September 2006
29. September 2006, Texte zur Kunst:
Die Macht der Bilder - René Magritte
Wie magisch angezogen begegnet der Betrachter den Werken von René Magritte. Die Bilder, die aus einer anderen Welt zu stammen scheinen, strömen eine geheimnisvolle Aura aus und faszinieren mit ihrer Feinmalerei. Allzu oft sieht man jedoch nur die "Oberfläche" der magrittschen Kunst, hängt sich seine Bilder als Poster zu dekorativen Zwecken auf und geht der Faszination nicht näher nach.
Was steckt hinter den Bildern? Wie funktionieren sie und auf was nehmen sie Bezug? Wenn man diesen Fragen nachgeht, begibt man sich in eine eigene Welt mit einer eigenen Sprache und begegnet möglicherweise dem eigenen Unterbewusstsein!!
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28. September 2006, Köln Kultur:
Kultur goes Wirtschaft
»Wie profitieren Kultur und Wirtschaft?«
So der Titel einer interessanten Veranstaltung namens KULTURSPONSORINGGIPFEL, der am 2. und 3. November parallel zur Art Cologne stattfinden soll.

Musentempel lockt Kunden - oder auch nicht?!!
Eine tolle Sache: zwei ganze Tage kann man von Experten hören, wie das geht. Geld verdienen mit Kultur zum Beispiel. Oder Sponsoren am Telefon angeln. Sich als Künstler selbst vermarkten und jede Menge Besucher zu Ausstellungen zu locken.
Eigentlich sinnvoll, neben der Art Cologne so einen engagierten Kultursponsoring-Gipfel zu veranstalten. Mich beschleicht jedoch die Vorstellung, dass alles ein wenig zu "wirtschaftslastig" werden könnte. Denn das ist nicht so einfach, das Vermarkten der Kultur. Denn - und davon bin ich immer noch zutiefst überzeugt - im Kulturbereich herrschen andere Gesetze als in der viel beschworenen freien Wirtschaft. Da muss man immer wieder fragen, ob man den Inhalten gerecht wird. Richtig ist sicherlich, dass sich die Kulturschaffenden mehr am ökonomischen Ablauf orientieren sollten. Doch muss immer genau auf das "WIE" geschaut werden. Bei der Übertragung gängiger Marketingkonzepte auf Kulturprojekte wird das oft nicht getan - ganz nach dem Motto: verkaufen lässt sich alles.
Beim Titel der Veranstaltung hat man aber vielleicht zugunsten der besseren "Schlagwort-Qualität" ein etwas schiefes Deutsch verfolgt: profitieren wovon??? Natürlich voneinander!!!
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28. September 2006, Fundstücke:
Gaga with Degas
Bob Kessel
ist ein englischer Künstler, der sich an die Urväter der Kunstgeschichte heranwagt und nicht davor zurückschreckt, diese in einem wirklich unglaublich plakativen Stil zu wiederholen. Die ornamentalen Riesenschinken, die dabei entstehen sind Pop Art. Aber sie lenken über das Mimikry-Muster hinaus auch die Sehgewohnheiten der Betrachter. Man versucht sich unversehens an Ratespielchen und freut sich zudem noch an den rotzigen Titeln seiner Serien.
Auch wenn ich manchmal doch *sehr bitten möchte*, nicht so despektierlich mit den Großen der Kunst umzugehen: ich find es großartig!!!

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27. September 2006, Texte zur Kunst:
Marc Chagall - Leben und Werk
Mark Zakharovich Shagal ist der ursprüngliche Name des als "Marc Chagall" die Kunst des 20. Jahrhunderts bestimmenden Künstlers. Kaum einer, von dem mehr Poster und Ansichtskarten weltweit vertrieben werden oder zu dessen Werken jährlich zahlreiche Exkursionen unternommen werden.

