Oktober 2006
31. Oktober 2006, Museen in der Region:
Museum Kurhaus Kleve
In loser Folge möchte ich hier gerne Museen vorstellen, die versteckt in der Region doch einen unschätzbaren Beitrag zur kulturellen Vielfalt leisten. Sicher lohnt sich der ein oder andere Sonntagsausflug in die Umgebung. Man muss nicht immer in die Metropolen fahren, auch in der Provinz werden engagierte Ausstellungen gezeigt.

Das Museum Kurhaus Kleve im idyllischen Park aus dem 17. Jahrhundert
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30. Oktober 2006, Fundstücke:
Wallraf - das Museum
Die zeitgemäße Vermarktung von Museen - besonders von denen alter Kunst - ist kein einfaches Geschäft. Die Themen sind schwergewichtig bis kompliziert und erfordern sicher auch oft einen mehr als nur flüchtigen Blick. Deswegen ist es wichtig, die Hemmschwelle, die möglicherweise viele Besucher abhält so einen Musentempel zu betreten, so niedrig wie möglich zu gestalten.
Heute morgen zum Frühstück stellte ich mir jedoch die Frage: wie weit soll, darf, kann man dabei gehen.
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27. Oktober 2006, Köln Kultur:
Verborgene Schätze auf der Art Cologne
Am 1. November öffnet eine der größten und international wichtigsten Messen für Kunst des 20. und mittlerweile auch 21. Jahrhundert ihre Pforten. Und: die Art Cologne
wird 40! Ein schönes Jubiläum, das von der KölnMesse mit dezentem Hinweis aber ohne pompöse Übertreibung angemerkt wird. Allerdings hat dieses Jubiläum den Machern der Art Cologne - allen voran Gerard Goodrow als Direktor - mit auf den Weg gegeben, stetig und beflissen an einer Umgestaltung und auch Modernisierung der Messe zu arbeiten. Open Space kam ja im letzten Jahr hinzu und zeigte einige Synergien, indem man einer lockeren Inszenierung der Galerienbeiträge den Vorzug gab und eher auf Kommunikation statt Konkurrenz setzte.
Nun hat man sich in diesem Jahr ein neues Feld erschlossen, dass einen gewissen Kontrapunkt gegenüber den Nachwuchs-Förderkojen und Focussierung auf young and hip setzen soll: HIDDEN TREASURES
Paco Knöller, Yuan X, 2004, Holzschnitt 230 X 110 cm
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26. Oktober 2006, Ausstellungen gucken:
No one will be Famous
Ich bin sicher, die Eingeweihten aus dem inneren Ring der Kunstszene wissen Bescheid. Eine Ausstellung in der Frankfurter Schirn verheimlicht uns die Namen sowohl der ausgestellten Künstler wie den des Kurators oder der Kuratorin. ANONYM - Was will man uns damit sagen? Selbstverständlich ist es eine leidige Unart, dass Kunstbetrachter als allererstes den Kopf ruckartig nach rechts unten neben das Kunstwerk bewegen anstatt die eigene Beobachtungsgabe zu aktivieren. Ich habe immer schon auch die Konzepte ohne Beschriftung geschätzt wie sie das Diözesanmuseum Köln
oder die Museumsinsel Hombroich
schon länger vorstellen. Dennoch ist das nur die halbe Antwort auf die Frage, wie vermittele ich Kunst an Laien. Viele Besucher fühlen sich dann doch etwas allein gelassen. Ihnen fehlen unter Umständen wichtige Aspekte um die Bedeutung der Kunst voll zu erfassen.

Mir scheint jedoch das Projekt in Frankfurt durchaus auch einen postmodernen Charakter zu haben, der die Überfrachtetheit der heutigen Kunstszene kommentiert. Ob man allerdings mit dieser Anonymisierung nicht doch ein wenig kokettiert? Was soll denn eigentlich auch die Auflage von 500 Seiten Blanko-Katalogen? Die sollen bestimmt einmal begehrte Sammelobjekte werden.
Zur Erläuterung des Konzeptes der Ausstellung "Anonym" in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt möge man sich den Pressetext zu Gemüte führen.
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25. Oktober 2006, Fundstücke:
Dialog der Künste - der Zweite
Die Russische Avantgarde wurde von Peter Ludwig als einem der ersten Sammler in einem Museum so richtig deutlich präsentiert. Suprematismus, Konstruktivismus und kleinere interessante Einzelströmungen zeigen eine ungeheuer kreative Kraft zu Beginn des 20. Jahrhunderts in diesem Land. Besonders die ersten Jahre nach der Novemberrevolution bergen ein avantgardistisches Potential, das bei aller Begeisterung für Berlin und Paris vielleicht immer noch nicht genug gewürdigt wird. Woran mag das liegen? Ist es die intellektuelle Ernsthaftigkeit, mit der diese utopische Entwürfe daherkommen oder deren enge Bindung zur russischen Folklore. Mit der Gegenüberstellung eines suprematistischen Kunstwerks und einem Chlebnikov-Text gelingt ein müheloser Einstieg in diese Epoche.

