutlichen Schilderungen ihres grausamen Märtyrertodes, den sie und ihre 11.000 Begleiterinnen vor Köln fanden. Den bösen Hunnenkönig weist man aber auch nicht einfach so zurück. Das müsste eigentlich auch eine britische Königstochter aus dem 4. Jahrhundert wissen. Nun gut, sie mussten ihr Leben lassen, dafür kam ihnen jedoch in der kölschen Heiligenverehrung eine ganz besondere Stellung zu - bis ins Wappen haben sie es sogar geschafft. Vom europaweiten Handel mit ihren Reliquien ganz zu schweigen. Die lächelnden Reliquienbüsten finden sich heute noch in Spanien, in der Bretagne und sogar im hohen Norden - eben entlang der alten Pilgerwege!! Jetzt erweist das Wallraf-Richartz-Museum sich mit einem ungewöhnlichen Experiment als Erneuerer der alten Ursula-Legende

Ursula-Zyklus, Köln um 1450
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2. April 2007, Fundstücke:
Sweet Lord
Also, jetzt mal ehrlich, ihr Katholiken. Was ist denn an diesem Kunstwerk auszusetzen?

Der kanadische Künstler Cosimo Cavallaro
hat eine lebensgroße Christusstatue aus Schokolade geschaffen, die im Roger Smith Hotel in New York zur Karwoche ausgestellt werden sollte. Cavallaro, der ganz in der Tradition der sechziger Jahre mit Lebensmittel als organischem, vergänglichem Material arbeitet, hat meines Erachtens eine sensible und in der Tat sehr schöne Christusfigur geschaffen. In der schlichten Feinheit seiner Gliedmaßen und der fast schwerelosen schwebenden Figur erkenne ich nur eine Übertragung der Christusverehrung und keinerlei Ansätze für etwa ironische Kommentare aus der Richtung "Schokohasen" etc. Zumal ich als ewige Beuys-Vereherin auch um den Gehalt von Schokolade weiß, die Kraft gibt, Energie und positive Gefühle vermitteln hilft, kann ich schon gar nichts gegen den Schokoladenchristus einwenden. Es gibt aus meiner Sicht keinen Grund, aufgebracht gegen diese Christusfigur anzugehen.
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