Wer war dieser Chagall und kann man ihn tatsächlich als heiterern Buntmaler sehen oder steckt mehr hinter dem jüdischen Künstler, der viele Bewegungen der Moderne gesehen hat, sich inspirieren ließ jedoch nie für eine konkrete Kunstrichtung einsortierbar war?
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27. September 2006, Theater Theater:
Darf Kunst Angst haben?
Die Intendantin der Deutschen Oper Berlin Kirsten Harms erklärte gestern Nachmittag in einer Pressekonferenz, dass der Innensenator ihr gegenüber gesagt habe, dass er nicht wolle, dass es sie, d.h. die Deutsche Oper, nicht mehr gäbe. Er hat damit die Gefahr beschrieben, in der nach seiner Auffassung die Deutsche Oper Berlin mit der Aufführung der Mozart-Oper Idomeneo steht. Die Intendantin der Deutschen Oper Berlin hat nach der Warnung durch den Berliner Innensenator die geplanten Aufführungen von Idomeneo vom Spielplan genommen.
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26. September 2006, Fundstücke:
Dialog der Künste
Immer wieder begegnen mir literarische Texte, mit denen sich ein Dialog in Gang setzen lässt, der die bildende Kunst auf eine befriedigende und erschöpfende Weise vermittelt, wie sie kein Vortrag oder Frontalunterricht je vermitteln könnte.
In loser Folge möchte ich diese literarischen Fundstücke ausgewählten Kunstwerken gegenüberstellen und als Anregung für eine neue Form der Auseinandersetzung mit Kunst präsentieren.
Den Anfang macht ein Gedicht des expressionistischen Dichters Paul Boldt
, welches 1913 erstmals in der Zeitschrift "Die Aktion" veröffentlicht wurde. Dieses Gedicht begegnet einem Gemälde Ernst Ludwig Kirchners aus demselben Jahr: "Fünf Frauen auf der Straße", das sich heute im Museum Ludwig
, Köln befindet.
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25. September 2006, Köln Kultur:
Grenzen unserer Bilder
Zur Internationalen Photoszene Köln
stellen verschiedene Fotografen im Kulturbunker Mülheim aus, die eine gemeinsame Studienzeit an der Fotoschule Köln vereint: Gangolf Bartz, Edith Buchhalter, Uwe Müller, Ingrid Schreiber, Frank Steinbach, Nicole Wustrack, Damian Zimmermann
Die Ausstellung heißt "Grenzen unserer Bilder - Grenzen unserer Welt"
und zeigt ganz unterschiedliche Positionen zeitgenössischer Fotografie.

Zimmermann stellt die Befindlichkeiten Portraitierter entsprechenden Landschaftsbildern gegenüber
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22. September 2006, Köln Kultur:
Mike Kelley erhält den Hahn-Preis Köln 2006
Wolfgang Hahn war Chef-Restaurator am Wallraf-Richartz-Museum/Museum Ludwig und ebenfalls ein begeisterter und einflußreicher Sammler. Besonders die Kunst der 60er Jahre mit Fluxus und Nouveau Réalisme lag ihm am Herzen und er gehört zu einem der wichtigsten Förderer. Seine Sammlung ist übrigens heute im Museum für moderne Kunst in Wien zu sehen! Der Preis, den die Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig seit 1994 alljährlich vergibt, ist dieser wichtigen Persönlichkeit der Kölner Kunstszene gewidmet. Von Anfang an übrigens als Ankaufspreis bestimmt, der dazu führen sollte, dass die Sammlung des Museums wächst.
In diesem Jahr wurde - unter Hinzuziehung einer Gastkuratorin vom New Yorker Whitney Museum (Donna de Salvo) der Preis dem kalifornischen Künstler Mike Kelley zugesprochen. Angekauft wird sein Bild "Primal Architecture".
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21. September 2006, Köln Kultur:
KunstBewusst
Eine lohnenswerte Vortragsreihe wird seit geraumer Zeit von den Freunden des Wallraf-Richartz-Museums und des Museums Ludwig in Köln organisiert. Namhafte Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler werden eingeladen zu Themen zu sprechen, die mal enger, mal weiter mit den Sammlungsbeständen in Zusammenhang stehen.
Nach den Vorträgen gibt es immer noch eine schöne Gelegenheit bei kleinen Snacks ins Gespräch zu kommen.