Kasimir Malewitsch, Dynamischer Suprematismus Nr. 57, 1916
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24. Oktober 2006, Fundstücke:
Gut zu wissen ... die hundert einflussreichsten Persönlichkeiten der Gegenwartskunst
Der Kulturschaffende an sich sollte sich für solcherlei Listen ja gar nicht interessieren. Viel zu schnöde wird doch hier meist am Geld gemessen, am wirtschaftlichen Erfolg also. Dieser aber, so denken immer noch viele Künstler und andere Kulturwerker, steht diametral der inhaltlichen Ernsthaftigkeit gegenüber.
Doch lohnt es, einen Blick zu riskieren auf solche Listen und sich zu fragen, was steckt hinter dem Erfolg. Wie kann man möglicherweise doch auch auf die Bedingungen des freien Marktes reagieren. Sich zumindest dessen Gesetze anzuschauen, schadet auf keinen Fall!
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23. Oktober 2006, Köln Kultur:
Lange Nacht der Kölner Museen
Wer hats erfunden? Die Kölner nicht unbedingt, aber die Stadtrevue kann nun schon auf eine lange Tradition dieser äußerst erfolgreichen Museumsnacht
zurückblicken. Ursprünglich waren die Berliner auf die Idee gekommen sind, die Museen einmal zu einer ganz überraschenden Zeit zu öffnen und ein spannendes Programm gleich mitzuliefern. Und heute gibt es eigentlich kaum eine Kultursparte, die nicht auch mit einer langen Nacht die Massen mobilisiert. Der Mensch will sich ereignen! Anscheinend besonders gerne in der Nacht!

Alle Kölner Museen
sind dabei - auch die von denen man bisher vielleicht seltener gehört hat. Zum Beispiel das GeoMuseum oder das Museum für verwandte Kunst. Ein unglaublich dichtes Programm bringt so manchen Entscheidungsschwachen ins Schwitzen. Für alle die, die sich nicht schon einen Plan gemacht haben: hier ein paar Tipps und Empfehlungen (zeitliche Überschneidungen konnte ich leider auch nicht ganz vermeiden)
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20. Oktober 2006, Musik hören:
Ein Berliner in New York. Der unbekannte Weill
Die Reihe "Dialoge" im Käthe Kollwitz Museum bringt ihren diesjährigen Reigen zu Ende und liefert mit dem Konzert zu einem der wichtigsten Erneuerer des Musiktheaters einen schönen Abschluss. Die Kunst und Literatur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielt für die Rezeption der Werke Käthe Kollwitz' durchaus eine Rolle und so darf man begrüßen, dass das Museum in dieser Reihe zuletzt verstärkt auf den "Dialog" gesetzt hat und das Museum so nicht nur reine Location geblieben ist.

Das Programm spannt diesmal den Bogen von Weills einzigem Klavierstück über seine Cellosonate bis hin zu Liedern aus verschiedenen Schaffensphasen: von Berlin über Paris nach Amerika. Die Auswahl nimmt selbstverständlich auch die Rolle Weills als Partner Brechts auf, will aber doch auch verstärkt den unbekannten Weill zeigen.
Irmelin Sloman (Sopran)
Thomas Palm (Klavier)
Matthias Purrer (Violoncello)
Hansgünther Schröder (Moderation)
12. November 2006, 19.00 Uhr
Käthe Kollwitz Museum Köln
Neumarkt-Passage
Der Eintritt kostet 12,00 Euro (erm. 10,00 Euro). Vorverkauf im Museum (0221-227 2899; museum@kollwitz.de) oder am Konzerttag an der Museumskasse.
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20. Oktober 2006, Fundstücke:
Steve Wynn - ein Neodadaist??
So zumindest schrieb das Forbes-Magazin ein wenig amüsiert über das Mißgeschick des Las Vegas-Tycoons Steve Wynn, der mit einer ausladenden Geste seinem Besitzerstolz Ausdruck verleihen wollte und ein Loch in das Gemälde "Le Rêve" gerissen hat.
Picassos Gemälde entstand 1932 und zeigt in verliebten runden weichen Formen seine damalige Geliebte Marie-Théres Walter
Sicher ist dies keine rebellische Aktion gegenüber dem Übervater "Picasso" gewesen und vielleicht sollte man das auch nicht so witzig finden, was da passiert ist. Der amerikanische Milliardär Wynn leidet überdies an einer Augenkrankheit, die das periphere Sehen einschränkt! Alles ziemlich tragisch und irgendwie ist auch seine Reaktion sympathisch: Gott sei Dank bin ich es gewesen, dem das passiert ist! Augenzeugen zufolge habe seine Frau ihn am Telefon nicht hysterisch angschrieen, was auch allgemein von den Anwesenden Freunden aus der Fernsehbranche für ungewöhnlich gehalten wurde.
Nun gut, jetzt kann der arme Wynn seinen Picasso nicht als das teuerste Gemälde der Welt verkaufen. Ursprünglich wollt es der kamerascheue Hedge-Fonds-Milliardär Steven A. Cohen für 139 Millionen Dollar kaufen. Doch Wynn behält es nun erst einmal.

In memoriam Marcel Duchamp!! Die Urinale im neu eröffneten "Wynn" - dem Hotel, das eigentlich "Le Rêve" heißen sollte
Was ich viel dadaistischer an der Geschichte um dieses Ereignis herum finde, ist die Entwicklung Las Vegas' zur heimlichen Kunsthauptstadt Amerikas. Da gibt es ein Museum, das die Moderne des Guggenheim Museums mit der Tradition des Museumsvorbildes der Alten Welt, der Eremitage in St. Petersburg verbindet - ein ebenso reizvolle wie schräge Vorstellung! Und dann will der Casino-Milliardär Wynn seine monsterhaften Kitschhotels mit möglichst vielen Picassos und Co. ausstatten, seine Hotels gar nach den berühmten Bildern der Künstler benennen.
Kommt eigentlich jemand nach Las Vegas, der nicht Celine Dion sehen will oder einmal im Leben sein ganzes Geld ins Spielcasino tragen möchte? Ach ja, vielleicht diejenigen, die mal eben schnell heiraten wollten.
Guckt sich Dieter Bohlen einen Picasso an?
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20. Oktober 2006, Musik hören:
Experimente mit Musik und Computer
Köln ist die Geburtsstätte der elektronischen Musik und auch schon in den Anfängen der fünfziger und sechziger Jahre gab es einen regen Austausch zwischen bildenden Künstlern wie Nam June Paik und experimentellen Musikern wie Karlheinz Stockhausen.
Die Komponistin Viola Kramer bewegt sich in dieser Tradition der elektronischen Experimente mit Stimme und Instrumenten wie Flöten oder Klarinetten. Die Ergebnisse der spannenden Auseinandersetzung mit völlig neuen Möglichkeiten der Klangerzeugung kann man in Köln nun bei einer interessanten Veranstaltung nachvollziehen. Damit man auch auf die Hörerlebnisse eingestellt wird, gibt es - was ich persönlich sehr gewinnbringend finde - auch kleine Einführungen in die Konzerte.
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20. Oktober 2006, Köln Kultur:
Rahmenprogramm "Das achte Feld"
Die Ausstellung "Das achte Feld" wagt sich in manchen Bereichen weit vor in künstlerische Szenen, die noch nicht durch die Kunstgeschichte verarbeitet worden sind. Sicher sind hier begleitende Vorträge und Diskussionen eine Möglichkeit, sich in die jeweiligen Umfelder der Kunstproduktion einzudenken und so möglicherweise zu verstehen, was sonst oftmals nur der Insider erkennen kann.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm lädt die Museumsbesucher immer wieder zu Terminen ins Museum, an denen neben Vorträge und Diskussionen auch ein interessanter Treffpunkt geschaffen wird, bei dem das Gehörte und Gesehene in entspannter Atmosphäre besprechen kann.
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17. Oktober 2006, Ausstellungen gucken:
Foto China
Dass aus China eine ungeheure wirtschaftliche Kraftwelle auf die westliche Welt zuschwappt, darüber ist schon viel gesprochen worden und in Erwartung touristischer Ströme oder neuer Absatzmärkte wetzt man hier und da schon mal die Marketinginstrumente.