Der Stiftersaal des Wallraf-Richartz-Museums - auch ein architektonisches Highlight
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20. September 2006, Texte zur Kunst:
Anselm Kiefer und die Literatur
Anselm Kiefer:„Elisabeth“
Ein Dialog mit Texten von Paul Celan und anderen Autoren als Beispiel für Kunstvermittlung und Intertextualität

Die Installation "Melancholia" aus dem Jahre 2000
Es gibt Kunst, die sich ohne Wenn und Aber nur aus sich selbst heraus erschließen lässt, die nichts außer sich selbst thematisiert und den Betrachter alleine mit ihrem Sein beschäftigt. Die Identität von Form und Inhalt wird als ungebrochen angesehen. Dagegen steht das Kunstwerk, das nicht für sich alleine genommen werden soll, sondern in den unterschiedlichsten Kontexten gesehen werden muss. Das Bezüge herstellt, die auch und vor allem als Wesen dieses einzelnen Kunstwerkes gesehen werden müssen.
Anselm Kiefers Kunstwerke sind nicht nur Objekte, die jedes von einer ungeheuren materialen Präsenz sein können, sondern sie sind vielmehr Teil eines dichten Geflechtes von Bedeutungen und Verweisen in seinem gesamten bisher geschaffenen Œuvre. Das Arbeiten mit so vielfältigen Bezügen wurde ihm jedoch nicht selten als Oberflächlichkeit und Effekthascherei angekreidet. Hier soll nun einmal der Versuch unternommen werden, durch das unmittelbare Gegenüberstellen von einzelnen relevanten Textpassagen die Wirkung der Bezüge zu testen. So mag dann jeder für sich entscheiden, ob die Dinge, die Kiefer vorstellt, ein ästhetisches Eigenleben entwickeln oder ob sie nur leere, aneinandergefügte Hülsen bleiben.
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19. September 2006, Köln Kultur:
Wie werden wir morgen leben II

Anscheinend ist dies auch für die Macher von plan 06
die zentrale Frage, denn in vielen Projekten, die bei dieser Kölner Schau gezeigt werden, wird auch in utopischen Entwürfen und Diskursen vorgeführt, wie die Zukunft sein könnte.
Zum inhaltlichen Epizentrum der plan 06 wird das so genannte Belgische Viertel mit seinem trendigen "Hallmackenreuther" - einem Café mit 60er Jahre Charme. Hier zeigt sich, wie eng Lifestyle, Architektur und urbanes Leben (angesagtes Ausgehviertel für Kreative!!) ineinandergreifen.
Besonders erwähnenswert erscheint mir die Plattform für den Nachwuchs, der in einem gesonderten Hochschulforum präsentieren kann, welche Beiträge junge Architekten und Stadtplaner zum Thema liefern.
Das Forum für aktuelle Architektur findet vom 22. bis zum 29. September 2006 in Köln statt und beitet mit insgesamt 100 Terminen an unterschiedlichen Schauplätzen einen umfassenden Beitrag zur Architektur und Stadtplanung der Moderne.
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19. September 2006, Köln Kultur:
Neue Galerie bereichert Köln
Mit der Ausstellung "Orientbilder" - Malerei auf Fotografie von Georg Gartz - startet Martin Turck am Freitag, dem 22.9. (Vernissage ab 19.00 Uhr) seine Tätigkeit als Galerist. Die demnächst beginnende Kölner Photoszene wird hier sicher auch auf interessante Beiträge stoßen. Inmitten der spannenden jungen Szene von Ehrenfeld wird Turck in Zukunft vor allem abstrakte Malerei ausstellen, die er gezielt in sein Programm aufnehmen will.
Die Kulturtussi wünscht Martin Turck und der Galerie einen tollen Start und viele spannende Begegnungen in den neuen Räumen in der Glasstraße 65.
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18. September 2006, Fundstücke:
Kunst für Splatter-Fans - Isa Genzken traut sich was
Isa Genzken gilt als eine der einflussreichsten Künstlerinnen der Gegenwart. Sie wird sogar den deutschen Beitrag für die kommende Biennale
in Venedig beisteuern - wie sie überhaupt 2007 allgegenwärtig sein wird: bei skulpturen projekte münster
ebenso wie auf der documenta
.
Bisher hatte ich Isa Genzken vor allem mit den strengen Architekturfragmenten aus Kunststoff verbunden. Hatte sie irgendwie in die Schublade "minimal art" geschoben und in Richtung Materialästhetik und Raumbeherrschung aufgehangen.
Dann begegnete ich bei meinem letzten Rundgang durch das Museum Ludwig
in einem abseits der Laufrichtung gelegenen Extra-Raum einer Installation, die mich sofort in den Bann zog.

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15. September 2006, Fundstücke:
Die spinnen - die Krefelder!
Die Not ist groß im Kaiser Wilhelm Museum
in Krefeld! Die klimatischen Bedingungen katastrophal und keine müde Mark für irgendwelche Verbesserungen. Und verständlich, dass die Krefelder aus lauter Verzweiflung anfangen, auf dumme Gedanken zu kommen: sie wollen ihr wohl wertvollstes Stück veräußern, um die Löcher zu stopfen. 1907 schenkte ein reicher Gönner das Gemälde "Houses of Parliament London" dem Museum. Kein geringerer als Claude Monet hatte es 1904 als Teil einer ganzen Serie zum gleichen Thema gemalt. Es gilt als eines der faszinierendsten Beispiele des späten Monets, der mit solchen Bildern die impressionistische Malerei zur klassischen Moderne überführte.

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14. September 2006, Ausstellungen gucken:
«Mathilda is calling»
Eine imagefördernde Ausstellung auf der Mathildenhöhe in Darmstadt
Aufbruchstimmung in Darmstadt! Auf der Mathildenhöhe
, die schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts ein Ort neuer Ideen gewesen ist. Ja, man darf den Jugendstil nicht mit den zuckersüßen Dekoren gleichsetzen, die vielleicht manche bei Schmuck, Gläsern und sonstigen kunsthandwerklichen Dingen assoziieren. Diese Epoche wollte auch eine neue Ästhetik entsprechend dem Lebensgefühl des ‚fin de siècle’ entwickeln und bereitet viele Strömungen der Moderne vor. Besonders die Idee des ganzheitlichen Ansatzes in der Kunst, die Vorstellungen vom Gesamtkunstwerk, ist es, die die Jugendstil-Konzepte so spannend machten.
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13. September 2006, Köln Kultur:
StadtArt
Kunst im öffentlichen Raum - zumal im urbanen - unterliegt besonderen Rezeptionsbedingungen. So ist es eine große Herausforderung für jeden Künstler, ohne die schützende Hülle von Galerie- oder Museumsräumen zu arbeiten. In Bergisch Gladbach hat sich der AdK - Arbeitskreis der Künstler Bergisch Gladbach - aufgemacht und mit verschiedenen Aktionen zum 150jährigen Jubiläum beigetragen.