Die Bedeutung dieses lange Zeit sehr abgeschotteten Staates für Kunst und Kultur hat indes schon der legendäre Peter Ludwig erkannt, der bereits Anfang der 90er Jahre in diese Richtung zu sammeln begann. Dennoch scheint es, dass bildkünstlerische Impulse aus dem fernen Land immer noch Überraschungen mit sich bringen.
So liefert eine neue Photographie-Ausstellung
in Mannheim neue Seh-Erlebnisse.
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13. Oktober 2006, Fundstücke:
Wer ist Mona Lisa?
Heute kam die Meldung, dass Mona Lisa leider jung sterben musste und der belgische Medizin-Professor Jan Dequeker hat sogar posthum die Diagnose gestellt: eine vererbte Hyperlipidemie soll Leonardos berühmtestes Modell im Alter von nur 37 Jahren tragisch dahin gerafft haben.
Dies ist nach der Ende September als Sensation verkauften Entdeckung, die Dargestellte sei wohl schwanger gewesen oder habe zumindest gerade entbunden, die zweite marktschreierische Meldung zu dem wohl berühmtesten Porträt der Welt. Sind die Forscher alle einem hollywoodesken "Da Vinci Code" Syndrom verfallen? Bei meinen Recherchen zu den Hintergründen stieß ich auf die Texte von Maike Vogt-Lüerssen
, die ich ungeheuer spannend und einleuchtend finde.
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12. Oktober 2006, Ausstellungen gucken:
Picasso kennt kein Alterswerk
Picasso ist für mich sowieso der größte Künstler aller Zeiten. Wieso? Vor allem, weil ich keinen anderen kenne, der so voller Energie bis ins hohe Alter war, der mit seiner Kunst immer wieder neue Wege beschritten hat. Er hat das gesamte 20. Jahrhundert beeinflusst mit seiner Kunst, die er immer wieder zu erneuern wusste. Er ist der einzige Künstler, dessen Spätwerk nicht schwächelt. Nein im Gegenteil: es strotzt nur so vor Lebensenergie und gerade die schwindende eigene körperliche Energie bringt ihn zu immer neuen kompensatorischen Meisterleistungen.

Eine Ausstellung in der Wiener Albertina
zeigt rund 200 Werke aus der späten Zeit.
Aus Anlass dieser von Werner Spies eingerichteten Ausstellung präsentiere ich einen weiteren Dialog der Künste. Denn, was die wenigsten wissen, Picasso war auch als Schriftsteller tätig.
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11. Oktober 2006, Texte zur Kunst:
Cézanne zum 100. Todestag
Er ist der mit den Äpfeln. Ein Maler, der eigentlich Jurist werden sollte und der - stiller als die anderen Revolutionäre - die Entwicklung der modernen Kunst maßgeblich vorangetrieben hat. Seine Farbpalette ist reduziert, seine Malerei in die Fläche gearbeitet und die Motive so unspektakulär wie neu und äußerst ungewöhnlich.
Paul Cézanne starb am 22. Oktober 1906 an einer Lungenentzündung, die er sich zuzog, weil er wie die meisten Impressionisten draussen "plein air" malte.
Eine kleine Bestandsaufnahme der wichtigsten Aspekte cézannscher Malerei zeigt die Bedeutung des französischen Künstlers, der für viele eine Art Übervater der Moderne ist.
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10. Oktober 2006, Fundstücke:
Enzensberger schockt Kulturpolitiker
Im Mai trafen sich die Mitglieder des "orden pour le mérite" in Berlin und der Autor Hans Magnus Enzensberger hat mit einer provokanten Rede seine Meinung zur Kulturpolitik kund getan. Zum einen wettert er gegen die Verbeamtung von Kulturverantwortlichen und zum anderen schwingt er sich in die allgemein immer wieder gerne gehörte Litanei gegen die Eventkultur ein. Sicher hat die Rede auch den Grund gehabt, über die Mißstände der Kultur vor allem in öffentlicher Hand nachzudenken. Da möchte ich Enzensberger vor allem hinsichtlich der Beamtenmentalität beipflichten. Doch per se eine Verurteilung von Großveranstaltungen zu betreiben? Da scheint mir doch beim Schriftsteller ein wenig der Elfenbeinturm durchzuschimmern und grundsätzlich die Einstellung, dass Kultur kein Massenereignis sein dürfe. Ich finde aber, das sollte unser Ziel auf jeden Fall sein: Kultur massenkompatibel zu machen und nicht nur wenigen Eingeweihten zugänglich!!
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9. Oktober 2006, Fundstücke:
Vertikult - Portal für Kulturschaffende
Anscheinend häufen sich die Tendenzen, Kulturschaffende miteinander zu vernetzen, wie ein interessantes Portal zeigt, dass in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut entstanden ist. Vertikult
ist eine Möglichkeit für Kulturarbeiter, das über die üblichen Jobangebote und -gesuche hinausgeht und auch Kooperationen anbietet oder Links zu Ausschreibungen im Kulturbereich bietet. Außerdem werden Seminare angekündigt und Informationen weitergereicht, die die Selbständigkeit in Kulturjobs befördern soll.
Manche Meldung scheint jedoch ein wenig veraltet und auch das Interview mit Monika Cziesla, Expertin für Existenzgründung in der Kultur- und Kreativwirtschaft, erwähnt mir persönlich ein wenig zu ausführlich die leider schon längst eingestellte Aktion "StartArt". Dennoch sind hier sicher nützliche Hinweise zu finden, wenn man die Seiten aufmerksam durchforstet.