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12. September 2006, Köln Kultur:
Peter Zumthor zur Kölner Oper
"Liebe deine Stadt" - Eine Laudatio von Peter Zumthor zur Kölner Oper

Im Winter 2004/05 fand die politische Diskussion um die Zukunft des Opern-Ensembles von Wilhelm Riphahn seine Fortsetzung auf den Leserbriefseiten der Kölner Tageszeitungen. Dieses stadtprägende Baudenkmal aus der Wiederaufbauzeit, das einst den Geist der jungen Republik schnupperte, wurde u.a. als „Plattenbau der sechziger Jahre“ verunglimpft. Parolen wie „Weg mit dem hässlichen Koloß“ riefen aber auch viele Kölner auf den Plan, die sich für den Erhalt der Oper einsetzten. So folgte der Rat der Stadt Köln vielleicht auch dem öffentlichen Meinungsbild einer vom Abriss der Josef-Haubrich-Kunsthalle sensibilisierten Öffentlichkeit und entschied sich für die Generalsanierung des Gebäudes und gegen die Vermarktung des Offenbachplatzes und einen geplanten Neubau an anderer Stelle.
Diese Debatte wurde zum Ausgangspunkt für die Kampagne „Liebe deine Stadt
“, die seit dem Frühjahr 2005 versucht das Selbstbewusstsein, das Köln in Bezug auf seine Bewohner und seine Atmosphäre besitzt, auf Köln als gebaute Stadt zu übertragen. In unregemäßigen Abständen werden herausragende Gebäude der 50er und 60er Jahre mit einer überdimensionalen Preisschleife ausgezeichnet. Wechselnde Laudatoren stellen sich dabei der Fragen nach der „Kölnischen Identität“.

Die Laudatio zur Kölner Oper wird der Schweizer Architekt Peter Zumthor halten, der sich im Rahmen seines Entwurfs für das Diözesanmuseum mit der städtebaulichen Situation am Offenbachplatz intensiv auseinandergesetzt hat. Außerdem wird Frau Dr. Hiltrud Kier, die viele Jahre als Stadtkonservatorin in Köln tätig war, eine Einführung zum Opern-Ensemble geben.
Laudator: Prof. Peter Zumthor
Einführung: Prof. Dr. Hiltrud Kier
Ort: Opernhaus, Offenbachplatz
Datum: Freitag, 22. September 2006
Beginn: 18 Uhr
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der PLAN 06, dem Europäischen Haus der Stadtkultur, der Kunststiftung NRW und den Bühnen der Stadt Köln.
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11. September 2006, Eröffnungsreden:
Art.Entfaltung - die Eröffnung
Was ist KUNST? Wer ist ein KÜNSTLER?

Zentrale Fragen des Kulturbetriebes, die sich jedoch kaum jemand zu beantworten getraut. Zu sehr dem zeitgeschichtlichen Wandel unterworfen, ist es schwer möglich, eine allgemeingültige Definition von Kunst zu liefern. Dennoch gibt es Kriterien, anhand derer man sich der Frage nach dem Ursprung von Kunst zumindest annähern kann. Zwei Zitate mögen die Richtung angeben:
„Der Künstler ist der Ursprung des Werkes. Das Werk ist der Ursprung des Künstlers. Keines ist ohne das andere.“
Martin Heidegger
„Das Schöpferische erkläre ich als das Künstlerische, und das ist mein Kunstbegriff.“
Joseph Beuys
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8. September 2006, Fundstücke:
Kommentar zum Eva-Prinzip

Rosemarie Trockel (1952) »Ohne Titel (Ofenplatte)« 1991, Eisen, Einbrennlackierung
Rosemarie Trockel gilt als eine der wichtigsten zeitgenössischen Künstlerinnen und ist selbstverständlich alles andere als ein "Heimchen am Herd". Selbstbewusst ist sie eine global playerin der Kunstszene und natürlich generationsbedingt eine Tochter der feministischen Bewegung. In ihren "Herdbildern" beschäftigt sie sich durchaus auch mit dem Rollenverständnis unserer Gesellschaft und liefert hierzu eine ironisierte Anmerkung. Allerdings dürfen ihre Werke nicht als pure Auseinandersetzung mit weiblichen Rollenklischees mißverstanden werden. Wie es ja auch generell ins Aus führt, wenn man zu einseitig nur einen Aspekt verfolgt, liebe Frau Herrmann. Es geht bei Rosemarie Trockel um die Befragung der unterschiedlichen Kunstgenres - Malerei, Plastik, Ready mades - zwischen denen ihre Werke oftmals changieren - und darin wiederum auch um die Frage der Präsenz von Künstlerinnen in der Kulturlandschaft. Auch im 21. Jahrhundert sind die - zumindest was die öffentlichen Sammlungen angeht - immer noch in der Unterzahl.
"Indem sie die Funktionsprinzipien von Malerei und Plastik gegeneinander ausspielen, wurzeln diese »Herd-Werke« tief in der Tradition der Moderne. Die geometrische Wechselwirkung der schwarzen Platten mit dem weißen Grund scheint die Minimal Art der 60er-Jahre fortzusetzen, während ihre symbolische Struktur an die soziale Plastik von Beuys erinnert. Die Anordnung der Herdplatten auf dem emaillierten Metall kann zudem als hermetischer Verweis auf die Zahl schwarzer Punkte auf Spielwürfeln interpretiert werden."Dr. G. Inboden, Staatsgalerie Stuttgart
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7. September 2006, Ausstellungen gucken:
Wie werden wir morgen leben?

Das urbane Umfeld mit seinen Zeichen und Systemen, seinen Möblierungen und Architekturen prägt - oft auch auf ganz unbewusste Weise - seine Bewohner. Großstadt ist ein Phänomen, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts erstmals auftauchte und auch schon damals von Soziologen, Philosophen und vor allem auch Künstlern analysiert wurde. Der Aspekt des "Gestalteten" ist derzeit Thema einer interessanten Ausstellung, die im neu gestalteten Umfeld der Zeche Zollverein innerhalb der "Entry2006" gezeigt wird: DESIGNCITY.
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6. September 2006, Texte zur Kunst:
Tiefer hängen! Eine Rezension

In seinem Buch "Tiefer hängen" hat Wolfgang Ullrich den Umgang mit der Kunst pointiert analysiert.Am Anfang steht jedoch eine hübsch erzählte Anekdote, die den kritischen Unterton der nachfolgenden Betrachtungen auf angenehme Weise ‚erdet‘. „Live is great“ ruft da jemand nach dem Besuch eines Kunstmuseums aus und Ullrich hat recht: wenn Kunst solche Reaktionen hervor zu rufen imstande ist, kann noch nicht alles verloren sein. Es führt allerdings direkt ins Thema ein: Erwartungen an den Kunstbetrieb, Aufgaben der Kunst und das sensible Gefüge Kunstszene – Künstler – Rezipient.
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5. September 2006, Ausstellungen gucken:
L’Art et l’Amour
Sie galten als "Bonnie und Clyde" der Kunstgeschichte und lieferten mit ihren Arbeiten mit die wichtigsten Beiträge der Kunst der 60er Jahre. Jetzt zeigt das Museum Tinguely in Basel die Ausstellung "Niki & Jean, L’Art et l’Amour". Eine wunderschöne, berührende Ausstellung, die vom 29. August bis zum 21. Januar läuft und in Kooperation mit dem Sprengel Museum Hannover entstand sowie von der Niki Charitable Art Foundation, San Diego unterstützt wurde.

Niki und Jean, Éloge de la folie, 1966
© Foto: Monique Jacot
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4. September 2006, Köln Kultur:
Zum Sterben schön!