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6. Oktober 2006, Ausstellungen gucken:
Der faszinierende Zeichenstift
Der Zeichenstift ist eines der am häufigsten benutzen Medien in der Kunst! Und eines der ältesten! Der Film hingegen ist erst seit den späten siebziger, frühen achtziger Jahren arriviertes Kunstgenre! Beides kombiniert der in Johannesburg geborene Künstler William Kentridge zu Kunstwerken, die sich mit den Themen der Apartheid und sozialen Veränderungen seiner Heimat Südafrika beschäftigen. Wie eine Art Bewusstseinsstrom verfolgt man die Bilder in den animierten Filmen und fühlt sich hineingezogen in eine faszinierende Zwischenwelt, die durch die haptischen Qualitäten der Kohle- oder Pastellzeichnungen ihren ganz eigenen Charme entwickelt.
Als Auftragsarbeit für das Deutsche Guggenheim in Berlin entwickelte Kentridge eine neue Installation mit dem Titel Black Box/ Chambre Noire, die sich aus einem mechanischen Theater en miniature, Animationsfilmen, Kohlezeichnungen und plastischen Elementen zusammensetzt. Black Bock/ Chambre Noire beschäftigt sich mit der deutschen Kolonialherrschaft in Afrika.
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Posted by Kulturtussi in Ausstellungen gucken at 16:13 | Permalink | Comments (0)
5. Oktober 2006, Texte zur Kunst:
Van Gogh und die Sache mit dem Ohr
Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an Vincent van Gogh denken? Dass er sich sein Ohr abgeschnitten hat? Damit sind Sie nicht alleine - anscheinend hat sich dieses ungeheuerliche Vorgehen bei einer Großzahl Kunstinteressierter eingeprägt! Van Gogh war ein Genie, denn er revolutionierte die Kunst durch seine leidenschaftliche und expressive Art. Aber wie so oft liegt Genie und Wahnsinn eben doch auch beieinander. Dennoch ist Van Gogh oft missverstanden worden. So wollte er sich zum Beispiel gar nicht umbringen, als er giftige schwefelgelbe Farbe aß! Nein, er war so im Farbrausch, dass er sie sich im wahrsten Sinne des Wortes "einverleiben" wollte!!
Wie aber kam es eigentlich zu dieser doch recht blutigen Tat mit dem Ohr? Was geschah am Vorabend der Ereignisse und wie erging es dem Maler danach??
Folgen Sie mir über Tagebuch- und Briefzitate zu einem kleinen fiktiven Dialog zwischen Paul Gauguin und Van Gogh und erleben Sie die "Chronologie eines frühen Todes".
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Posted by Kulturtussi in Texte zur Kunst at 16:30 | Permalink | Comments (4)
4. Oktober 2006, Köln Kultur:
Blau Weiss
Eine Ausstellung, die farbliche Zusammenstellungen in den Fordergrund stellt. Man hat sofort Assoziationen bei diesem Titel - an Frische, an Wasser und Himmel, vielleicht an Zwiebelmuster. Was mag einen erwarten - vor allem, wenn es sich bei der Künstlerin um eine Bildhauerin handelt. Wie geht eine Bildhauerin mit Farbe um?
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2. Oktober 2006, Fundstücke:
Simone und Jean-Paul
Sie siezten sich lebenslang und sie führte ihm angeblich immer die jungen Geliebten zu! Was für eine exzentrische Beziehung, die sämtliche bürgerliche Beziehungskonzepte komplett über den Haufen warf. Sicher waren Simone de Beauvoir und Jean Paul Sartre als Paar ein Vorläufer der 68-er Bewegung und haben in ihrer kompromißlosen Art tatsächlich Maßstäbe gesetzt. Aber waren sie auch glücklich dabei?
Ein Hörspiel im Deutschlandfunk mag darüber Auskunft geben, denn es besteht aus eine Collage von Briefstellen, Tagebucheinträgen und Interview-Szenen der beiden Protagonisten der existentialistischen Bewegung.
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Posted by Kulturtussi in Fundstücke at 16:10 | Permalink | Comments (3)