Edvard Munch, Das Mädchen und der Tod, 1894, Graphiksammlung 'Mensch und Tod' der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
L'art macabre, damit lassen sich Werke passend beschreiben, die sich mit dem Tod auseinander setzen. Dabei wird vor allem auf Widersprüchlichkeiten und Schockeffekte gesetzt. So wie die exzentrische Bildgattung "Totentanz", die die Illusion der unbekümmerten Lebensfreude mit dem Schrecken des Todes verbindet. Ein besonders beliebtes Motiv in der Epoche des Barock, in der ja die Vergänglichkeit eine wichtige Rolle gespielt hat.
Aber auch im 20. Jahrhundert entstehen legendäre Kunstwerke, die mit Tot und Vergänglichkeit konfrontieren.
Ab dem 6. September zeigt das Museum Schnütgen
in Kooperation mit dem Seminar für Kunstgeschichte eine spannende Ausstellung.
Zum Sterben schön!
Alter, Totentanz und Sterbekunst von 1500 bis heute
Museum Schnütgen, Cäcilienstr. 29, 50667 Köln
Tel.: 0221-22123620
Öffnungszeiten: Di-Fr. 10.00 bis 17.00 Uhr
Sa+So: 11.00 bis 17.00 Uhr
eintritt 6,00 Euro, erm.: 3,00 euro
Eine begleitende Website
bringt umfangreiches Textmaterial und weiterführende Informationen.
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1. September 2006, Ausstellungen gucken:
Ich hab noch einen Koffer ...
... nein, diesmal nicht in Berlin, sondern am Bahnhof Rolandseck. Ein Ausstellungsprojekt, das einen perfekteren Ort nicht hätte finden können, macht hier seit dem 11. August und noch bis zum 3. Oktober halt.

Es sind Künstlerkoffer, die nun schon mehr als 20 Jahre auf Reisen sind. Ausgangspunkt war das Forum Kunst
im badenwürttembergischen Rottweil, das anläßlich seines 10jährigen Jubiläums 200 leere Koffer an europäische Künstler verschickte mit der Bitte, diese doch zu gestalten. Günter Uecker setzte in den Koffer sein verstörendes Nagel-All-over und Ursula Schulze-Blum ein Stilleben aus Pelzresten und Farbklecksen. Ruprecht Geiger tauchte ihn in sein legndäres Rot und auch Isa Genzken steuerte eine Installation bei. Aus heutiger Sicht eine spannende Rückschau auf die Kunstszene der 80er Jahre!
Insgesamt kehrten 97 Koffer damals nach Rottweil zurück. 67 von Ihnen sind momentan im Bahnhof ausgestellt, 30 lagern noch in der Gepäckaufgabe des Bahnhofes, der in diesem Jahr ebenfalls ein Jubiläum feiert: das 150.
Die Ausstellung „Künstlerkoffer im Bahnhof Rolandseck
“ ist bis zum 3. Oktober dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt kostet 4, ermäßigt 2 Euro.
Stiftung Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Hans-Arp-Allee 1
D-53424 Remagen
Telefon: +49 (0)2228 - 94 25 0
Telefax: +49 (0)2228 - 94 25 22
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1. September 2006, Fundstücke:
Do it yourself - Picasso für Anfänger

"Herzlichen Glückwunsch, Sie haben ein Kunstwerk geschaffen!" Das ist die fröhliche Belohnung, die einem entgegenpopt, wenn man denn seinen selbstgestalteten Picasso-Kopf in die "Gallery" eingestellt hat.
Wieder einmal eines der immer mehr werdenden Malvorlagen im Netz, bei denen man aus vorgefertigten Einzelteilen eigene Bilder schaffen kann. Eigentlich mag ich sowas ja nicht! Denn mit Kreativität hat das wenig zu tun und den Künstlern wird man über solche Zugänge nun schon mal gar nicht gerecht.
Aber! Hier an diesem Spielchen finde ich zumindest gut, dass es sich um picassoeske Puzzlesteinchen handelt, die aus seinen Bildern quasi extrahiert wurden und so zumindest sein kubistischer Stil nachvollzogen werden kann. Ein kleiner Zusatzgag ist die Umwandlung des eigenen Namens als picassotypische Signatur! Ihm, dem großen Übervater der modernen Kunst, hätte das bestimmt gefallen. Hat er doch selber gerne die sichtbare Welt in Einzelteile zerlegt und sie nach seinem künstlerischen System wieder neu zusammengesetzt. "Ich will die Dinge zeigen, wie sie sind, nicht wie sie scheinen!"
Viel Spaß beim Ausprobieren!
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